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Nordwestmecklenburg Überfall in der Innenstadt: Jetzt gibt es erste Hinweise
Lokales Nordwestmecklenburg Überfall in der Innenstadt: Jetzt gibt es erste Hinweise
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17:59 24.06.2019
Am 29. Mai wurde ein 51-Jähriger in der August-Bebel-Straße überfallen. Mit 14 Klammern musste die Wunde getackert werden. Quelle: Michael Prochnow
Grevesmühlen

Die Frage, was am Nachmittag des 19. Mai in der August-Bebel-Straße in Grevesmühlen passiert ist, beschäftigt inzwischen viele Leser der OSTSEE-ZEITUNG. Das Opfer, ein 51-jähriger Grevesmühlener, hatte sich vor wenigen Tagen an die Redaktion gewandt, um Zeugen zu finden. Denn das Opfer kann sich nicht erinnern. Tatsache ist, dass der Mann gegen 15.45 Uhr sein Auto auf dem Parkplatz am Amtsgericht abgestellt hat, um zur Physiotherapie-Praxis zu gehen, die sich wenige Meter weiter in der August-Bebel-Straße befindet. Dort wollte er sich einen Termin holen. „Weil die Praxis jedoch geschlossen hatte, war ich auf der Rückseite des Gebäudes, um vielleicht noch einen Angestellten zu finden. Da das nicht geklappt hat, wollte ich zum Auto zurück. Dann weiß ich nichts mehr.“ Die letzten Erinnerungen, die er hat, beziehen sich auf ein dunkles Auto, das durch den Kreisverkehr fuhr.

Auf dem Parkplatz am Amtsgericht hatte das Opfer sein Auto abgestellt, gefunden wurde der 51-Jährige 50 Meter hinter dem Gerichtsgebäude in Richtung Bahnhofstraße. Quelle: Michael Prochnow

Kurz darauf fanden ihn Anwohner am Karl-Liebknecht-Platz, rund 50 Meter von seinem Auto entfernt. Auf dem Kopf hat er eine mehr als zehn Zentimeter lange und einen Zentimeter tiefe Wunde, mehr als einen Liter Blut hat er zu diesem Zeitpunkt bereits verloren. Mehrere Tage bleibt der 51-Jährige im Krankenhaus, ein Schädel-Hirn-Trauma wirkt bis heute nach, das Opfer ist arbeitsunfähig und kann sich an nichts erinnern.

Nun gibt es allerdings erste Hinweise zu dem Fall. Und diese Informationen machen die ganze Sache noch mysteriöser. Wie der 51-Jährige erklärte, habe die Polizei ihm am Vormittag des 3. Juni seine Krankenkarte gebracht, die Anwohner gefunden hatten. Die Karte hatte er dabei, als er zur Praxis wollte. Wo er sie verloren hatte, das weiß er nicht mehr.

Wie kommt die Krankenkarte des Opfers in den dritten Stock eines Mehrfamilienhauses?

Der Durchgang von der Lindenallee zur August-Bebel-Straße, hier war der 51-Jährige unterwegs. Quelle: Michael Prochnow

Gefunden wurde sie nach OZ-Informationen im dritten Stock eines Mehrfamilienhauses in der Lindenallee am Sonntag, 2. Juni. Das Gebäude befindet sich auf der Rückseite des Hauses, in dem die Physiotherapie-Praxis untergebracht ist. Dort hatten Hausbewohner, die über Himmelfahrt im Urlaub waren, bei ihrer Rückkehr am Wochenende die Karte, Überweisungsträger und die Brille entdeckt hatten, ein großer getrockneter Blutfleck deutete darauf hin, dass dort etwas passiert sein musste. Daraufhin informierten sie die Polizei und übergaben die Krankenkarte. So gelangte das Dokument sowie Brille und Überweisungsträger wieder zu seinem Eigentümer. Erinnern, so der 51-Jährige, könne er sich inzwischen wieder an einige Bruchstücke, als er von den neuen Hinweisen erfährt. Am Montag macht er sich auf zu dem Mehrfamilienhaus. „Als ich dort stand, habe ich mich erinnert, dass ich an dem Gebäude war.“ Doch weder weiß er, wie er in das Haus gelangt ist, noch, was dort geschehen sein könnte. Die Bewohner, die den Blutfleck und die verlorenen Sachen entdeckt hatten, haben bereits ihre Nachbarn befragt, ob sie in der fraglichen Zeit etwas gesehen oder gehört hätten. Doch niemand hat etwas bemerkt. Dabei ist die Haustür verschlossen, sie lässt sich nur mit einem Schlüssel öffnen, oder jemand betätigt den Türöffner. Dann allerdings hätte sich jemand an den 51-Jährigen erinnern müssen.

Der Tatort? Der getrocknete Blutfleck mit der Krankenkarte auf dem Zwischengeschoss in dem Mehrfamilienhaus in der Lindenallee. Quelle: Privat

Polizei ermittelt seit dem 3. Juni wegen gefährlicher Körperverletzung

Die Polizei in Grevesmühlen bestätigte auf Nachfrage, dass die Ermittlungen in diesem Fall tatsächlich erst am 3. Juni aufgenommen worden seien. Denn erst im Rahmen der Übergabe der Krankenkarte und der Brille erfuhren die Beamten von dem Überfall. Als der 51-Jährige am 29. Mai gefunden und ins Krankenhaus gebracht wurde, hatte niemand die Polizei informiert. Inzwischen ermittelt die Kriminalpolizei in Grevesmühlen wegen gefährlicher Körperverletzung. Wie weit der Stand der Ermittlungen ist, darüber gibt es bislang keine Auskunft aus ermittlungstaktischen Gründen. Fest steht, dass sich in beziehungsweise vor dem Mehrfamilienhaus etwas abgespielt haben muss, was mit dem Fall im Zusammenhang steht. Hinweise nimmt die Polizei in Grevesmühlen unter 03881/7200 entgegen.

Der erste Artikel zu dem Fall.

Michael Prochnow

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