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Nordwestmecklenburg Nebengebäude werden für 3,4 Millionen Euro saniert
Lokales Nordwestmecklenburg Nebengebäude werden für 3,4 Millionen Euro saniert
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16:38 08.03.2019
Restauratorin Karolin Wiench arbeitet im östlichen Dienerhaus am Putz. Es wurde eine alte Wandmalerei entdeckt. Quelle: MALTE BEHNK
Klütz

Die Sanierungen der Barockanlage von Schloss Bothmer gehen in die voraussichtlich letzte Phase. Nachdem der Park zwischen 2008 und 2012 saniert wurde und das Hauptgebäude des Schlosses 2015 nach erfolgreicher Sanierung als Museum geöffnet wurde, sind die Dienerhäuser, ein Wirtschaftsgebäude und ein Gartenhaus nun die letzten Gebäude, an denen die Handwerker anrücken.

Insgesamt werden durch den Betrieb für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern (BBL) noch einmal etwa 3,4 Millionen Euro in diese Sanierungsarbeiten investiert. Mit 2,7 Millionen Euro wird ein Großteil der Summe aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung der ländlichen Räume gefördert. Die Sanierungen von Park und Hauptgebäude des Schlosses hatten bis zur Übergabe etwa 36 Millionen Euro gekostet.

Im Wirtschaftsgebäude aus dem 19. Jahrhundert müssen viele Elemente des Fachwerks erneuert werden. Quelle: MALTE BEHNK

„Diese Sanierungen sind jetzt der sechste Realisierungsabschnitt“, sagt Jeannette Venohr, Projektleiterin für Schloss Bothmer beim BBL. Bei den Arbeiten, die ins Jahr 2020 hinein dauern sollen, birgt jedes der vier Gebäude eine eigene Herausforderung. So war ein Wirtschaftsgebäude am östlichen Rand der Schlossinsel schon vor einigen Jahren so baufällig, dass es an den Seiten mit Sandboxen gesichert werden musste, um nicht auseinanderzubrechen. „Es ist etwa in der Mitte des 19. Jahrhunderts gebaut worden. Das größte Problem ist, dass sich über die vielen Jahre der Boden angehoben hat und dadurch die Schwellen des Fachwerks geschädigt wurden“, erklärt Venohr. Abschnittsweise leeren Bauarbeiter derzeit die Fächer und stapeln die alten Ziegel sorgfältig für den späteren Wiedereinbau. Die historischen Dachziegel waren bereits vor Jahren gesichert und sortiert worden.

Freigelegte Wandmalerei im östlichen Dienerhaus. Quelle: MALTE BEHNK

Während es bei diesem Wirtschaftsgebäude hauptsächlich um die Statik geht, wurden im östlichen Dienerhaus schon interessante Entdeckungen gemacht. Als dort die Wände freigelegt wurden, tauchte im oberen Wandbereich eine kunstvolle Bemalung auf. „Dieses Haus wurde weitaus früher als das zweite Dienerhaus errichtet, wohl schon zum Bau des Schlosses“, sagt Jeannette Venohr. „Möglicherweise haben hier Handwerker gewohnt, die am Schloss gearbeitet haben“, sagt sie. Auch der Stuckateur Joseph Mogia, der vermutlich im Schloss gearbeitet hat, könnte dort gewohnt haben. „Vielleicht hat er es sich etwas hübsch gemacht“, vermutet Claudia Henning, Dezernentin des BBL. Restauratorin Karolin Wiench hat den Wandschmuck zunächst gesichert und arbeitet vorerst weiter am Putz der Wände. Ob die Malerei rekonstruiert wird, ist noch nicht entschieden.

Claudia Henning (r.) und Jeannette Venohr vom Betrieb für Bau und Liegenschaften M-V zeigen Pläne für die Sanierung des Gartenhauses mit Kegelbahn. Quelle: MALTE BEHNK

Ebenfalls im 19. Jahrhundert wurde das kleine Gartenhaus im Park hinter Schloss Bothmer errichtet, als der vom barocken Stil zum englischen Landschaftsgarten umgestaltet wurde. Es ist auch auf Zeichnungen zu sehen, die zwischen 1860 und 1880 entstanden sind. „Das Gartenhaus hatte schon damals eine Kegelbahn“, bestätigt Venohr aufgrund der alten Zeichnungen. „Ursprünglich war sie wohl aus Lehm gebaut und sie könnte zum Kegeln mit Holz belegt worden sein“, sagt die Projektleiterin. Eine Untersuchung hatte ergeben, dass es drei unterschiedliche Beläge der Bahn gibt. „Der zweite Belag, der auch schon eine Betoneinfassung und Wasserabläufe hatte, wurde wohl um 1930 gebaut und in der DDR kam ein weiterer Betonbelag hinzu.“ Die kleine Bahn wird voraussichtlich belassen, wie sie ist. Am Gartenhaus sind aber Sanierungsmaßnahmen, vor allem am Fachwerk, notwendig. „Auch hier ist der Boden durch Ablagerungen von Laub und anderem inzwischen höher als ursprünglich. Deswegen sind auch hier die Schwellen des Fachwerks vermodert. Sie versinken schon fast im Boden“, erklärt Jeannette Venohr. „Wir wollen versuchen, den Boden rundherum etwas abzusenken.“

Publikumsmagnet Schloss Bothmer

Außer dem eigentlichen Museum und der Gastronomie auf dem Schlossgelände lockt Bothmer auch mit vielen Veranstaltungen Gäste an. So wird im Juni erstmals die große Lifestylemesse „British Flair mit Country Fair“ dort stattfinden. Im Juli spielen die MeckProms der Staatskapelle aus Schwerin ihr jährliches Konzert im Park und im August ist Schloss Bothmer Bühne für die Festspiele MV.

Ab dem 1. April gelten die Öffnungszeiten der Vorsaison. Museum, Schlossladen und Gastronomie sind dann dienstags bis sonntags jeweils von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Geführte Rundgänge durchs Museum werden dann immer donnerstags und sonnabends um 12 Uhr angeboten.

Für die aktuellen Sanierungsarbeiten beziehen sich Planer und Handwerker unter anderem auf alte Baupläne und Zeichnungen, die Teil des sogenannten „Schweriner Planschatzfundes“ waren, der 2010 entdeckt wurde. Danach werden die Gebäude auch mit ihren ursprünglichen Aufteilungen wieder hergestellt. Der BBL lässt sie aber nutzungsneutral sanieren, sodass die Staatlichen Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen später entscheiden können, wer dort eventuell einziehen könnte.

Malte Behnk

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