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Nordwestmecklenburg Neue Möbel fürs Lidaer Krankenhaus
Lokales Nordwestmecklenburg Neue Möbel fürs Lidaer Krankenhaus
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20:10 20.10.2014
Grevesmühlen

Es war eine Mammutaufgabe, als die Mitglieder der Grevesmühlener Lidahilfe im Mai dieses Jahres die Einrichtungen aus mehr als 50 Zimmern der Boltenhagener Ostseeklinik nach Lida in Weißrussland brachten. Vier Lastwagen waren notwendig, um die Fracht über die 1200 Kilometer zu transportieren. Jetzt waren die Helfer erneut vor Ort, um Hilfsgüter an den Behindertenverband und das Sozialamt zu übergeben. Und um sich ein Bild vom Krankenhaus zu machen.

„Die Möbel sind in unserem neuen Gebäude aufgestellt worden“, berichtet die stellvertretende Leiterin des städtischen Krankenhauses, Galina Aleisowna. 60 Betten gibt es in der neu erbauten Kinderabteilung des Krankenhauses, das insgesamt über eine Kapazität von 900 Betten verfügt. Zwar erhält das Krankenhaus, in dem 1500 Krankenschwestern und rund 500 Ärzte beschäftigt sind, jedes Jahr Geld vom Staat für Renovierungen. „Doch das Geld reicht nicht für alle Bereiche, insofern sind wir dankbar für die Hilfe“, sagt die stellvertretende Leiterin. Neben den Möbeln aus der Ostseeklinik sind in der Vergangenheit auch Pflegebetten und Beistellschränke über die Lidahilfe nach Weißrussland gebracht worden — alles für die neue Kinderabteilung. „Es ist schön zu sehen, dass die Sachen in gute Hände kommen“, sagt Ekkehard Giewald, Mitglied der Lidahilfe. „Das Krankenhaus wird seit vielen Jahren von uns unterstützt. Und wenn wir etwas dazu beitragen können, dass es den Menschen ein wenig besser geht, dann haben wir alles richtig gemacht.“

Zwölf Jahre ist es beispielsweise her, dass ein Team der Lidahilfe die alte Kinderstation des Lidaer Krankenhauses besuchte, damals mit einer Reporterin der OSTSEE-ZEITUNG und einem Fotografen. Eine der Ärztinnen, die damals die kleine Delegation empfingen, war Alina Jakimowitsch. „Wir hatten damals gehofft, dass die Deutschen uns helfen würden. Dass die Hilfe schon so lange andauert, ist einfach schön.“ Seitdem haben die Grevesmühlener nicht nur Möbel und medizinisches Material geliefert, sondern unter anderem auch den Sanitärtrakt im Kinder-OP komplett renoviert. Das nächste Projekt steht bereits an: Das DRK-Krankenhaus stellt 100 Pflegebetten zur Verfügung, die mit einem der nächsten Transporte nach Lida gebracht werden sollen.

Eine weitere Station der Hilfe in diesem Herbst war der Behindertenverband. Über 200 Säcke mit Bekleidung, dazu eine neue Einrichtung für das Büro der ehrenamtlichen Helferinnen sowie Rollstühle und Gehhilfen wurden in der vergangenen Woche ausgeliefert. Die Frauen kümmern sich aufopferungsvoll um etwa 500 Behinderte in der Stadt Lida sowie dem Umland. „Die Kleidung ist eine große Hilfe“, betont Lena Makewitsch, die Leiterin des Verbandes und eine von zwei festangestellten Kräften. Alle anderen Frauen, insgesamt sind es etwa zehn, arbeiten ehrenamtlich. Sie verteilen die Kleidung, helfen bei Behördengängen und organisieren Ausflüge. Staatliche Unterstützung gibt es zwar, doch die bürokratischen Hürden sind hoch. Umso dankbarer sind die Frauen für die Kontakte nach Grevesmühlen wie beispielsweise zur Familie Köhler in Gostorf. Seit mittlerweile sieben Jahren schickt das Ehepaar Pakete nach Lida an Pawel Jasjulewitsch. Der 22-Jährige leidet unter anderem an Muskelschwund, seine Mutter ist eine der unermüdlichen Helferinnen beim Behindertenverband.

Erste Kontakte gibt es inzwischen auch wieder zwischen dem Lida Gymnasium Nummer 1 und dem Gymnasium am Tannenberg in Grevesmühlen. Die Schüler aus Nordwestmecklenburg hatten in den vergangenen Wochen Geld gesammelt für Unterrichtsmaterial. Die Mitglieder der Lidahilfe haben davon unter anderem Duden gekauft, die jetzt übergeben wurden.

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