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Nordwestmecklenburg Nordwestmecklenburg: Freude über ein tolles Pilzjahr 2019
Lokales Nordwestmecklenburg Nordwestmecklenburg: Freude über ein tolles Pilzjahr 2019
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15:58 27.12.2019
Richter erklärt der 14-jährigen Johanna-Maria Schmidt, was sie bei einer Pilzlehrwanderung im Wald gefunden hat. Quelle: Jürgen Lenz
Rehna/Roduchelstorf

Sigrid Melahn ist begeistert von der Pilzsaison. „Das Pilzjahr 2019 war super“, zieht die 59-Jährige aus Roduchelstorf Bilanz. Seit fünf Jahren gehört sie dem PilzvereinHeinrich SternbergRehna an. Er ist nach Auskunft des Vorsitzenden Torsten Richter der einzige Pilzverein in Mecklenburg-Vorpommern.

Die 80 Mitglieder wohnen in einem Gebiet, das von Wismar bis Hamburg reicht. Unter ihnen sind viele junge Frauen und Männer. Volker Jödicke aus Dassow engagiert sich als stellvertretender Vorsitzender für die Gemeinschaft der Pilzfans. „Das Interesse nimmt zu“, sagt Torsten Richter. Dann ergänzt er: „Es kommt aber auf das Jahr an.“

Torsten Richter fotografiert einen seltenen Pilz. Quelle: Jürgen Lenz

Leckere Pilzmahlzeiten auch im Dezember

Das war diesmal aus Sicht der Pilzfreunde hervorragend. Sie haben ungewöhnlich viel geerntet. Im Herbst waren die Wälder voll. Zeitweise betrieben die Mitglieder nach Torsten Richters Worten „nicht Pilzesuchen, sondern Pilzefinden.“ Nach dem trockenen Sommer ließen Feuchtigkeit und eine ungewöhnliche Wärme im Herbst die Pilze sprießen wie sonst kaum. Sogar im Dezember gab für Mitglieder und Freunde des Vereins noch leckere Pilzmahlzeiten.

Pepe Wittkopf (13) zeigt Pilze, die er in kurzer Zeit gefunden hat. Quelle: Jürgen Lenz

Aber nicht nur die Masse war 2019 sehr gut. Die Qualität war es ebenso. Wer gerne Pilze isst, konnte sich bis zum Ende der Saison freuen.

Sigrid Melahn kennt viel mehr essbare Pilze, seitdem sie im Vereins ist und isst. Sie berichtet: „Wir sind sehr viel in der Natur unterwegs.“ Sigrid Melahn findet es wichtig, dass auch Kindern im Verein die Flora und Fauna ihrer Heimat nahegebracht werden. Die Gemeinschaft der Pilzfreunde sei gut. „Man lernt immer wieder neue Leute kennen“, sagt Sigrid Melahn. Sie interessiert sich seit ihrer Kindheit für die Natur. In der Schule war Biologie ihr Lieblingsfach.

Torsten Richter arbeitet als Lehrer für Biologie und Chemie. Im Rahmen des Wahlpflichtunterrichts lädt er Schüler zu Pilzlehrwanderungen ein. „Es ist praktische Biologie“, erklärt ihr Lehrer. Die Wanderungen kommen bei Schülern gut an. Pepe Wittkopf (13) sagt: „Das Sammeln und Finden macht Spaß.“

Torsten Richter ist über das Essen zu den Pilzen gekommen. Er erzählt: „Mein Vater hat immer Pilze gemacht.“ So kam der Sohn auf den Geschmack.

Verein fördert den Naturschutz

Ein erklärtes Ziel des Vereins: „Förderung des Naturschutzes und der Landespflege, insbesondere die Pflege und Erforschung des Pilzbestandes unserer heimischen Fluren und Wälder.“ Der Verein vermittelt Wissen zum Bestimmen von Pilzen und die Regeln des richtigen Sammelns. Über ökologische Zusammenhänge klärt er ebenfalls auf. Mitglieder erfassen, welche Arten sie finden, wo sie wachsen, in welchem Zustand sie sind und wie sie sich entwickeln. Durch die Pilzkartierung unterstützen sie den Naturschutz.

Manchmal entdecken sie eine Rarität im Wald und lassen sie näher untersuchen. Häufig finden sie Hallimasch, Rotfüßchen, Maronen und Stockschwämmchen. „Wir nehmen auch an Tagungen teil“, erläutert Torsten Richter.

Mitglieder des Pilzvereins trafen sich mit Schülern und Förderern. Quelle: Pilzverein „Heinrich Sternberg“

Verein ist offen für weitere Mitglieder

2003 gründeten 18 Frauen und Männer den PilzvereinHeinrich SternbergRehna. Er lädt immer wieder zu Pilzlehrwanderungen ein. Der Namensgeber arbeitete als Biologielehrer. Er war Torsten Richters Vorgänger. Katrin Richter kümmert sich im Verein um die Finanzen. Schriftführerin ist Pirkko Roinila aus Vitense. Als Pilzsachverständiger engagiert sich Alexander Glomb in der Deutschen Gesellschaft für Mykologie, die rund 1400 Mitglieder hat. Er war ein Schüler von Torsten Richter.

Der Pilzverein ist keine geschlossene Gesellschaft. Der Vorsitzende sagt: „Wir haben eine gute Altersstruktur. Wer mitmachen will, kann kommen.“ Anfang des Frühjahres treffen sich die Mitglieder zur Jahreshauptversammlung. Zu essen gibt’s dann natürlich Waldpilzsuppe.

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Von Jürgen Lenz

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