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Nordwestmecklenburg Notunterkünfte für Flüchtlinge voll belegt
Lokales Nordwestmecklenburg Notunterkünfte für Flüchtlinge voll belegt
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20:10 09.10.2015
Klütz

Die Notunterkunft in Klütz stößt an ihre Grenzen. 85 Männer, sechs Frauen und sechs Kinder aus Syrien, Afghanistan und dem Irak sind seit dem 30.

September in der ehemaligen Kita untergebracht. Zuvor lebten sie auf engstem Raum in der Sporthalle in Damshagen und im Gutshaus Meetzen. Kein anderes Bild in der Turnhalle der Hochschule am Friedenshof. Aktuell sind dort 161 Flüchtlinge. Als Unterkunft dient die Halle seit dem 23. September. Zunächst waren es 122 Männer, Frauen und Kinder aus Syrien, Afghanistan und der Ukraine. Nach Angaben des Landes ist die Halle für eine Kapazität von 150 Menschen ausgelegt.

Der Zuwachs und die Überbelegung zeigen: „Der Zustrom einer hohen Zahl von Flüchtlingen hält weiterhin an“, so Marion Schlender, Sprecherin des Innenministeriums, die weiter sagt: „Aufgrund der Meldungen aus dem benachbarten Ausland ist zu erwarten, dass die Anzahl ankommender Flüchtlinge mindestens auf gleichem Niveau wie in den letzten Tagen bleibt, eher noch zunimmt und diese Situation für weitere Tage andauern wird. Mecklenburg-Vorpommern muss sich daher darauf einstellen, in den kommenden Tagen mehr Personen täglich aufzunehmen als bisher.“

Zur möglichen Nutzung des Sportparks am Hohen Damm in Wismar ist offenbar noch keine Entscheidung gefallen. Vertreter des Landes hatten sich die Immobilie am 30. September angesehen. Danach hieß es, dass bautechnische und baurechtliche Fragen zu klären sind. Die Rede ist von möglichen 500 Leuten. Bestätigt ist das nicht.

Die zweite Notunterkunft neben der Turnhalle in der Hansestadt befindet sich mit dem DRK-Haus ebenfalls am Friedenshof. Dort gab es am vergangenen Wochenende einen kompletten Wechsel. 49

Flüchtlinge waren in der Nacht vom 10. zum 11. September mit einem Bus in Wismar angekommen. Die wurden nun zur zentralen Erstaufnahmeeinrichtung des Landes nach Horst bei Boizenburg gebracht.

Dort, so die Sprecherin des Innenministeriums, stellen sie den Asylantrag. Dazu sind Mitarbeiter des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge vor Ort. Die Flüchtlinge werden erkennungsdienstlich erfasst, Fingerabdrücke werden genommen, eine medizinische Untersuchung steht an, Impfungen werden vorgenommen.

Das weitere Prozedere sieht vor, dass die Flüchtlinge im Anschluss von der Verantwortung des Landes in die der Landkreise und kreisfreien Städte in Mecklenburg-Vorpommern übergehen. Die Verteilung erfolgt nach dem sogenannten Königsteiner Schlüssel. Die Landkreise weisen die Flüchtlinge den Städten und Gemeinden zu. Zum Beispiel in Wohnungen oder Unterkünfte wie den Gebäuden an der Haffburg in Wismar, die allerdings voll belegt sind. Dort warten sie auf das Ergebnis des Asylverfahrens.

Das Land will bis Mitte des Monats in der Außenstelle der Erstaufnahmeeinrichtung in Stern Buchholz/Schwerin die Möglichkeit schaffen, dass auch dort die Asylanträge gestellt werden können. Das hat zur Folge, dass die Menschen schneller aus den Notunterkünften und eher in die Hoheit der Landkreise und kreisfreien Städte kommen.

Nach Angaben einer Sprecherin des Landkreises Nordwestmecklenburg ist für heute von 17 bis 22 Uhr eine Demo in Wismar angekündigt. Veranstalter sei „Deutschland wehrt sich“, das Motto laute „Gemeinsam für die Heimat“.

Unterbringung in MV
13055 Flüchtlinge gibt es nach Angaben des Innenministeriums von MV mit Stand vom 6. Oktober 2015. Von Januar 2015 bis 4. September 2015 waren 8851 Flüchtlinge registriert, im Zeitraum vom 5. September bis 6. Oktober 4204.


Unterbringung in MV (Stand 6. Oktober 2015):

1 zentrale Erstaufnahmeeinrichtung des Landes in Nostorf/Horst (Landkreis Ludwigslust-Parchim)
1 Außenstelle der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes in Stern Buchholz (Schwerin)
19 Notunterkünfte für die Erstaufnahme in Zuständigkeit des Landes, darunter drei in Nordwestmecklenburg
21 Gemeinschaftsunterkünfte der Landkreise/kreisfreien Städte sowie eine Vielzahl von Wohnungen

Heiko Hoffmann und Jana Franke

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