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Nordwestmecklenburg Eckart Redersborg zur Bedeutung von Heinrich Albrecht
Lokales Nordwestmecklenburg Eckart Redersborg zur Bedeutung von Heinrich Albrecht
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13:49 02.01.2019
Chronist Eckart Redersborg Quelle: Franke Jana
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Grevesmühlen

Den Beitrag, nach Heinrich Albrecht eine Straße in Grevesmühlen zu benennen, unterstütze ich, allerdings mit dem Zusatz, dass es eine Reihe von verdienstvollen Einwohnern der Stadt aus dem 19. Und 20. Jahrhundert gibt, die ebenso geehrt werden könnten. Mit den Senatoren Gebhart, Schumacher und Freytag sowie August Pelzer als Ehrenbürger der Stadt wurde zum Beginn des 20. Jahrhundert der Anfang gemacht, im Wohngebiet West erhielten drei Straßen die Namen Belg, Kosegarten und Karstadt. Für diese Straßen sorgte der Heimatverein, wie auch für viele weitere Straßen, für Hinweisschilder, die über die Verdienste dieser Personen in Kurzform informieren.

Auf der „Warteliste“ für das Wohngebiet „Sägewerk“ stehen Callies, Luise Reuter und Max Salomon. Berücksichtigt werden könnten für die Zukunft zum Beispiel der letzte Senator Johannes Roeper, Baumeister Karl Krämer, Gustav Ramelow und August Paust, Oberschuldirektor Dr. Werner Werth, Heinrich Sauer als einer der ersten Nachkriegsbürgermeister oder Otto Schapert als den „Erfinder des Krähensymbols“ für Grevesmühlen. Die meisten dieser Namen sind völlig in Vergessenheit geraten. Dazu gehört auch der Name Heinrich Albrecht. Allerdings ist es völlig unzutreffend, wenn der Anschein erweckt wird, dieser Name wäre unbekannt. Heinrich Albrecht war ein Chronist der Stadt, er verfasste aber keine Chronik, sondern veröffentlichte zwischen 1878 und 1887 eine Reihe von Beiträgen im damals erscheinenden „Grevesmühlener Wochenblatt“. Sie sind für die Stadtgeschichte von unschätzbarem Wert.

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Das blieb auch nicht unbekannt. So hat Friedrich Belg in der „Chronik der Stadt Grevesmühlen“ (blaue Chronik) Albrecht als Quelle genannt und ihn auch mehrfach zitiert. Die „Plattdütsch Gill tau Grewsmöhlen“ als Mitbegründerin des damaligen Städtischen Museums sorgte um 1935 unter Leitung von Dr. Werner Werth für eine Abschrift der Albrecht-Beitrage, die nach der nachkriegsbedingten Museumsauflösung in Privathände überging. Davon mögen weitere Schreibmaschinenabschriften angefertigt worden sein. Eine befindet sich seit circa 1980 in meinem Besitz.

Es ist sehr zu begrüßen, wenn man sich in Grevesmühlen des Namens Heinrich Albrecht und weiterer Persönlichkeiten bezüglich von Straßenbenennungen erinnert. Heimat bedeutet auch, die Geschichte der entsprechenden Region zu kennen. Daran, und am Willen, sich diese zu erschließen, mangelt es aber vielfach. Dies ist seit 50 Jahren mein persönliches Anliegen gewesen. Unterstützung gab es zu DDR-Zeiten in erster Linie durch die Lokalredaktion Grevesmühlen der „Ostsee-Zeitung“. Daran änderte sich auch für mich und für eine Vielzahl von Autoren nach der Wende nichts, obwohl sich für Veröffentlichungen aller Art völlig andere Möglichkeiten eröffneten.

Eckart Redersborg

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