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Nordwestmecklenburg Ortsdurchfahrt Herrnburg gesperrt
Lokales Nordwestmecklenburg Ortsdurchfahrt Herrnburg gesperrt
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10:54 11.06.2019
Ein Verkehrsschild verbietet am Ortseingang von Herrnburg aus Richtung Lübeck die Weiterfahrt. Quelle: Jürgen Lenz
Herrnburg

11. Juni um 9 Uhr in Herrnburg: Am Ortseingang Richtung Lübeck verbietet ein Verkehrsschild allen Autofahrern die Weiterfahrt. Am Bahnhof stehen Lastwagen und Baumaschinen Schlange. Arbeiter warten darauf, dass sie loslegen können – mit der Erneuerung der Ortsdurchfahrt von Herrnburg. Die Sanierung der Straßendecke bedeutet für mehrere Tausend Auto- und Lkw-Fahrer: Umwege und längere Fahrtzeiten bis 4. Juli.

Bereits im Nachbarort Lüdersdorf warnt ein Schild: „Ortsdurchfahrt Herrnburg gesperrt – 11.06. bis 04.07.“ Wer aus Richtung A 20 oder Selmsdorf in den Kreisverkehr kommt, sieht in Lüdersdorf nach dem Abbiegen in Richtung Herrnburg ein Sackgassenschild mit dem Zusatz: „Bis Baustelle frei.“

Eine Umleitung nach Lübeck ist am Kreisverkehr in Lüdersdorf ausgeschildert. Quelle: Jürgen Lenz

Das Schweriner Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung erläutert auf Anfrage: „Die Arbeiten beginnen auf der Strecke zwischen Bahnhofstraße und Gärtnereiweg.“ Dort werde etwa zwei Wochen gearbeitet. Das vom Straßenbauamt Schwerin mit der Erneuerung der Straßendecke beauftragte Bauunternehmen Kemna wird in einem Schreiben an die Anwohner der Hauptstraße konkreter. Es gibt den Zeitraum mit „11. Juni bis 21. Juni“ an.

Zwischen der Stadtgrenze von Lübeck und dem Kreisverkehr am Ortsausgang von Herrnburg wird nach Auskunft der Firma vom 13. bis 15. Juni gearbeitet. Am 24. Juni soll die Sanierung im dritten Bauabschnitt starten. Er reicht von der Einmündung des Gärtnereiwegs bis zum Kreisverkehr. In diesem Abschnitt will der Baubetrieb am 4. Juli fertig sein. Dann soll die Landesstraße in Herrnburg nach Auskunft des Ministeriums für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung wieder vollständig für den Verkehr freigegeben werden. Die straßenbegleitenden Geh- und Radwege seien von den Arbeiten nicht betroffen. Nach Angaben des Ministeriums können sie auch während der Bauzeit benutzt werden. Gewährleistet sei auch, dass ein Bus wie gewohnt zur Grundschule fährt. Das Bauunternehmen teilte den Anwohnern mit, dass die Zufahrt zu ihren Grundstücken nur bedingt gewährleistet werden könne. Eine Umleitung werde ausgeschildert. Das Ministerium kündigt an: „Für die Anwohner von Herrnburg werden in Abstimmung mit der Firma und dem Straßenbauamt Lösungen zum Umfahren der Baustellen gefunden.“

Erneuert wird die Straßendecke der L 02 in Herrnburg auf einer Länge von 790 Metern. Baukosten: rund 250 000 Euro.

Eine Maschine für die Sanierung der Durchfahrtsstraße in Herrnburg stand am Dienstagmorgen unweit des Bahnhofs bereit. Quelle: Jürgen Lenz

Die Ortsdurchfahrt ist damit aber nicht fertig saniert. Die Straßendecke zwischen dem Bahnübergang und dem Ortsausgang Richtung Lüdersdorf wird 2020 erneuert. Auch dann wird die L 02 voll gesperrt. Das Ministerium kündigt an: „Die Arbeiten finden voraussichtlich in den Sommerferien statt, damit die Schülerverkehre so gering wie möglich beeinträchtigt werden.“

Weitverbreitete Dorfform

Straßendörfer findet man in allen Regionen Deutschlands. Besondern häufig sind sie im Norden. Bei dieser dörflichen Siedlungsform reihen sich alle Häuser an beiden Seiten einer einzigen Straße auf – so wie es im historischen Teil von Herrnburg der Fall ist. Diese Dorfform lässt sich einfach durch Verlängerung der Straße erweitern. Nachteil bei Bauarbeiten unter Vollsperrung: Es gibt keine Möglichkeit, den Verkehr innerhalb des Ortes umzuleiten. Bernit im Landkreis Rostock ist das längste Straßendorf Mecklenburg-Vorpommerns. Es ist sieben Kilometer lang.

Eine Möglichkeit, die Baustelle innerhalb des Ortes zu umfahren, wird es dann nicht geben. Der Grund: Zwischen dem Bahnübergang und dem Ortsausgang Richtung Lüdersdorf zweigen nur Straßen von der Ortsdurchfahrt ab, die nach Duvennest beziehungsweise Palingen führen. Hier hat Herrnburg seine historische Dorfform weitgehend behalten. Es war lange Zeit ein typisches Straßendorf.

Der Vorschlag, eine Ortsumgehungsstraße für Herrnburg zu bauen, fand im Februar 2016 in einer Sitzung des Lüdersdorfer Bauausschusses keine Mehrheit. Begründung: Die nötigen Flächen sind nicht mehr verfügbar. Auf einer Anfang der 1990er-Jahre geplanten Trasse stehen mittlerweile zahlreiche Häuser. Zu wenig Platz ist nach Ansicht der Ausschussmitglieder auch für Lärmschutzwälle und -wände an der Ortsdurchfahrt.

Jürgen Lenz

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