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Nordwestmecklenburg Boltenhagen will Verkehr verringern
Lokales Nordwestmecklenburg Boltenhagen will Verkehr verringern
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16:12 04.03.2019
In der Sommersaison herrscht viel Verkehr auf der Ostseeallee in Boltenhagen. Die Gemeinde arbeitet an einem Verkehrskonzept. Quelle: MALTE BEHNK
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Boltenhagen

Im Ostseebad Boltenhagen beschäftigen sich die Kommunalpolitiker und Planer schon seit etwa sieben Jahren mit der Umsetzung eines Verkehrskonzepts. Hauptsächlich soll damit erreicht werden, dass weniger Fahrzeuge im Ortskern des Ostseebads unterwegs sind, es ruhiger und sicherer wird. Im Bauausschuss der Gemeinde wurde jetzt über Möglichkeiten diskutiert, den Verkehr zum und vom gebührenpflichtigen Parkplatz am Weidenstieg so zu lenken, dass möglichst wenig Staus entstehen und die Bewohner des Gebietes so wenig wie möglich belästigt werden.

Peggy Dollas vom Büro Logos aus Rostock hatte den Bereich um den Weidenstieg untersucht und berichtete von Verkehrszählungen im vergangenen Jahr. Die Zählung bestätigt einerseits, dass der Parkplatz von vielen Besuchern des Ostseebads genutzt wird. Um den Verkehrsfluss zu verbessern gibt es die Überlegung, die Einbahnstraßenregelung der Rudolf-Breitscheid-Straße zu ändern oder auch die Einfahrt von der Ostseeallee in den Weidenstieg zu beschränken. Hintergrund der Überlegungen ist eine Hochrechnung des Büros Logos, dass sich die Verkehrszahlen im Gebiet um den Parkplatz bis 2035 „zweimal verdoppeln“ werden.

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Andere Möglichkeiten, um den Verkehr in Boltenhagen zu verringern sind kostenlose Parkplätze an den Ortseingängen, die an die Buslinie angeschlossen sind. Während inzwischen ein Großparkplatz am Ortseingang in Tarnewitz fast fertig gebaut ist, der in dieser Saison schon viele Autos von Urlaubern und Tagesgästen aufnehmen kann, dauert es mit dem Bau eines weiteren Großparkplatzes am Ortseingang bei Wichmannsdorf noch. Auch dort sollen möglichst viele Autos von Strandbesuchern kostenfrei geparkt werden, damit weniger Verkehr durch den Ort rollt.

Um vor allem die Ostseeallee im Ortszentrum attraktiver und sicherer zu gestalten, soll die Verwaltung jetzt doch einen Punkt prüfen, der bereits 2012 und 2017 angesprochen aber verworfen wurde: Es geht um die Frage, ob die Parkplätze parallel zur Ostseeallee bestehen bleiben müssen. Die Fläche könnte ebenso von Radfahrern oder Fußgängern genutzt werden. Zumindest zwischen Kurhaus und Robert-Blum-Platz könnte man ausprobieren, ob es durch die Einsparung der Parktaschen an der Straße nicht angenehmer für Fußgänger und Radfahrer wäre. Angeregt hatte das Steffen Beckert, Mitglied im Bauausschuss.

In der Sommersaison herrscht viel Verkehr auf der Ostseeallee in Boltenhagen. Quelle: MALTE BEHNK

Fußgängern und Radfahrern eigene Wege zuzuweisen, auf denen sie sich nicht gegenseitig gefährden, ist schon lange ein Ziel in Boltenhagen. Vor allem auf der Strandpromenade, die eigentlich Fußgängern vorbehalten ist, gibt es immer wieder Beschwerden über Radfahrer. Ebenso kommen sich Radler und Fußgänger auf dem Weg entlang der Ostseeallee immer wieder in die Quere. „Wir können von Glück reden, dass es bisher noch keine schlimmen Unfälle mit Radfahrern gab“, sagt Steffen Beckert, der selber auch als Busfahrer arbeitet. Der Landkreis hatte 2016 angeordnet, die Radwegpflicht in Boltenhagen aufzuheben. Radfahrer dürfen daher auch die Fahrbahn der Ostseeallee nutzen. Das hält Beckert für sehr gefährlich.

Nur eine Ortsdurchfahrt

Das Ostseebad Boltenhagen ist beliebt bei Besuchern, die zum Strand wollen. Für den seit der Wende deutlich angewachsenen Strom von Autos ist die einzige Ortsdurchfahrt ein Problem. Wer von einem Ende Boltenhagens zum anderen möchte, muss die Ostseeallee nutzen oder einen Umweg über Klütz und Christinenfeld fahren.

Seit Jahren arbeiten die Kommunalpolitiker mit Planern an der Umsetzung eines Konzepts, um den Verkehr im Ortskern zu verringern. Ein Teil dieses Konzepts war der Testbetrieb eines Park&Ride-Angebots mit kostenfreien Parkplätzen an den Ortseingängen. Die Parkplätze werden jetzt ausgebaut und die Buslinie wird angeschlossen.

Er könnte sich sogar noch eine striktere Maßnahme vorstellen. „Ich wäre auch dafür, die Ostseeallee während der Saison zu sperren. Man könnte dann Vignetten für die Einwohner rausgeben und für die Urlauber, die den Weg zur Unterkunft nutzen müssen.“ Alle anderen Autofahrer sollten dann die Straße über Klütz und Christinenfeld nutzen, um von einem Ende Boltenhagens zum anderen zu fahren. Auch das war bereits einmal als eine Idee aufgetaucht, aber ebenso verworfen worden, wie die Parktaschen an der Ostseeallee zu entfernen.

Malte Behnk

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