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Nordwestmecklenburg Himmlisch schön: Herrnburger Pfarrhaus wird saniert
Lokales Nordwestmecklenburg Himmlisch schön: Herrnburger Pfarrhaus wird saniert
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11:00 05.08.2019
Herrnburgs Pastor Mathias Kretschmer ist zuversichtlich, dass das Pfarrhaus bald bezugsfertig ist. Quelle: JANA FRANKE
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Herrnburg

Auf die Frage nach einem Foto antwortet Bauarbeiter Frank Plath keck: „Ich habe doch gar nicht geduscht?!“ Tja, die Dusche ist auch längst nicht fertig im Pfarrhaus in Herrnburg, in dem er gerade gemeinsam mit seinem Chef Thomas Boelter von der gleichnamigen Baufirma mit der Sanierung beschäftigt ist.

Überhaupt ist noch sehr viel an dem Ende des 18. Jahrhundert erbauten Gebäudes zu tun. Aber Pastor Mathias Kretschmer ist zuversichtlich, dass ein Ende abzusehen ist. Ende des Jahres, so hofft er, sind die fünf Räume plus Küche und Bad bezugsfertig.

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Ein Blick in den zukünftigen Wohnbereich mit Küche des Pfarrhauses: Thomas Boelter und sein Angestellter Frank Plath haben noch jede Menge zu tun. Quelle: JANA FRANKE

Dass das Pfarrhaus nach 2013 nicht mehr als Pastorenunterkunft genutzt wurde, ist diesem an einigen Stellen deutlich anzusehen. An der Decke im zukünftigen Küchenbereich hängt eine fast zerbröselte Papierlampe. Der Wein an der Außenfassade bahnt sich ungepflegt seinen Weg und verdunkelt Fenster. Teile der Terrasse bröckeln vor sich hin.

280 000 Euro nimmt die Kirchengemeinde für die Sanierung in die Hand. Das Untergeschoss und das Dach werden flottgemacht. Die oberen Etagen bleiben zunächst, wie sie sind.

Im Mai startete der Innenausbau. Schon jetzt lässt sich erahnen, wie gemütlich die Wohnung werden wird. Holzbalken und Dielen sind wieder freigelegt worden. In einigen Zimmern sind Wandheizungen verbaut. Auch der Schornstein im Flur ist neu gezogen worden. „Hier besteht nun die Möglichkeit, im Wohnzimmer einen Kamin einzubauen“, erläutert Pastor Mathias Kretschmer. Von dort aus bietet sich ein toller Blick ins Grüne. Dort lasse es sich aushalten, meint der 47-Jährige.

Eine Menge Schutt ist bei der Sanierung des Pfarrhauses zusammengekommen. Quelle: JANA FRANKE

Doch für ihn wird die Wohnung nicht ausgebaut. Kretschmer ist in Wismar zu Hause und nur als Übergangspastor in Herrnburg eingesetzt. Und das auch nur, weil er sich mit seiner Frau in Wismar-Wendorf die Pastorenstelle teilt. „Ansonsten wäre das nicht möglich gewesen“, schildert er.

Vor ihm arbeitete Pastor Stephan Meyer zwei Jahre in der Kirchengemeinde. Seine Dienstzeit endete im Frühjahr 2018, nachdem er die dreijährige Probezeit nicht bestanden hatte. Seinerzeit sammelten Mitglieder der Kirchengemeinde Unterschriften für seine Weiterbeschäftigung. Erfolglos. Seit April 2018 ist Mathias Kretschmer für die Kirchenmitglieder da.

Zwei Ausschreibungen sind bereits gestartet worden, erzählt er. „Es gab jeweils eine Bewerbung, aber dann sind die Bewerber wieder abgesprungen“, schildert er. Eine dritte Ausschreibung läuft bis Ende August. Findet sich wieder kein Interessent, ist der Propst am Zug. „Dann müsste er jemanden entsenden“, erklärt Mathias Kretschmer. Das wären allerdings meist Pastoren mit wenig Berufserfahrung.

Pastorenstelle

Ein Pastor hat zunächst eine dreijährige Probezeit. Ist die überstanden, ist er oder sie verbeamteter Pastor auf Lebenszeit in der jeweiligen Kirchengemeinde. Den Status behält er auch nach der Rente.

Die Kirchengemeinde Herrnburg gehört zur Kirchenregion Grevesmühlen in der Propstei Wismar im Kirchenkreis Mecklenburg der evangelisch-lutherischen Kirche in Norddeutschland.

Gute Wohnvoraussetzungen sind mit der Sanierung des Pfarrhauses jedenfalls gegeben. Und auch die Kirchenmitglieder würden sich wieder über mehr Kontinuität in der Gemeinde freuen. Bis zur Fertigstellung des Pfarrhauses könnte die oder der Neue die erst kürzlich ausgebaute Dachwohnung im Gemeindehaus nutzen. 70 000 Euro investierte die Kirchgemeinde in die Unterkunft. Später könnte sie als Herberge für Pilger oder für Veranstaltungen genutzt werden. Seit Juni läuft erstmals eine Ausschreibung für einen Kirchenmusiker. Auch derjenige könnte die Räumlichkeiten beziehen.

Im Gemeindehaus ist im Obergeschoss eine Pastorenwohnung für den Übergang ausgebaut worden. Quelle: JANA FRANKE

Jana Franke