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Nordwestmecklenburg Piraten kämpfen für die Lidahilfe Grevesmühlen
Lokales Nordwestmecklenburg Piraten kämpfen für die Lidahilfe Grevesmühlen
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15:21 03.08.2019
Kommen für den guten Zweck zusammen: Grevesmühlens Bürgermeister Lars Prahler (l.), Intendant Peter Venzmer (3.v.l.) und die Ehrenamtlichen der Lidahilfe (v.l.) Mike Bornschein, Maik Faasch, Norbert Koch, Dirk Becker sowie Klaus und Beate Kropp. Quelle: JANA FRANKE
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Grevesmühlen

Weißrussland? Ja, das kennt Susanne Hagen. „Mein Opa kommt von dort“, weiß die Achtjährige. Mittlerweile lebt er nicht mehr in dem Land, daher kann sie auch nicht wissen, dass es nicht allen Menschen dort gut geht. „Sie haben nicht viel Geld“, erklärt ihr Jörg Herrmann.

Mit seiner Familie wollte sich der 44-Jährige am Sonnabendnachmittag die neue Vorstellung der Grevesmühlener Piraten, „Unter falscher Flagge“, anschauen – auch, um die Lidahilfe Grevesmühlen zu unterstützen. Denn die Einnahmen an diesem Nachmittag spendet Theaterintendant Peter Venzmer dem Verein.

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„Ich finde es gut, dass es Organisationen gibt, die das Land unterstützen“, begründet Jörg Herrmann. Obwohl seine Frau am Morgen notfallbedingt ins Krankenhaus musste, wollte der Schweriner die Karten nicht verfallen lassen. Susanne, die Freundin seiner Töchter Julia und Hannah, sprang stattdessen ein.

Freuten sich auf die Vorstellung: Julia (9., l.) und Hannah (11, r.) mit Papa Jörg Herrmann (44) und ihrer Freundin Susanne Hagen (8). Quelle: JANA FRANKE

Bestens vorbereitet waren die Mädels auf die Vorstellung. Papa hatte vor Wochen nämlich ein Piratenschiff vom Dachboden geholt, mit dem er schon als Kind spielte. „Das ist im Moment hoch im Kurs“, freut er sich.

Mit einem großen Bus waren auch Feuerwehrleute vorgefahren, die bei den Löscharbeiten im Waldgebiet bei Lübtheen Ende Juni – dem größten Waldbrand in der Geschichte Mecklenburg-Vorpommerns – im Einsatz waren. Auf Einladung des Landwirtschafts- und Umweltministers Till Backhaus als Schirmherr des Action Open Air-Theaters in Grevesmühlens waren sie gekommen. Angereist war auch Mathias Buchholz, Wehrführer der Feuerwehr Tewswoos, mit seiner Familie. Acht Tage war der Wasserbaumeister seinerzeit im Einsatz. Es sei eine große Herausforderung gewesen. „Meine Kameraden und ich waren täglich zwölf bis 16 Stunden vor Ort“, schildert er. Die Geste des Ministers und des Theaterintendanten findet er sehr gut.

Mathias Buchholz (40), Wehrführer der Feuerwehr Tewswoos: "Die Einladung ist eine nette Geste." Acht Tage waren er und seine Kameraden beim Großbrand in Lübtheen im Einsatz. Quelle: JANA FRANKE

Danke sagen wollten auch die Mitglieder der SPD-Ortsverbände Grevesmühlen, Wismar, Gadebusch, Bad Kleinen, Selmsdorf und Dassow – und hatten das mit einer Unterstützung der Lidahilfe verbunden. Sie verkauften vor Ort gebackene Waffeln und baten um freiwillige Spenden für den Verein, der seit 1993 Hilfstransporte nach Weißrussland organisiert.

Was unterm Strich am Sonnabendnachmittag zusammengekommen ist, verkündet Peter Venzmer in der kommenden Woche.

Jana Franke