Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Nordwestmecklenburg Politiker fordern Hort-Neubau statt Umbau
Lokales Nordwestmecklenburg Politiker fordern Hort-Neubau statt Umbau
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:05 21.11.2018
Der Hort „Neptuns Kinnings“ in Boltenhagen soll umgebaut werden oder ein ganz neues Gebäude erhalten. Quelle: MALTE BEHNK
Anzeige
Boltenhagen

Der Hort „Neptuns Kinnings“ in Boltenhagen hat seine Kapazitätsgrenze erreicht. Bereits 2016 hatte das Deutsche Rote Kreuz (DRK) als Betreiber eine Erweiterung der Betriebserlaubnis von 121 auf 129 Plätze beantragt, inzwischen werden 160 Kinder betreut. Dazu müssen aber Räume der Grundschule mitgenutzt werden.

Da für die Umsetzung neuer Brandschutzvorschriften ohnehin ein Umbau des bestehenden Hortes notwendig wird, hat die Fraktion von SPD, Hanse und Die Linke im Bauausschuss der Gemeinde Boltenhagen jetzt den Antrag gestellt, einen neuen Hort zu bauen. Die Kosten wären mit etwa zwei Millionen Euro zwar deutlich höher, als die anvisierten Umbaukosten von etwa 460 000 Euro, es würde aber auch gleichzeitig eine Lösung für den Jugendclub im Keller des Hauses und für den Werkraum der Schule bieten, der sich im Hort befindet.

Anzeige

Der Antrag für einen Neubau wird mit verschiedenen Argumenten begründet: Ein Anbau an die Grundschule, um dort den Jugendclub und den Werkraum unterzubringen, ist nicht möglich, weil die Denkmalschutzbehörde so eine Maßnahme ablehnt. Bei einem Umbau des Hortes müsste der Jugendclub geschlossen werden und der Werkraum könnte nicht mehr genutzt werden. „Außerdem suchen wir nicht nur eine Lösung für den Jugendclub sondern auch eine Möglichkeit, die Senioren zur Freizeitgestaltung unterzubringen“, argumentierte Michael Steigmann (Die Linke). Dafür wäre nach einem Neubau im jetzigen Hort Platz.

Boltenhagens Bürgermeister Christian Schmiedeberg (CDU) gab zu bedenken: „Wir haben nur eine befristete Genehmigung bis zum Sommer 2019, dass Schulräume für den Hort mitgenutzt werden dürfen, sofern die Arbeiten am Hortgebäude beginnen.“ Gemeint ist der Umbau für etwa 460 000 Euro. Dafür sind Fördermittel zugesagt. 90 000 Euro soll es als Investitionszuschuss vom Landkreis geben, etwa 300 000 Euro nach der Richtlinie für die Förderung der integrierten ländlichen Räume (ILERL). Die Gemeinde müsste einen Eigenanteil von etwa 72 000 Euro aufbringen.

„Verlassen wir jetzt diesen Weg, wird der Hort im Sommer zu sein oder nur noch mit 60 Plätzen betrieben werden können“, mahnte Christian Schmiedeberg. Ein Raum für den Werkunterricht werde sich bestimmt noch finden. „Dafür könnte aus meiner Sicht der Sachkunderaum genutzt werden“, sagte Schmiedeberg. Für den Jugendclub und die Seniorenarbeit sei die Gemeinde jetzt dabei, Pläne für das alte Feuerwehrhaus am Dünenweg zu machen.

Für einen Neubau müsste zudem die Planung neu begonnen werden, in die die Gemeinde für den Umbau schon Geld investiert hat. „Außerdem müssten wir uns bei einem Neubau genau an vorgegebene Quadratmeterzahlen halten“, fügte der Bürgermeister hinzu. Das wären mit Haupt- und Nebennutzflächen 6,5 Quadratmeter pro Kind. Für einen Neubau müsste Boltenhagen daher mit Kosten von etwa 2 Millionen Euro rechnen. Davon könnten 65 Prozent über ILERL gefördert werden. Es bliebe ein Eigenanteil von etwa 730 000 Euro.

Neptuns Kinnings

Der Hort „Neptuns Kinnings“ befindet sich in Trägerschaft des Kreisverbandes Nordwestmecklenburg des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Montags bis freitags wird von 6.30 bis 7.45 Uhr im Frühhort sowie von 11 bis 17 Uhr offene Gruppenarbeit angeboten. Auch in den Ferien ist montags bis freitags von 6.30 bis 15.30 Uhr geöffnet.

In den Horträumen können die Kinder mit ausgebildeten Erziehern und Erzieherinnen spielen, basteln oder Hausaufgaben machen. Auch der benachbarte Sportplatz und der Spielplatz der Grundschule kann von den Kindern genutzt werden.

Aus Sicht der Fraktion SPD/Hanse/Linke ist der Bedarf an Betreuungsplätzen im Hort für Boltenhagen auch langfristig gegeben. Daher sollte ein Neubau als Möglichkeit in die mittel- oder langfristige Planung aufgenommen werden, sagte Michael Steigmann und betonte, dass es nicht darum gehe, die bisherige Planung über Bord zu werfen.

Bauausschussmitglied Wolfgang Kupsch (Fraktion Bolte/BfB) erinnerte: „Der Gedanke, an das Hortgebäude anzubauen und es so zu erweitern, ist gar nicht weiter verfolgt worden.“ Sowohl einen Neubau als auch einen Anbau hält auch das parteilose Bauausschussmitglied Kay Grollmisch für sinnvoll. „Was jetzt geplant wird, finde ich nicht gut, weil der Hort künftig über zwei Etagen verteilt wird. In den nächsten Jahren sollten wir einen Neubau in Erwägung ziehen. Das sollten uns die Kinder wert sein“, sagte er. Der Antrag von SPD, Hanse und Linke soll in der Gemeindevertretung auch mit Blick auf eine langfristige Planung noch einmal diskutiert werden.

Malte Behnk