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Nordwestmecklenburg Promi-Frühstück mit dem Revier-Chef
Lokales Nordwestmecklenburg Promi-Frühstück mit dem Revier-Chef
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17:16 05.02.2019
An jedem ersten Dienstagvormittag im Monat findet in der Dassower Familienbegegnungsstätte in der Lübecker Straße ein Frühstück mit lokalen „Promis“ statt. Im Februar kam der Chef des Polizeireviers Grevesmühlen, Heiko Petermann. Auf dem Bild mit Andrea Hinrichs, Kulturbeauftragte der Stadt Dassow. Quelle: Annett Meinke
Dassow

Da gab es am Montagvormittag in Dassow zunächst einen Lacher: Polizeihauptkommissar Heiko Petermann (46, Leiter des Polizeireviers mit Sitz in Grevesmühlen) kam zum gemeinsamen Frühstück mit interessierten Dassowern fast eine Viertelstunde zu spät. Noch heiterer wurde es, als Petermann seine Verspätung erklärte: „Da fuhr ein junger Mann hinter uns, ohne angegurtet zu sein. Er besaß dann noch die Frechheit, die Polizei so zu überholen. Da half alles nichts, dazu bin ich zu sehr Polizist. Ich musste ihn anhalten und verwarnen, samt Bußgeld.“

Gut besucht das „Prominentenfrühstück“ in der Dassower Familienbegegnungsstätte, an dem Tag, an dem Polizeihauptkommissar Petermann (Leiter des Reviers mit Sitz in Grevesmühlen) vorbeischaute. Quelle: Annett Meinke

23 Dassower waren zum „Promi-Frühstück“ – wie das Frühstück mit besonderen Gästen aus Nordwestmecklenburg scherzhaft von einigen genannt wird, – erschienen. Organisiert hatte es, wie an jedem ersten Dienstag im Monat, Andrea Hinrichs, Kulturbeauftragte der Stadt Dassow.

Nach einem Schluck Kaffee stellte sich der Hauptkommissar vor: Wismarer Jung, verheiratet, zwei Kinder. Vor der Wende Elektriker mit Abitur, nach der Wende Offizierslaufbahn bei der Polizei. Studium, Dienst bei der Bereitschaftspolizei, Einsätze im ganzen Land, „war eine wilde Zeit damals nach der Wende“, erinnerte sich Petermann. Dann ab in die Landeshauptstadt, nach Schwerin, dort stellvertretender Revierleiter, anschließend zweieinhalb Jahre Kriminalpolizei beim Landeskriminalamt „in Zivil“. Irgendwann kam das Angebot, das Revier in Grevesmühlen zu leiten.

„Wir sind für den Amtsbereich Grevesmühlen Stadt, Amt Grevesmühlen Land, Amt Klützer Winkel und den Amtsbereich Schönberger Land zuständig, im Grunde alles zwischen Lübeck und Wismar, oberhalb der Autobahn. 47 000 Einwohner, 700 Quadratkilometer Fläche, 51 Polizisten und mehr als zehn Kripo-Beamte in Zivil.“

Im Alten Rathaus in der Dassower Lübecker Straße befindet sich unter anderem die Familienbegegnungsstätte. Quelle: Annett Meinke

Reviere arbeiten zusammen

Ob das denn ausreichend Personal für eine solch große Fläche sei, wollte einer der Herren wissen. „Nein, noch nicht wirklich“, so Petermann ehrlich, „aber es wurde inzwischen schon wieder eingestellt. Die Ausbildung eines Polizisten dauert bis drei Jahre – und so wird es noch ein bisschen dauern, bis wir wieder gut aufgestellt sind.“ Aber, so Petermann, die Polizei arbeite auf den verschiedensten Ebenen zusammen. Im Falle eines Falles würden Zuständigkeiten keine Rolle spielen.

Malerisches, kleines Städtchen - Dassow. Hier der Dassower Kirchturm. Quelle: Annett Meinke

Die Sache mit dem ABV

Ein paar Dassower wünschten sich vom Revier-Chef aus Grevesmühlen den „ABV“ zurück – den Abschnittsbevollmächtigten, den es in der DDR einmal gab. Dass sein bundesdeutsches Pendant – der KOB, der Kontaktbereichsbeamte, ist, – und dass es zwei KOBs in Schönberg gibt, die Ansprechpartner auch für die Dassower sind (Polizeioberkommissar Thomas Schindler und Polizeihauptkommissarin Nancy Hädicke), war den meisten Anwesenden komplett neu. „Sie können auch, wenn ein Problem besteht, jederzeit in Grevesmühlen die Telefonnummer 0 3 881 / 72 00 wählen, da erreichen Sie immer einen Diensthabenden.“

Wissen wollten die Dassower auch, wie sich verhalten sollen, wenn sie Zeuge einer Straftat werden. Heiko Petermann riet, die Lage abzuschätzen. „Es gibt heute die Möglichkeit, mit den Handys Fotos zu machen. Oder sich einfach nur merken, wie jemand aussieht und eine Zeugenaussage machen.“

Dass überall Hansa-Sticker kleben, stört viele Dassower. Quelle: Annett Meinke

Einige Dassower erzählten, dass sie sich von lauten Jugendlichen vor dem Norma-Markt gestört fühlen, wieder andere bemängelten die illegale Müllentsorgung oder die Hansa-Aufkleber überall in der Stadt. Das Aufkleben von Hansa-Stickern, erklärte Polizeihauptkommissar Petermann den Anwesenden ist eine Ordnungswidrigkeit, die mit empfindlichen Bußgeldern belegt werden kann. „Wenn wir davon wissen“, so Petermann. Er plädierte für eine gute Zusammenarbeit zwischen Bevölkerung und Polizei.

Annett Meinke

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