Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Nordwestmecklenburg Radler statt Eisenbahn auf der Strecke nach Klütz?
Lokales Nordwestmecklenburg Radler statt Eisenbahn auf der Strecke nach Klütz?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 07.01.2011
Bild der Vergangenheit: Dampflok der Ostseeeisenbahn im Juli 2001 auf der Strecke zwischen Grevesmühlen und Klütz. Quelle: Techentien
Nordwestmecklenburg

Mit dabei ist Bürgermeister Fred Knuth (parteilos), über das Areal seiner Gemeinde Damshagen verläuft ein Großteil der Strecke: „Ich sehe keine Chance, dass die Bahn jemals wieder fährt“, sagt er. Und da die Gleise ohnehin schon abmontiert seien, müsste nur noch Asphalt über die Schotterschicht und fertig wäre der Radweg. „Das fährt sich super“, versichert der Bürgermeister, der ein solches Fahrvergnügen in der schwedischen Partnergemeinde des Amtes Klützer Winkel kennen und schätzen gelernt hat. Deshalb sei er jetzt auch hier auf den Zug aufgesprungen, die ehemalige Trasse für Pedalritter herzurichten.

Verständnis für die Eisenbahnfreunde hat Fred Knuth aber auch. „Vielleicht lässt sich ein kleines Museum integrieren in Form eines Miniaturenparks, in dem Bahnhof und Strecke in ihren Hochzeiten zu sehen sind“, schlägt der Bürgermeister vor. Er sieht in einem Radweg in unberührter Natur vor allem eine Attraktion für Touristen.

Den Vorwurf der Kritiker, dass gerade ein neuer Radweg zwischen Klütz und Grevesmühlen entstehe und ein weiterer in nur zwei Kilometer Entfernung unnötig sei, lässt der Bürgermeister nicht gelten: „Der Radweg, der direkt an der Landstraße gebaut wird, ist wichtig für die Einheimischen, für die Schüler und Leute, die Besorgungen mit dem Rad erledigen müssen. Der andere Radweg würde den gesamten Klützer Winkel aufwerten“, so Knuth.

Er zählt auf: In Gostorf könnte die Gaststätte wiederbelebt werden. Von Moor aus könnten die Pedalritter einen Abstecher zum Steinzeitdorf Kussow machen, von Hof Gutow aus zum Natur- und Heimatverein und zu den Mecklenburger Handwerksstätten. Auch das Gutshaus Stellshagen, die Algenwerkstatt Damshagen und das Gutshaus Parin seien schnell zu erreichen. „Für Damshagen wäre dieser Radweg ein Glückstreffer“, ist sich Knuth sicher. In den kommenden Wochen sollen deshalb weitere Gespräche geführt werden.

Die Bahnfans beteiligen sich daran nicht: Der Verein Klützer Eisenbahn, dem die Strecke gehört, will sich weiter für die Reaktivierung der Bahnstrecke einsetzen. Wie der Vereinsvorsitzende Christoph Pechmann informiert, seien noch ein paar Sachen geplant. „Wenn die scheitern, können sich andere Gedanken machen“, ergänzt er. Um den Weg für Radfahrer frei zu machen, müsste die Bahnstrecke entwidmet werden und dabei werde der Verein nicht mitmachen.

Marie-Anne Schlaberg von der Regionalgruppe Wismar des Allgemeinen deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) begrüßt das Vorhaben: „Radwege auf alten Bahntrassen sind vor allem für Familien mit Kindern attraktiv, weil sie stark befahrene Straßen umgehen. Außerdem haben sie kaum Anstiege, so dass das Fahrvergnügen nicht durch steile Anstiege getrübt wird“, erklärt sie. Darüber hinaus seien die Wege meistens asphaltiert und in aller Regel mindestens 2,5 Meter breit. Sicherheit und Komfort seien auf Bahntrassen-Radwegen also garantiert.

Auch landschaftlich könnten die Trassen überzeugen, da sie sich meist durch unberührte Landschaften schlängeln. Vielfach hätten Bürgerinitiativen dafür gesorgt, dass aus vergessenen Gleisen belebte Radwege werden konnten. Und in vielen Bundesländern gebe es Bestrebungen, aus den ungenutzten Bahnstrecken Radwege zu machen. Auch für die Strecke von Blankenburg über Warin nach Neukloster gebe es bereits Planungen. „Dort soll es einen Anschluss an die Bundesstraße 105 geben in Richtung Wismar“, berichtet Marie-Anne Schlaberg.

Kerstin Schröder

Grevesmühlen/Wismar – Die Polizei hatte gestern alle Hände voll zu tun. Die überfrierende Nässe hatte stellenweise für spiegelglatte Fahrbahnen gesorgt. Allein zwischen 5 und 8 Uhr mussten die Beamten zu 28 Glätteunfällen im Bereich der Polizeidirektion Schwerin ausrücken.

07.01.2011

Herrnburg – Rund 1500 Euro muss der Verein „Sport und Freizeit Herrnburg“ (SFH) ab 1. Februar 2012 Monat für Monat für die Räume zahlen, die er im Obergeschoss des Herrnburger Einkaufszentrums gemietet hat. „Bei dieser Summe rechnet es sich, etwas selbst zu bauen“, sagt die Vorsitzende Sabine Bretzing.

07.01.2011

Grevesmühlen - Seit einem halben Jahr hat Grevesmühlen einen wellcome-Standort. Eine erste Bilanz fiel ernüchternd aus: Erst zwei Familien haben die Unterstützung angenommen.

07.01.2011