Rehna: Bastler baut sich eigenes Räumfahrzeug und bietet Winterdienst an
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Nordwestmecklenburg Der Schnee kann kommen: Bastler aus Rehna baut sich sein eigenes Räumfahrzeug
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Rehna: Bastler baut sich eigenes Räumfahrzeug und bietet Winterdienst an

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09:30 22.01.2021
In mühevoller Kleinarbeit hat Daniel Hennecke einen für den Winterdienst tauglichen Traktor gefertigt, Sohn Jonas fährt natürlich mit.
In mühevoller Kleinarbeit hat Daniel Hennecke einen für den Winterdienst tauglichen Traktor gefertigt, Sohn Jonas fährt natürlich mit. Quelle: Maik Freitag
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Rehna

Der Schnee kann kommen. Zumindest, wenn es nach dem Rehnaer Daniel Hennecke geht. Der 37-Jährige hat in mühevoller Kleinarbeit einen lediglich noch fahrbereitem Kleintraktor ein neues Aussehen gegeben und ihm erfolgreich der Technischen Überprüfung (TÜV) vorgestellt. Damit will er künftig den Schnee in Kirch Grambow räumen.

Traktor stammt von der Wohnungsgesellschaft

„Den kleinen Traktor mit vielen Anbauteilen habe ich schon im Mai von einer Wohnungsgesellschaft gekauft. Allerdings war der so abgefahren, dass ich ihn komplett restaurieren musste“, erklärte er. Der Rehnaer bietet seit einem Jahr einen selbstständigen Hausmeisterservice an und will nun mit seiner neuen Maschine ein weiteres Standbein schaffen.

„In Corona-Zeiten ist natürlich vieles schwieriger, aber alleine im Traktor sitzend Schnee schieben, sollte möglich sein“, sagt er. Doch bevor es so weit war, musste der gesamte Traktor zerlegt und wieder zusammengesetzt werden.

Winterdienst – das sind die Regeln

Für den Winterdienst sind die jeweiligen Träger der Straßen zuständig, das bedeutet für die Kreisstraßen ist die Kreisstraßenmeisterei verantwortlich, die Landesstraßen sind Sache der Landesstraßenmeisterei,. In den Dörfern und Städten hingegen sind die Kommunen selbst verantwortlich, und weil nur die größeren Städte über Bauhöfe mit entsprechende Technik verfügen, kommen Subunternehmen zum Einsatz, die vor dem Winter vertraglich ihre (kostenpflichtige) Unterstützung zusagen. Für die Gehwege sind in der Regel die Hauseigentümer verantwortlich, sie müssen Schnee und Eis beräumen vor ihren Gebäuden.

Entrosten, schweißen und lackieren

Blechteile mussten entrostet, zum Teil geschweißt und neu lackiert werden. Die Glasscheiben wurden entfernt, das Gummi neu eingepasst und die Räder und Reifen erneuert. Die Fronthydraulik musste erneuert werden, um einen einwandfreien Betrieb zu gewährleisten. Einen ganzen Monat saß der 37-Jährige Abend für Abend in der Garage, investierte nochmal einen deutlich vierstelligen Betrag, wie er sagt.

Doch der Lohn folgte. Denn die verwaltende Wohnungsgesellschaft in Kirch Grambow engagierte den Tüftler für den Winterdienst. Jetzt hofft der Rehnaer, dass auch in Richtung Grevesmühlen andere seine Dienste benötigen könnten.

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Schiebeschild lässt sich an- und abmontieren

Das heißt allerdings bei Schneefall auch schon mal morgen um 4 Uhr mit 40 km/h die sieben Kilometer bis zum kleinen Dorf unter die Räder zu nehmen, um dann zu arbeiten. Zuvor muss das 1,20 Meter breite Schiebeschild montiert und das Kies-Salz-Gemisch zum Streuen geladen werden. Vielleicht bekomme ich dort noch eine Garage, dann bleibt der Traktor dort. Aber solange werde ich immer von Rehna nach Kirch Grambow fahren“, sagt Daniel Hennecke.

Bei der Holzernte kommt er auch zum Einsatz

Auch, wenn kein Schneefall mehr zu erwarten ist, hat der Rehnaer schon eine Idee, wie er den 26 Jahre alten Traktor nutzen kann. „Wir müssen oft Holz schreddern. Mit den vorhandenen Aufsätzen kann ich jetzt viel dickere Bäume und Äste schreddern. Der Traktor wird also auch in der übrigen Jahreszeit gut ausgenutzt sein“, erklärt er. Der Einsatz hat sich also gelohnt“, sagt der Rehnaer.

Von Maik Freitag