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Nordwestmecklenburg Rohkostöle wirken auf den Körper
Lokales Nordwestmecklenburg Rohkostöle wirken auf den Körper
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15:59 04.01.2019
Moritz Ahlhorn vom Biohof Hoher Schönberg in Hohen Schönberg springt auch mal ein, wenn Flaschen für den Versand verpackt werden müssen. Quelle: MALTE BEHNK
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Hohen Schönberg

Das neue Jahr ist noch jung und die Vorsätze für den Jahreswechsel vielleicht noch nicht ganz verhallt. Viele haben sich vorgenommen, etwas für die Gesundheit zu tun und sich besser zu ernähren. Jörg Altmann vom Biohof Hoher Schönberg in Hohen Schönberg ist der Meinung, beides geht gleichzeitig. Seit Jahren schwört er auf den Genuss von hochwertigen Pflanzenölen, die auf dem Hof inzwischen aus den Saaten von mehr als 20 Pflanzen gepresst werden.

Jörg Altmann vom Biohof Hoher Schönberg in Hohen Schönberg verpackt bestellte Flaschen mit Rohkost-Ölen Quelle: GVM

„Ich bin selber kein Gesundheitspapst und schlage hier und da auch mal über die Stränge“, sagt Jörg Altmann. Aber er habe über die Jahre festgestellt, dass verschiedene Öle sich bei unterschiedlichen Beschwerden positiv auswirken. So gibt es Öle, die speziell in der kalten Jahreszeit wie Schwarzkümmelöl gegen Erkältungen immunisieren oder wie Senföl direkt gegen Husten und Schnupfen wirken.

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„Wichtig ist dabei zu wissen, dass wir Öle zu uns nehmen sollten, die zu uns passen“, sagt Altmann, der 1999 eine Ausbildung zum Öko-Landwirt gemacht hat. „Wir leben im Norden und brauchen Öle mit nordischem Fettsäuremuster“, sagt er. Das Fettsäuremuster stehe unter anderem für das Verhältnis von Omega3- und Omega6-Fettsäuren. „Öle aus Leinsamen, Leindotter, Haselnuss, Walnuss, Senf, Hanf und Chiasamen sind nordisch und wirken positiv auf und Menschen im Norden. Olivenöl ist hingegen fast nutzlos“, sagt Altmann. An einem simplen Beispiel zeigt er die Unterschiede von nordischen Ölen und denen aus dem Süden. So verkauft er im Hofladen auch Olivenöl, das aber bei einstelligen Temperaturen dicklich wird. „Leinöl bleibt flüssig, das kann Kälte vertragen.“

Etwa 20 Sorten Rohkostöle werden auf dem Biohof Hoher Schönberg in Hohen Schönberg aus unterschiedlichen Saaten gepresst: v.l. Mandeln, Walnüsse, Leinsamen und Leindotter Quelle: MALTE BEHNK

Für die Zeit nach dem vielen und vielleicht auch fettigen Essen der Festtage hat Jörg Altmann einen Tipp. „Jetzt im Winter ist der Stoffwechsel auf einem niedrigen Punkt und man hat wenig Hunger. Wir raten zu leichtem Essen mit viel Gemüse. Beim Zubereiten stimmt man dann das Öl aufs Gemüse ab“, sagt Altmann. Aus seiner Erfahrung bietet sich zum Beispiel Mohnöl zum Braten, Kochen und auch Backen an. „Es hat einen interessanten Geschmack und kräftigt den Körper von innen.“ Aber auch Öle aus Sonnenblumen, Sesam, Kürbis und Haselnuss eigenen sich gut zum Braten. Andere Öle sollten kalt, zum Beispiel im Salat genutzt werden.

Das Etikett zeigt, wann das Öl bei welcher Temperatur gepresst wurde und wie lange es haltbar ist. Quelle: MALTE BEHNK

„Grundsätzlich sollten Öle nur einmal erhitzt werden. Deswegen stellen wir Rohkostöle her, die unter 30 Gard Celsius gepresst werden“, sagt Altmann. „Dafür haben wir vier Ölmühlen selber entwickelt, bei denen wir die Temperatur genau steuern können“, so Altmann. Dadurch würden auch die Wirkstoffe besser erhalten, die die jeweilige Pflanze bietet.

Spätestens nach dem Zweiten Weltkrieg und der folgenden Zentralisierung in Städten, sei die Zahl der kleinen Ölmühlen, in denen immer nur nach Bedarf produziert wurde, dramatisch zurückgegangen. „Die großen industriellen Betriebe konnten dann die Qualität nicht mehr herstellen, was die Frische und den sanften Produktionsprozess angeht“, erklärt Altmann, wie viel Wissen über die gesundheitliche Wirkung von Pflanzenölen in Vergessenheit geriet.

Die Ölmühlen vom Biohof Hoher Schönberg in Hohen Schönberg sind selber gebaut. Mit der eigenen Konstruktion kann die Temperatur des Pressvorgangs genau gesteuert werden. Quelle: MALTE BEHNK

In einem Buch über seinen Hof, das Jörg Altmann mit Moritz Ahlhorn und Maj Lindeskog – beide arbeiten auch auf dem Biohof – geschrieben hat, sind viele Wirkungsweisen der unterschiedlichen Öle aufgelistet. Außerdem beraten die drei ihre Kunden auch gerne im Hofladen in Hohen Schönberg. Dort lernen viele Urlauber die Rohkostöle kennen, die sie später nach Haus bestellen. Daher ist das Team auf dem Biohof das ganze Jahr über mit der Produktion und dem Versand der Öle beschäftigt.

Gesund mit Pflanzenölen

Rohkost-Öle werden bei einer Temperatur von unter 40 Grad Celsius gepresst. Für unterschiedliche Saaten hat das Team vom Hof Hoher Schönberg die idealen Temperaturen ermittelt. Sie werden auf den Ölflaschen, ebenso wie das Datum der Herstellung angegeben. Unterschiedliche Öle haben unterschiedliche Wirkungszeiträume, in denen sie sich positiv auf die Gesundheit auswirken.

Leinöl sollte am zügigsten, innerhalb von zwei bis acht Wochen verbraucht und im Kühlschrank gelagert werden. Chia-, Leindotter- oder Hanföl können drei Monate gelagert werden. Schwarzkümmelöl ist relativ unempfindlich und kann neun Monate, Traubenkernöl sogar zwölf Monate gelagert werden.

Die gesundheitlichen Wirkungen haben Jörg Altmann und seine Kollegen in einem Buch aufgelistet, das im Hofladen verkauft wird.

Malte Behnk

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