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Nordwestmecklenburg Rüttelstreifen sollen Unfälle auf der A 20 verhindern
Lokales Nordwestmecklenburg Rüttelstreifen sollen Unfälle auf der A 20 verhindern
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20:10 03.11.2016
Grevesmühlen

Mehr als drei Promille Atemalkohol hatte der Lkw-Fahrer, der am Montagmorgen gegen 8.30 Uhr seinen 30-Tonner in den Straßengraben der A 20 bei Lüdersdorf setzte. Der Fahrer hatte zuvor in Upahl Tetrapaks mit Milch geladen, niemand hatte dort bemerkt, dass der Fahrer betrunken war. Der Mann, so beschreiben es Zeugen, habe einen normalen Eindruck gemacht. Doch 30 Kilometer weiter versagten seine Kräfte, der Sattelauflieger landete im Graben. Die Autobahn war zwölf Stunden gesperrt, die Ladung musste per Hand geborgen werden, zwei Kräne richteten die Zugmaschine und den Auflieger wieder auf. Am späten Nachmittag rollte der Verkehr wieder auf der A 20 in Richtung Lübeck.

Alltag für die Autobahnpolizei, denn immer wieder knallt es auf dem Abschnitt zwischen Grevesmühlen und der Landesgrenze. Allein 132 Unfälle gab es seit Jahresbeginn in diesem Bereich, in 22 Fällen waren Lastwagen beteiligt. Und trotz der Zahlen: Es sind weniger Unfälle als in den Vorjahren, heißt es von den Feuerwehren entlang der A 20.

Aber: „Es stimmt, dass zwischen den Abfahrten Grevesmühlen und Schönberg eine gewisse Unfallhäufigkeit auftritt“, sagt Michael Harnack von der Autobahnpolizei. „Der Unfall vom Montag allerdings ist eine Ausnahme, Fahrer mit diesem Promillewert sind sehr selten.“ Und trotzdem haben Polizei und Rettungskräfte im Westen Nordwestmecklenburgs besonders viel zu tun. „In Richtung Schönberg sind auf diesem Abschnitt vor allem Pkw-Unfälle an der Tagesordnung, in Richtung Grevesmühlen sind die Lastwagen-Unfälle ein Problem. Laster mit Fleisch und Milch sind dort mehrfach verunglückt.“ Über die Gründe darüber können die Experten nur spekulieren. Tatsache ist, dass sich die Unfallkommission, die sich aus Vertretern der Polizei, des Landkreises und diverser Behörden zusammensetzt, seit Jahren mit dem Thema beschäftigt. „Jeder Unfall wird nach einem bestimmten Schema durch die Kollegen aufgenommen, diese Daten fließen dann in die Statistik ein. Bei einer gewissen Häufigkeit geht es dann darum, Maßnahmen zu ergreifen“, erklärt Michael Harnack. „Das ist zum Beispiel an der Abfahrt Schönberg passiert: Es kam dort immer wieder zu Unfällen, weil Autofahrer auf die linke Spur wechselten, um auffahrende Autos nicht zu behindern. Es wurde dort eine durchgezogene Linie angebracht. Das hat Wirkung gezeigt.“ Zudem wurden Rüttelstreifen an den Begrenzungen zum Standstreifen aufgeklebt.

Die Rüttelstreifen wurden auch deshalb angebracht, weil jeder zweite Unfall sich in der Nacht ereignet hat. Die genauen Unfallursachen sind trotz der Experten von Polizei, Tüv, Dekra und Versicherungen meist nur schwer auszumachen. „Ob ein Fahrer übermüdet war, oder einfach nur abgelenkt, lässt sich hinterher nicht mehr klären“, betont Michael Harnack. „Ziel ist es, die Straßen sicherer zu machen.“

Michael Prochnow

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