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Nordwestmecklenburg Schönberg: Ein Hotel im Dornröschenschlaf
Lokales Nordwestmecklenburg Schönberg: Ein Hotel im Dornröschenschlaf
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07:53 16.11.2019
Das Äußere lässt es ahnen: Einen Hotel- und Gaststättenbetrieb gibt es im „Stadt Lübeck“ in Schönberg seit Längeren nicht mehr. Quelle: Jürgen Lenz
Schönberg

Es ist eines der markantesten und geschichtsträchtigsten Gebäude in Schönberg: das frühere Hotel „Stadt Lübeck“. Seine Geschichte geht zurück bis 1699. In dem Jahr überließ Friedrich Wilhelm von Mecklenburg dem Landreiter Cord Boddien die Erlaubnis, an der Lübecker Straße in Schönberg eine Schankwirtschaft zu betreiben. Später war die Gastwirtschaft unter dem Namen „Zum Goldenen Hirsch“ bekannt. Nach 1863 wurde sie „Köstersche Gastwirtschaft“ genannt - bis sie in den Besitz von Ernst Rüssau überging. Er baute die Gaststätte zum Hotel „Stadt Lübeck“ mit Saal aus und eröffnete vor dem Haus in den 1920er-Jahren eine kleine Tankstelle.

Der Gaststätten- und Hotelbetrieb wurde zur DDR-Zeit weitergeführt. Im Saal eröffnete eine Verkaufsstelle für Möbel. 1991 kaufte ein Ratzeburger Geschäftsmann das Haus. Er eröffnete im Saal die „Oberteichpassage“ mit kleinen Geschäften. Die Läden schlossen bald wieder. Die Ursache: zu wenige Kunden. 2001 endete der Hotel- und Gaststättenbetrieb. Danach stand die Immobilie einige Jahre leer. Ein Hamburger kaufte sie 2004. Er eröffnete eine „Freie Akademie Schönberg“ für Kunstaktionen. Es blieb eine kurze Episode in der Geschichte des Hauses. Die Vorderfront des Hauptgebäudes ist heute zugewachsen. So ähnelt ein wenig einem Dornröschenschloss.

Eine historische Ansichtskarte zeigt links das Hotel "Stadt Lübeck" mit Saal. Quelle: Jürgen Lenz

Das Hotel „Stadt Lübeck“ war in Schönberg eines von zahlreichen Häusern der Gastlichkeit. Ein Verzeichnis der Gewerbetreibenden um 1900 führt 17 Gastwirte und Kaffeestuben in der Stadt auf, darunter Spehrs Hotel am Markt (die heutige Pension Paetau), Boyes Gesellschaftshaus (das spätere G-Haus) in der August-Bebel-Straße, das Gasthaus Stadt Hamburg (später Klub der Volkssolidarität), Wieschendorfs Hotel an der Ecke Markt/Fritz-Reuter-Straße, die Bahnhofsgaststätte und das Schützenhaus.

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Von Jürgen Lenz

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