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Nordwestmecklenburg Schönberg: Gedenkveranstaltung ohne Politiker der Stadt
Lokales Nordwestmecklenburg Schönberg: Gedenkveranstaltung ohne Politiker der Stadt
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13:36 22.10.2019
In einer Fensternische der Kirche in Schönberg steht ein Denkmal, das an die Opfer des Ersten Weltkrieges erinnert. Quelle: Jürgen Lenz
Schönberg

Am Volkstrauertag, dem 17. November, wird der Kriegstoten und Opfer der Gewaltherrschaft gedacht. Initiiert hat ihn 1919 der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, der jetzt an die Stadt Schönberg herangetreten ist. Die Organisation plant für den 17. November eine Veranstaltung in Schönberg, bei der die Namen der Gefallenen des Ersten Weltkriegs nah der Kirche auf einer Tafel verewigt werden sollen.

„Das Projekt wurde einmal vorgestellt und mein Vorgänger Lutz Götze und Museumsleiter Olaf Both hatten der Veranstaltung wohl zugesagt“, schilderte Schönbergs Bürgermeister Stephan Korn (Kommunale Wählergemeinschaft) jetzt in der Stadtvertretung. „Ich weiß jetzt aber nicht, wie ich diese Veranstaltung finanziell und personell umsetzen soll“, sagte Korn zum Beginn der Diskussion über das Thema.

Die Schreiben des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, die den Sitzungsunterlagen beigefügt waren, sind mit Daten aus Januar, März und September 2019 versehen. Dazu sagte Stadtvertreter Marian Stickel (CDU): „Ich habe ein Problem damit, dass hier am 17. Oktober etwas auf den Tisch kommt, das am 17. November stattfinden soll.“ Völlig unvorbereitet könne man nicht vernünftig entscheiden. „Wenn das Gymnasium schon seit 2018 im Projekt etwas gemacht hat, ist das sicher schon länger bekannt“, sagte Stickel. Dennoch würde er das vom Volksbund vorgestellte Programm ungern komplett absagen. „Ich würde gerne wissen, wie viel Arbeit die Schüler schon da reingesteckt haben, bevor wir etwas ablehnen“, ergänzte Marian Stickel.

Gedenken der Stadt traditionell am Totensonntag

Stadtvertreter Michael Heinze (Die Linke) merkte an, dass es in Schönberg nur selten Veranstaltungen zum Volkstrauertag gegeben habe. Traditionell werde in der Stadt am Totensonntag, also eine Woche später, der Verstorbenen und der Kriegsopfer gedacht.

In der Diskussion ging es dann um mehrere Punkte im Schreiben der Kriegsgräberfürsorge. So waren sich die Stadtvertreter einig, dass das vorgesehene Benefizkonzert mit dem Landespolizeiorchester in der Palmberg-Halle stattfinden kann. Den Veranstaltungsablauf, wie ihn die Kriegsgräberfürsorge für den 17. November vorgeschlagen hat, will die Stadt so aber nicht mittragen. „Wo im Programm die Beteiligung des Bürgermeisters vorgesehen ist, können auch Vertreter der Organisation etwas sagen“, schlug Kati Eggert (KWG) vor. Auch für eine Veranstaltung auf dem Kirchplatz sahen die Stadtvertreter keine Möglichkeit.

Schüler dürfen Projekt den Stadtvertretern vorstellen

Den Schülern des Ernst-Barlach-Gymnasiums wollen die Politiker dennoch Gelegenheit geben, ihre Arbeit des vergangenen Jahres zu präsentieren. Die Stadtvertreter beschlossen, die Gymnasiasten zur nächsten Stadtvertretersitzung einzuladen, damit sie ihr Projekt erklären. Das nächste öffentliche Treffen der Schönberger Kommunalpolitiker beginnt am Dienstag, dem 29. Oktober, um 19.30 Uhr im Foyer der Palmberghalle.

Wie berichtet, standen Ende vorigen Jahres in Schönberg ein Benefizkonzert des Landespolizeiorchesters und ein Projekt des Gymnasiums unter dem Zeichen des Jubiläums „100 Jahre Ende des Ersten Weltkriegs“. Schüler beschäftigen sich mit einem namentlichen Gedenken an 220 Männer aus Schönberg und umliegenden Dörfern, die im Ersten Weltkrieg starben. Die Gymnasiasten forschten im Rahmen des Wahlpflichtunterrichts Regionalgeschichte auch in der Kirche in Schönberg, wo Gedenktafeln mit den Namen der 220 Opfer lagern.

Zum diesjährigen Volkstrauertag wird der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge das nach dem Ersten Weltkrieg herausgebrachte Buch „Die nicht wiederkehrten“ neu auflegen und zum Volkstrauertag im November herausgeben. Das kündigte das Vorstandsmitglied Reinhard Wegener an. Nach seiner Auskunft wird das Buch um einen Bericht über das Projekt der Schüler ergänzt. Vorgesehen sind auch Beiträge des Museums in Schönberg und des Volksbunds.

Von Malte Behnk und Jürgen Lenz

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