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Nordwestmecklenburg Schönberg: Wo in den Ortsteilen der Schuh drückt
Lokales Nordwestmecklenburg Schönberg: Wo in den Ortsteilen der Schuh drückt
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11:45 15.11.2019
Der Löschteich im Schönberger Ortsteil Sabow ist teilweise zugewachsen. Quelle: Jürgen Lenz
Schönberg

Wo drückt der Schuh in den Dörfern, die zur Stadt Schönberg gehören? Mitglieder des neu gewählten Ortsbeirates haben in ihrer ersten Sitzung den ebenfalls in diesem Jahr neu gewählten Bürgermeister Stephan Korn (Kommunale Wählergemeinschaft) über Mängel und Missstände informiert.

Jens-Uwe Damrau aus Sabow berichtete, dass der Löschteich am Ortseingang des Dorfes teilweise zugewachsen ist. Probleme würden auch Pflanzen bereiten, die neben dem Teil der Zufahrtsstraße wuchern, der wegen Kurven ohnehin unübersichtlich ist.

Lastwagenfahrer landen in Sackgasse

Die Übersicht fehlt offenbar auch Lastwagenfahrern, die auf der Suche nach dem Schönberger Gewerbegebiet Sabower Höhe nach Sabow kurven. Das kommt nach Jens-Uwe Damraus Auskunft immer wieder vor. In dem Dorf landen die Brummifahrer in einer Sackgasse. Darauf weist am Anfang der Zufahrtsstraße nur ein ungewöhnlich kleines Verkehrsschildchen hin. Anregung aus Sabow: für einen deutlicheren, größeren Hinweis sorgen.

Vor der Zufahrt nach Sabow weist nur ein Schildchen auf die Sackgassenlage des Dorfes hin. Quelle: Jürgen Lenz

Ulf-Peter Jonas aus Retelsdorf sagte über Mängel in seinem Ort: „Das sind einfache Sachen, die abgearbeitet werden müssen.“ Die Straßenlampe an der Bushaltestelle leuchte nur halb so hell wie die anderen – „ausgerechnet da, wo die Kinder stehen.“ Vor einem Haus seien Straßenlöcher. Ein weiteres Problem in Retelsdorf: Bei Sturm brechen an den Linden neben der Dorfstraße Äste ab. Nach Auskunft des Bürgermeisters soll bald Abhilfe geschaffen werden. Gefährdete Äste werden entfernt.

Hoffnung auf neue Dorfstraße

Dierk Flor aus Kleinfeld sagte: „Wenn wir eine ordentliche Dorfstraße bekommen, bin ich zufrieden.“ Wie berichtet, wird die teilweise marode Straße in Kleinfeld ausgebaut. Die Arbeiten sollen bald beginnen. Stephan Korn lud Dierk Flor ein, sich gemeinsam im Amt Schönberger Land über Start und Ablauf der Bauarbeiten zu informieren.

Für Malzow schlug Korn vor, für eine separate Beleuchtung der Bushaltestelle zu sorgen. Begründung des Bürgermeisters: „Damit die Kinder gesehen werden und sich wohlfühlen.“

Im Ortsbeirat von Schönberg beraten Burkhard Nüsch, Jens Uwe Damrau, Dierk Flor (linke Seite, v. l.) und Ulf-Peter Jonas (rechte Seite). Zuhörer: Ortsvorsteher Egbert Lippold (hinten links) aus Lockwisch neben Bürgermeister Stephan Korn. Quelle: Jürgen Lenz

Das Malzower Ortsbeiratsmitglied Burkhard Nüsch schlug vor, an der Zufahrtsstraße eine Ausweichstelle für Busse zu schaffen und einen Weg zu einigen Häusern zu bauen, die am Rand des Dorfes liegen. Stephan Korn sagte, zuerst müsse geprüft werden, ob der bisher unbefestigte Weg öffentlich oder privat ist.

Korn nahm die Anregungen auf. Mängel und Missstände in Klein Bünsdorf, Groß Bünsdorf und Rupensdorf kamen beim ersten Treffen des neuen Ortsbeirates nicht zur Sprache. Joachim Mozar, Vertreter für Klein und Groß Bünsdorf, nahm wegen eines anderen Termins nicht an der Sitzung teil. Er hatte zuvor erklärt, dass er bereit sei, sich erneut zum Vorsitzenden des Gremiums wählen zu lassen. Die vier versammelten Mitglieder stimmten für ihn. Als stellvertretenden Vorsitzenden wählten sie Jens-Uwe Damrau.

Rupensdorf ist im neuen Ortsbeirat nicht vertreten

Rupensdorf ist im neuen Ortsbeirat nicht vertreten. Stephan Korn bedauerte in der ersten Sitzung: „Dort hat sich niemand gefunden.“

Der Bürgermeister sagte: „Ich würde mir wünschen, dass die Ortsteilvertretung öfter zusammenkommt, als das in der Vergangenheit der Fall war.“ Die Mitglieder einigten sich auf zwei Treffen im Jahr: am ersten Mittwoch im Mai und am ersten Mittwoch im September.

Bürgermeister schlägt Dorffonds vor

Korn schlug dem Ortsbeirat vor, einen Dorffonds einzurichten. Die Stadt solle jedem Ort einen bestimmten Betrag pro Einwohner zur Verfügung stellen – für gemeinsame Aktivitäten zum Beispiel. Der Bürgermeister erläuterte: „Der Gedanke ist, dass das Dorf selbst handeln kann.“ Er glaube, dass die Ortsteile wieder aktiver werden könnten. Wichtig sei, den Zusammenhalt zu stärken. Korn sagte, er könne nicht versprechen, dass die Stadt eine bestimmte Pauschale pro Einwohner bereitstellt. Der Bürgermeister erklärte: „Ich muss mit diesem Gedanken in die Stadtvertretung gehen.“ Versuchen solle man es.

Die Anfang des Jahres von Schönberg eingemeindeten Orte Hof Lockwisch, Dorf Lockwisch und Petersberg sind nicht in dem Beirat vertreten. Sie werden vom Ortsvorsteher Egbert Lippold repräsentiert. Er besitzt mehr Rechte als ein Mitglied des Ortsbeirats. Der Ortsvorsteher darf an öffentlichen und nichtöffentlichen Sitzungen der Stadtvertreter teilnehmen – allerdings nicht mit abstimmen. Ein besonderes Mitspracherecht hat er laut Fusionsvertrag bei Entscheidungen über Investitionen: „Die Stadt Schönberg wird in Abstimmung mit dem Ortsvorsteher und im Rahmen der vorhandenen finanziellen Möglichkeiten die Infrastruktur in der aufgelösten Gemeinde Lockwisch, sofern erforderlich, zweckmäßig weiterentwickeln.“ Über die Ausstattung der Lockwischer Feuerwehr soll die Wehrführung laut Fusionsvertrag immer in Abstimmung mit dem Ortsvorsteher entscheiden.

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Von Jürgen Lenz

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