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Nordwestmecklenburg Schönberger Ansichten aus drei Jahrhunderten
Lokales Nordwestmecklenburg Schönberger Ansichten aus drei Jahrhunderten
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08:36 29.07.2019
Museumsleiter Olaf Both hält ein Bild von Hermann Knoth in den Händen, das die Wasserstraße in Schönberg im Jahr 1991 zeigt. Links im Hintergrund: ein Gemälde von Ursula Sterly-Aniszewski. Quelle: Jürgen Lenz
Schönberg

Ein schöner Ort, eingebettet in eine liebliche Landschaft: So zeigen Maler seit über 100 Jahren die Stadt Schönberg. Einsichten in diese Ansichten gewährt eine besondere Ausstellung im Volkskundemuseum am Markt. Sie trägt den Titel „Schönberger Ansichten Teil 1: Malerei und Grafik“. Es ist eine Sonderausstellung zum Jubiläum „800 Jahre Schönberg“.

Wer waren die Maler der Stadt? Welche Motive bevorzugten sie? Auch auf diese Fragen gibt die Sonderausstellung eine Antwort. Offen muss allerdings bleiben, wer eine Bleistiftzeichnung angefertigt hat, die eine besondere Bedeutung für Schönberg hat. Museumsleiter Olaf Both erläutert: „Es ist die älteste bekannte Stadtansicht.“ So viel ist gesichert: Ein Schüler hat sie irgendwann zwischen 1800 und 1840 gezeichnet – wer und wann genau, weiß heute niemand. Die Zeichnung zeigt eine Ansicht mit Kirche und Straße. Was auffällt: Zwischen beiden gab es noch keine Mauer. Auf einem Gemälde von Asmus Heitmann ist sie dagegen zu sehen. Heitmann wurde 1838 in Falkenhagen bei Rehna geboren. Er war Bauer. Olaf Both berichtet: „Später firmierte er als Kunstmaler und fertigte entsprechend den Gedanken der Zeit Bilddokumente an, die einen Rückgriff darstellten und der naiven Malerei zugeordnet werden können.“

Öffnungszeiten

Bis 7. September kann die Ausstellung „Schönberger Ansichten Teil 1: Malerei und Grafik“ besucht werden. Geöffnet ist sie dienstags von 13 bis 18 Uhr, mittwochs und donnerstags von 11 bis 18 Uhr und sonnabends von 13 bis 18 Uhr im Volkskundemuseum, Am Markt 1.

Das Volkskundemuseum präsentiert einige Gemälde von Heitmann. Zwei Bilder befinden sich seit Längerem im Bestand. Bis Ende 2018 stellte die Familie fünf weitere Gemälde zur Verfügung. Sie überreichte auch ein Wanderbuch von Asmus Heitmanns Sohn Wilhelm, der als Buchbinder arbeitete. „Auch die Ergebnisse der Augenuntersuchungen in London sind enthalten“, erklärt Olaf Both vor einer Vitrine. Nach seiner Auskunft berichtete Wilhelm Heitmanns Bruder Heinrich in seinen Lebenserinnerungen, dass der junge Buchbinder so kurzsichtig war, dass er sein Handwerk bald aufgeben musste und völlig erblindete. Er starb 1905 mit nur 40 Jahren.

Wesentlich älter wurde ein Mann, der ebenfalls in der Ausstellung „Schönberger Ansichten“ vertreten ist: Hans Heinrich Liebsch, den der Zweite Weltkrieg von Westpreußen nach Grevesmühlen verschlug. Olaf Both berichtet: „Mit der Lehrtätigkeit an der gewerblichen Berufsschule fand der 1909 Geborene neben den Mal- und Zeichenzirkeln an anderen Schulen eine treffliche Aufgabe, die ihm bis zu seinem Tod 1987 die Zuneigung vieler Schüler einbrachte.“

1878 wurde in Altona der Mann geboren, der ein Bild mit dem Titel „Jesus, der Kinderfreund“ und der Schönberger Kirche im Hintergrund malte. Rudolf Schäfer hatte an der Düsseldorfer Kunstakademie studiert, war als Kirchenmaler bekannt und bekam den Auftrag, für die Bürgerschule in Schönberg einen Wandelaltar zu gestalten. Die Kirchengemeinde gab das Motiv in Auftrag. Olaf Both erklärt: „Bei Sportveranstaltungen war dieser Schrein verschließbar und im geöffneten Zustand zeigt sich der Spruch ,Laß Kraft mich erwerben mit Hand, zu leben und zu sterben fürs heil’ge Vaterland.“ Erhalten ist nur das Gemälde. Es befindet sich im Besitz der Kirchengemeinde.

Das historische Zentrum von Schönberg von Klein Bünsdorf aus gesehen: Das zeigt ein anderes Bild der Sonderausstellung. Ursula Sterly-Aniszewski wurde 1933 in dem Ort geboren. Ihren künstlerischen Weg begann sie in jungen Jahren an der Fachschule in Wismar, um ihn später an der Kunsthochschule in Berlin-Weißensee fortzusetzen. 1960 flüchtete sie in den Westen. In Niedersachsen war sie bald als Porträtmalerin bekannt. Nach dem Fall der Mauer kehrte sie auf den Hof in Klein Bünsdorf zurück und arbeitete dort als Malerin und Zeichnerin. Ihre künstlerisch herausragenden Bilder wurden auch in Schönberg ausgestellt.

Ebenfalls in Stadt und Umgebung bekannt ist Heinz Tenbreul. Er arbeitet seit 1999 in Schönberg als Künstler und Imker. Von ihm präsentiert die Ausstellung im Volkskundemuseum einige Zeichnungen.

Rund 170 Jahre alt ist eine idealisierte Stadtansicht, die der Schönberger Maler Christian Schulz als Lithografie umsetzte. Quelle: Jürgen Lenz

Unter den weiteren Malern und Zeichnern sind Wilhelm Arndt, Hermann Knoth, Hans Mühlemann, Robert Haas, Rudolf Schäfer und Franz Siemer, der als Schriftsetzer beim Schönberger Druckerei- und Zeitungsbetrieb Bernhard & Lehmann arbeitete und seit den 1930er-Jahren auch als Zeichner tätig war.

Für den 26. Oktober plant Olaf Both die Eröffnung der Sonderausstellung „Schönberger Ansichten Teil 2.“ Der Museumschef kündigt an: „Voraussichtlich wird es sich um Fotografien und Postkarten handeln.“

Jürgen Lenz

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