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Nordwestmecklenburg Schönberger Land: Feuerwehren wollen Einsatzwagen zum Schnäppchenpreis
Lokales Nordwestmecklenburg Schönberger Land: Feuerwehren wollen Einsatzwagen zum Schnäppchenpreis
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10:39 24.01.2020
Die Lockwischer Feuerwehr muss ihr Löschfahrzeug immer wieder zu Reparaturen fahren. Es ist 30 Jahre alt. Quelle: Jürgen Lenz
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Schönberg/Lüdersdorf

Es hat 30 Jahre auf dem Buckel und muss immer wieder repariert werden: das alte Löschfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Lockwisch. „Wer fährt sonst ein 30 Jahre altes Auto?“, fragt der stellvertretende Wehrführer Bastian Voss (35). Die Lockwischer Wehr muss es bald nicht mehr – wenn die Stadt Schönberg ein 50-Millionen-Euro-Programm des Schweriner Innenministerium nutzt: „Zukunftsfähige Feuerwehr“.

Auf dieselbe Chance setzt die Freiwillige Feuerwehr Schattin. Ihr Löschfahrzeug ist sogar noch älter als das der Lockwischer: Baujahr 1985.

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85 Prozent Zuschuss winken

85 Prozent Zuschuss für den Kauf eines neuen Einsatzfahrzeugs winken. Eine Voraussetzung: Die Kommunalpolitiker beschließen eine verbindliche Abnahmeerklärung für ein Tragkraftspritzenfahrzeug mit Löschwassertank (TSF-W). Für Lockwisch müssten das die Schönberger Stadtvertretung machen, für Schattin die Gemeindevertretung Lüdersdorf. Die Zeit drängt, denn eine Rückmeldung soll laut Innenministerium bis 29. Februar erfolgen – einschließlich einer Zusage der Kommunen, dass der finanzielle Eigenanteil gesichert ist.

„Ein Beschluss der Stadtvertretung muss erfolgen“, sagt Jörn Stange, Gemeindewehrführer in Schönberg. Quelle: Lenz Jürgen

Bastian Voss bestätigt: „Es muss bis 29. Februar entschieden sein.“ Die Gelegenheit sei „unglaublich günstig.“ So sieht es auch Jörn Stange, Chef der Freiwilligen Feuerwehr Schönberg und Leiter der Gemeindewehr Schönberg, zu der die Schönberger Wehr und die Ortswehr Lockwisch gehören. Er bekräftigt die Voraussetzung dafür, dass Schönberg für einen Zuschuss des Innenministeriums infrage kommt: „Ein Beschluss der Stadtvertretung muss erfolgen.“ Es gehe um eine sehr gute Gelegenheit, Ersatz für ein altes Fahrzeug zu beschaffen, erklärt Jörn Stange auf Anfrage.

Bürgermeister Stephan Korn (Kommunale Wählergemeinschaft) hat sich bereits mit dem Thema befasst. Er sagt: „Es wird mit Sicherheit Beratungen dazu geben.“

Lüdersdorf entscheidet am 28. Januar

In der Gemeinde Lüdersdorf steht eine Entscheidung kurz bevor. Die CDU-Fraktion stellt am 28. Januar diesen Antrag: „Die Gemeindevertretung der Gemeinde Lüdersdorf fasst den Beschluss zur verbindlichen Beschaffung eines TSF-W für die Freiwillige Feuerwehr Schattin im Rahmen des Sonderförderprogramms ‚Zukunftsfähige Feuerwehr‘ für das Jahr 2022 und stellt die benötigten Haushaltsmittel für 2022 bereit.“ Hinweis der CDU: „Die Abgabe des Antrags bis 29. Februar 2020 beim Land Mecklenburg-Vorpommern ist dazu erforderlich.“

Das Tanklöschfahrzeug der Freiwillligen Feuerwehr Schattin ist 35 Jahre alt. Quelle: Jürgen Lenz

Der Lüdersdorfer Gemeindewehrführer Thomas Nifkiffa erklärt: „Die Kriterien der Förderfähigkeit – kleinere Feuerwehr, überaltertes Fahrzeug – sind für die Freiwillige Feuerwehr Schattin zutreffend, so dass eine hohe Chance auf positive Entscheidung besteht.“ Die möglichen Einsparungen würden dafür sprechen, sich am Zuschussprogramm zu beteiligen.

Neues Fahrzeug kostet rund 120 000 Euro

Ein neues TSF-W kostet aktuell rund 120 000 Euro. Diese Zahl nennt auch Jörn Stange. Infrage kommen für das Programm ein Einsatzwagen der Schönberger Wehr und besonders das 30 Jahre alte Löschfahrzeug in Lockwisch, das häufig zur Reparatur muss. „Es ist immer irgendwas“, berichtet Bastian Voss. Erst vor wenigen Tagen musste der Wagen wieder in die Werkstatt. Ursache diesmal: Die Bremsanlage verliert Luft. Ersatzteile zu bekommen, wird bei dem alten Fahrzeug immer schwieriger.

Die Feuerwehr Neuleben/Boitin-Resdorf bekam 2016 ein TSF-W (r.). Es war der dringende Ersatz für ein LF 8, Baujahr 1983 (r.). Quelle: Jürgen Lenz

Hintergrund der Aktion „Zukunftsfähige Feuerwehren“: Das Schweriner Innenministerium wird in den nächsten Jahren 50 Millionen Euro für die zentrale Beschaffung von Einsatzwagen bereitstellen. Mit dem Geld unterstützt es unter anderem den Kauf von Tragkraftspritzenfahrzeugen mit einem Löschwassertank, der 1000 Liter fasst. Dabei denkt das Innenministerium besonders an kleinere Wehren. Sie sollen ältere Wagen ersetzen können. Mindestalter: 15 Jahre.

Geringerer Preis durch zentrale Beschaffung

Das Ministerium hat alle Kreisverwaltungen im Land gebeten, die Gemeinden unverzüglich zu informieren. Von der zentralen Beschaffung erhofft es sich deutlich geringere Preise. Über eine Zusage entscheidet am Ende das Landesamt für zentrale Aufgaben und Technik der Polizei und des Brand- und Katastrophenschutzes Mecklenburg-Vorpommern. Es bestimmt auch, in welcher Reihenfolge die Anträge aus den Städten und Gemeinden berücksichtigt werden. Die Höhe des möglichen Zuschusses liegt zwischen 70 und 90 Prozent der Kosten. Er richtet sich nach der Finanzkraft der Kommune. Für die Stadt Schönberg und die Gemeinde Lüdersdorf wären es 85 Prozent.

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Von Jürgen Lenz

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