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Nordwestmecklenburg Schönberger Musiksommer auf Rekordkurs
Lokales Nordwestmecklenburg Schönberger Musiksommer auf Rekordkurs
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09:41 26.07.2019
Die belgische Gruppe Aranis spielte am vergangenen Dienstag in Schönberg. Auch dieses Konzert war gut besucht. Quelle: Jürgen Lenz
Schönberg

Halbzeit im 33. Schönberger Musiksommer: Der künstlerische Leiter Christoph D. Minke und Konzertmanager Karsten Lessing ziehen eine erste Bilanz und geben Ausblicke auf die nächsten Veranstaltungen.

Der meteorologische Sommer 2019 war bisher sehr durchwachsen. Wie sieht es mit dem Schönberger Musiksommer aus?

Christoph D. Minke: Wenn man „durchwachsen“ versteht als „abwechslungsreich“, dann könnte man da gleichziehen. Wir hatten Konzerte sehr unterschiedlicher Prägung, auch mit sehr unterschiedlicher Besetzung – sehr groß wie beim Landesjugendorchester, aber auch solistisch mit Andreas Voss, der allerdings gleich vier Cellos mitbrachte. Es war wirklich sehr abwechslungsreich.

Sind die Konzerte so gut besucht wie 2018, als der Schönberger Musiksommer das Rekordniveau von 4500 Gästen wieder erreichte?

Lessing: Ich glaube, die Zahl ist zum Ende des Musiksommers absehbar. Wir können sie durchaus erreichen in diesem Jahr. Es läuft gut. Das muss man tatsächlich sagen. Die Konzerte sind gut besucht. Wenn ich jetzt auf die Zahlen sehe, sind wir aktuell bei gut 2500. Wir hatten nichts, was unter den Erwartungen geblieben ist. Wir sind bei der Halbzeit und haben noch einiges vor uns. Insofern muss ich sagen: Es läuft wirklich hervorragend. Es macht Spaß dieses Jahr.

Sind die Schwankungen bei den Besucherzahlen groß?

Minke: Das steht auch immer im Verhältnis zu dem, was angeboten wird. Dass ein kammermusikalischer Abend ein etwas anderes Publikum anlockt als das Landesjugendorchester, das ist okay. Aber es ist über Erwarten gut.

Lessing: Ja, klar: Schwankung gibt es. Aber beabsichtigt, geplant.

Welche Konzerte waren besonders gut besucht?

Minke: Das Eröffnungskonzert mit Sjaella natürlich und das Konzert des Landesjugendorchesters. Das ist erwartungsgemäß so gewesen. Ich war auch sehr erfreut über den Besuch des Festgottesdienstes. Obwohl wir die Glockenweihe verschieben mussten, war die Feierlaune im Zuge des Stadtfestes doch da und die Leute waren in großer Zahl sehr anteilnehmend und fröhlich bei der Sache.

Die Kinderkonzerte waren in diesem Jahr auch sehr erfolgreich?

Lessing: Das war tatsächlich ein Rekord. Wir hatten noch nie 1000 Besucher allein bei den Kinderkonzerten. Das haben wir sonst immer in Kombination Kinder- und Jugendkonzerte erreicht. Es war so voll, dass ich einzelnen Gruppenleitern absagen musste und traurig war, weil einfach die Kapazität nicht gegeben war. Wir haben auch aufstocken müssen. Wir hatten ein Segment mehr in unserer Arena, haben einen Handwerkertrick angewendet und dadurch für ein paar Kinder mehr Platz. Das heißt: In Zukunft kann ich die Kapazität, die wir jetzt hatten, auch anwenden. Wir können dann pro Vorstellung nicht 100, sondern 120, 130 Kinder aufnehmen.

Worauf führen Sie den Erfolg der Kinderkonzerte zurück?

Lessing: Auf jahrelange Arbeit. Die Qualität hat sich durchgesetzt. Und es hat sich herumgesprochen. Wir setzen darauf, dass wir Künstler ansprechen, die im Musiksommer bekannt sind, das Setting kennen und denen wir die Kinderkonzerte anvertrauen.

Der Schönberger Musiksommer ragt in diesem Jahr weit über die Kernspielzeit hinaus. Hat sich das bewährt?

Minke: Es ist ja das erste Mal, dass wir es so machen. Es ist mit der Förderpraxis etwas besser kompatibel, wenn wir auch Veranstaltungen, die außerhalb des Sommers liegen, unter dem Schönberger Musiksommer subsumieren, weil es einfach ein Markenname ist. Wir haben in diesem Jahr aber auch mehr vor, was an dem Jubiläum „800 Jahre Schönberg“ liegt. Zum Beispiel die Passionsaufführung zu Karfreitag: Das haben wir in einem so großen Umfang ja nicht jedes Jahr. Dann haben wir dieses Jahr auch wieder mit Tonali-Tour vor, Konzerte mit und für Jugendliche zu machen. Das liegt außerhalb der Spielzeit, aber natürlich hat es etwas mit dem Schönberger Musiksommer zu tun. Da haben wir schon ein Wachstum. Im letzten Jahr haben wir mit einem Konzert, vermittelt durch eine Schule, angefangen. Dieses Jahr werden schon drei Schulen beteiligt sein – so wie es eigentlich sein soll. Entsprechend hoffen wir auf Zuspruch.

Lessing: Der Spielplan in diesem Jahr macht besser sichtbar, was sowieso immer läuft. Das finde ich sehr schön, weil der Schönberger Musiksommer auf diese Weise sozusagen als Krone herausragt, aber das Umfeld besser zur Geltung kommt. Das ist schon ganz gut gelungen, aber noch zu optimieren. Fürs nächste Jahr habe ich schon ein paar Ideen, wie es noch besser gemacht werden kann.

Die beiden nächsten Konzerte

Am 30. Juliist im Schönberger Musiksommer ein Musiktheater zu erleben. „Die Geschichte vom Soldaten“ von Igor Strawinsky wird aufgeführt von Hyung-Ki Joo, Frederic Böhle und dem Ensemble D’Accord mit Christoph Skupin (Trompete), Michael Israelievitch (Percussion), Sofija Molchanova (Klarinette), Eduardo Calzada (Fagott), Martina Trumpp (Violine) und Josef Semeleder (Kontrabass).

Am 6. August gestalten die Kammerphilharmonie Hamburg und Ariel Horowitz (Violine) das Programm „Bach amerikanisch“ und „Ein Russe in Paris“ mit Violinkonzerten von Johann Sebastian Bach sowie Werken von Heitor Villa-Lobos und Igor Strawinsky.

Eintrittskarten für die Konzerte in der Kirche in Schönberg sind für zehn Euro an der Abendkasse zu haben, die um 19 Uhr öffnet. Wer eine Förderkarte kauft, zahlt 15 Euro. Beginn der Konzerte: um 20 Uhr.

Auf welche Konzerte, die noch kommen, freuen Sie sich besonders?

Minke: (lacht) Eigentlich immer aufs nächste. Ich bin stolz darauf, dass wir es hinbekommen, dass Ariel Horowitz zusammen mit der Kammerphilharmonie Hamburg auftritt. Das mussten wir von langer Hand eintüten – gar nicht so einfach. Die Musiker, die in der Kammerphilharmonie Hamburg spielen, sind ja in vielen europäischen Orchestern und haben nur einen schmalen terminlichen Korridor, in dem sie ihre Konzerte machen können. Das zu koordinieren mit einer gefragten Solistin aus New York, das ist nicht ohne. Wir haben es hinbekommen. Das freut mich sehr. Und man merkt schon: Es ist eine gute Chemie.

Lessing: Ja, es ist tatsächlich so. Man hat zu Beginn des Musiksommers immer die ganze Veranstaltungsreihe vor Augen. Es gibt Konzerte, auf die freut man sich besonders. Wenn dann aber auch die anderen Veranstaltungen kommen, dann ist es gar nicht mehr so, dass man ein bestimmtes herausragendes Konzert hat, das einem besonders gefällt, sondern es ist immer das Konzert am nächsten Dienstag. Man stellt sich drauf ein und freut sich auch. In diesem Jahr haben wir einen Spielplan, bei dem ich bei keinem Konzert sagen könnte, dass es entbehrlich wäre. Nein, das sind sie alle nicht. Wir haben wirklich noch ziemlich besondere Sachen vor uns. Zum Beispiel das Konzert von Onnen Bock und Armin Metz – ein Konzert, das sicher sehr anders sein wird, aber Klangwelten entwickelt, die wir sonst so nicht in der Kirche hören. Ich bin sehr gespannt, was da kommt.

Minke: Der Bezug zu „800 Jahre Schönberg“ ist bei einigen Veranstaltungen ja deutlich sichtbar, bei einigen anderen vielleicht weniger deutlich, aber trotzdem ist er gegeben. Das lässt uns ins Grübeln kommen: Wie soll es eigentlich nächstes Jahr werden? Es kann nicht sein, dass man sagt: „Schneller, höher, weiter und noch doller.“ Dann kommt man ja auch irgendwann in Zugzwang. Das wollen wir vermeiden. Jetzt genießen wir das Jahr, so wie es ist, und sagen: „Nächstes Jahr wird es wieder anders.“

Jürgen Lenz

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