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Nordwestmecklenburg Schönbergerin setzt sich für Gleichberechtigung ein
Lokales Nordwestmecklenburg Schönbergerin setzt sich für Gleichberechtigung ein
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12:19 04.10.2019
Jessica Dörre (35) ist ehrenamtliche Gleichstellungsbeauftragte im Amt Schönberger Land. Quelle: Jürgen Lenz
Schönberg/Dassow

Sie ist in Schönberg, Dassow, Lüdersdorf, Selmsdorf und umliegenden Orten die richtige Ansprechpartnerin, wenn es darum geht, dass die im Grundgesetz garantierte Gleichberechtigung von Frauen und Männern auch tatsächlich verwirklicht wird: Jessica Dörre (35). Sie engagiert sich in ihrer Freizeit als Gleichstellungsbeauftragte im Amt Schönberger Land. „Es kann sich jeder im Amtsbereich an mich wenden“, erklärte Jessica Dörre unlängst während einer Frühstücksrunde in der Familienbegegnungsstätte in Dassow. Andrea Hinrichs, Leiterin der Begegnungsstätte, sagte zuvor: „Viele Menschen wissen gar nicht, dass es eine Gleichstellungsbeauftragte gibt und was ihr Amt bedeutet.“

Der Hintergrund: Laut Grundgesetz fördert der Staat die Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und sorgt dafür, dass Nachteile beseitigt werden. In die Landesverfassung von Mecklenburg-Vorpommern wurde die Förderung der Gleichstellung als eine Aufgabe des Landes, der Gemeinden und Kreise aufgenommen. Deshalb hat eine öffentliche Verwaltung wie das Amt Schönberger Land eine Gleichstellungsbeauftragte zu bestellen. „Bei mir ist es ein Ehrenamt“, erläutert Jessica Dörre. Der Landkreis Nordwestmecklenburg beschäftigt eine hauptamtliche Gleichstellungsbeauftragte. Jessica Dörre berichtet: „Wir haben als Ehrenamtliche engen Kontakt zu ihr.“ Aktionen würden gemeinsam abgesprochen.

2014 erstmals gewählt

2014 wählte der Amtsausschuss erstmals Jessica Dörre zur Gleichstellungsbeauftragten. Vor zwei Monaten wurde die Schönbergerin wiedergewählt. Hauptamtlich ist sie als Sachbearbeiterin für den Landkreis Nordwestmecklenburg tätig.

Schwerpunkte der Gleichstellungsbeauftragten: Sie hat die Aufgabe, Verwaltungsvorlagen im Amt Schönberger Land hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Gleichstellung zu prüfen, einen Frauenförderplan zu erstellen, fortzuschreiben und einen jährlichen Bericht über ihre Tätigkeit zu verfassen. Regelmäßig nimmt sie an Sitzungen des Amtsausschusses und des Finanz- und Personalausschusses teil.

Bei Bewerbungsgesprächen dabei

Bei Bewerbungsgesprächen im Amt ist Jessica Dörre ebenfalls dabei. Dann achtet sie darauf, dass keine diskriminierenden Fragen gestellt werden – zum Beispiel nach einer Schwangerschaft. Bei Bedarf kann die Gleichstellungsbeauftragte in Personalangelegenheiten sogar ein Veto einlegen.

Bei Bewerbungen sollen nach Jessica Dörres Ansicht auch Männer nicht benachteiligt werden. In der Amtsverwaltung könne es vorkommen, dass bei etwa gleicher Qualifikation mehrerer Bewerberinnen und Bewerber ein Mann die Stelle bekomme. Zurzeit sind 73 Prozent der Beschäftigten des Amtes Frauen. Als Geschlechtsbezeichnungen in den Stellenausschreibungen führt die Verwaltung mittlerweile nicht nur w für „weiblich“ und m für „männlich“ auf, sondern auch d für „divers“.

Gehalt unabhängig vom Geschlecht

Eine unterschiedliche Bezahlung von Frauen und Männern gibt es nach Jessica Dörres Auskunft im Amt Schönberger Land nicht. Sie erklärt: „Die Gruppierung ist anhand der Stelle festgemacht, nicht anhand des Geschlechts.“

In der Amtsverwaltung in Schönberg und Dassow werden Frauen nach Jessica Dörres Erfahrungen nicht benachteiligt. Wenn jemand meine, das sei der Fall, könne sich die Mitarbeiterin gerne vertrauensvoll an sie wenden. „Das ist bis jetzt noch nicht passiert“, berichtet die Gleichstellungsbeauftragte. Anfragen von außerhalb der Verwaltung gab es an sie bisher kaum.

In ihrer ersten Zeit bot Jessica Dörre regelmäßige Sprechstunden an. Doch niemand kam. Erreichbar ist die Gleichstellungsbeauftragte unter der E-Mail-Adresse gleichstellungsbeauftragte@schoenberger-land.de und telefonisch unter 0163 / 50 70 580.

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Von Jürgen Lenz

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