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Nordwestmecklenburg Schönbergs Altstadt ins Licht gerückt
Lokales Nordwestmecklenburg Schönbergs Altstadt ins Licht gerückt
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12:50 15.03.2019
Über die Lichtinstallation in Schönberg sprechen Hausbesitzer Maik Cornelius (l.), der stellvertretende Bürgermeister Stephan Korn und Kristin Just von der Industrie- und Handelskammer Schwerin. Quelle: Jürgen Lenz
Schönberg

Sie fällt auf im Zentrum von Schönberg: eine Lichtinstallation im Haus Am Markt 6. Hier setzt die Industrie- und Handelskammer Schwerin zusammen mit Unterstützern wie den Schönberger Unternehmen Palmberg und Mebak ein sichtbares Zeichen. Sie wollen das historische Zentrum bis 30. April ins Scheinwerferlicht rücken und klarmachen: „Unsere Altstädte in Westmecklenburg sind attraktive Erfolgsräume.“

Kristin Just von der Industrie- und Handelskammer lobt: „Es gibt in Schönberg viele Unterstützer.“ Den Raum für die Video- und Lichtinstallation stellt Maik Cornelius zur Verfügung – „auch, um die Stadt Schönberg zu unterstützen.“ Seit zwei Wochen gehört ihm das Anwesen Am Markt 6. Der Pogezer hat bereits mehrere Häuser in Schönberg saniert. Der Raum für die Kunstaktion ist noch nicht vermietet. Kristin Just sagt: „Es kann vielleicht ein Erfolgsraum für jemanden werden.“

Schönbergs stellvertretender Bürgermeister Stephan Korn (Kommunale Wählergemeinschaft) begrüßt die Aktion im historischen Zentrum der Stadt. Er sagte im Gespräch mit Maik Cornelius und Kristin Just: „Ich bin ganz, ganz froh.“

Die Video- und Lichtinstallation in Schönberg und neun weiteren Orten in Westmecklenburg erinnert an ein Kaleidoskop. Die IHK erklärt die Gestaltung: „So wie sich das Bild eines Kaleidoskops bei Betrachtung ändert, verändert sich auch die Nutzung in den Geschäften unserer Altstädte.“ Künstlerisch gestaltet werden die Räume vom Schweriner Studio Riekoff. Feist.

Die Installation ist ein sichtbares Zeichen des Wettbewerbs „Erfolgsraum Altstadt“. Gründer und Geschäfte aus allen historischen Zentren in Westmecklenburg können sich bewerben. Gesucht wird bis 30. April: die spannendste Geschäftsidee, die interessanteste Neugründung und die gelungenste Geschäftsentwicklung. Zahlreiche Sponsoren stiften Preise. Die Kunstaktion im Haus Am Markt 6 wird vom Unternehmen Palmberg unterstützt.

Ursprünglich sollte die Stadt den Wettbewerb sponsern. Die Stadtvertreter beschlossen am 17. Januar, 1000 Euro bereitzustellen. Doch Frank Lehmann, leitender Verwaltungsbeamter des Amtes Schönberger Land, legte wenig später Widerspruch ein. Begründung: Der Beschluss sei wegen zwei Verstößen gegen die Kommunalverfassung des Landes Mecklenburg-Vorpommern als rechtswidrig zu beurteilen. Zum einen dürfe nur über Anträge entschieden werden, deren Finanzierung sichergestellt ist. Wenn Erklärungen zur Finanzierung fehlen, dürfe das nicht geschehen – so wie in diesem Fall. Der leitende Verwaltungsbeamte weist auch darauf hin, dass Tagesordnungspunkte in der Einladung so zu formulieren sind, dass für die Stadtvertreter erkennbar ist, welches Problem sie erörtern sollen. Es müsse erkennbar sein, worüber sie beschließen. Ein Tagesordnungspunkt „Verschiedenes" werde diesem Anspruch nicht gerecht, sodass Abstimmungen unter einem solchen Tagesordnungspunkt unzulässig seien. Abgestimmt wurde unter dem Tagesordnungspunkt „Anträge und Anfragen“. Der Widerspruch hat aufschiebende Wirkung. Am kommenden Donnerstag beraten die Stadtvertreter darüber, ob sie ihren Beschluss vom 17. Januar aufheben.

Das Haus Am Markt 6 (l.) in Schönberg ist ein geschichtsträchtiges Anwesen. Ab 1880 war es „Wieschendorfs Hotel“. Quelle: Jürgen Lenz

Unstrittig ist: Die Installation zum „Erfolgraum Altstadt“ befindet sich in einem geschichtsträchtigen Haus. Dort gründeten Männer am 13. März 1925 die Freiwillige Feuerwehr Schönberg. Die wechselvolle Geschichte des Gebäudes reicht aber noch viel weiter zurück. In dem Eckhaus existierte bereits im Jahr 1747 eine Gastwirtschaft. 1819 wurde sie von einem Mann namens Boye betrieben. Schönberger nannten das Lokal „Eck-Boye“, um es von „Boyes Gesellschaftshaus“, dem späteren „G-Haus“, in der August-Bebel-Straße zu unterscheiden. 1880 richtete Wilhelm Wieschendorf in dem Anwesen ein Hotel ein. Es war bis nach dem Ersten Weltkrieg mit einer Krämerei verbunden. Das Lokal blieb viele Jahre im Eigentum der Wieschendorfs. Es war in Schönberg eine von vielen Örtlichkeiten der Gastlichkeit. Ein Verzeichnis der Gewerbetreibenden um die Jahrhundertwende führt 17 Gastwirte und Kaffeestuben in der Stadt auf, darunter das Hotel Stadt Lübeck in der Lübecker Straße, Spehrs Hotel am Markt (die heutige Pension Paetau), das Gasthaus Stadt Hamburg (heute mit Drogerie Rossmann), das Schützenhaus und die Bahnhofsgaststätte. Familie Wieschendorf vermietete die rechte Hälfte des Erdgeschosses später an das Elektro- und Radiogeschäft Eggert & Lübcke. In zwei Räumen auf der linken Seite zog die Stadtbücherei ein. Nach der Wende eröffnete Schlecker dort eine Drogeriefiliale. Nach der Pleite des Unternehmens zog ein Sonnenstudio ein. In der rechten Haushälfte öffnet seit vielen Jahren ein Friseursalon.

Jürgen Lenz

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