Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Nordwestmecklenburg Schönbergs Traditionsladen gerettet
Lokales Nordwestmecklenburg Schönbergs Traditionsladen gerettet
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:22 06.08.2019
Über das Fortbestehen der 1873 gegründeten Buchhandlung in Schönberg freuen sich Sylvia Räsenhöft, Stefanie Messal, Katrin Hofmann und Ilka Cammin (v. l.). Quelle: Jürgen Lenz
Schönberg

Vorbei: So schien es, als die Buchhandlung Emil Hempel in Schönberg am 28. Juni nach 146 Jahren und 71 Tagen schloss. Die Ostsee-Zeitung berichtete darüber, Stefanie Messal im Dassower Ortsteil Tankenhagen las den Artikel. Nun sorgt sie dafür, dass der traditionsreichste Laden in der Region weiter besteht. Am Sonnabend, dem 10. August, um 10 Uhr ist offizielle Wiederöffnung im Haus am Markt, Ecke Marienstraße.

Die Buchhandlung Emil Hempel ist seit dem 18. April 1873 nicht nur ein Geschäft, das ihren Kunden Bücher und viele andere Dinge anbietet, sondern ebenso ein beliebter Anlaufpunkt, wo man Menschen treffen kann und auch Ratschläge und Hilfe bekommt.

Syliva Räsenhöft hielt den Laden nach dem Tod ihres Mannes, des Buchhändlers Bernd Räsenhöft, gemeinsam mit Ilka Cammin und Katrin Hofmann vorerst weiter am Laufen. Nun freut sie sich über die Wiedereröffnung. Sie sagt: „Ich finde es großartig.“ Dann fügt Sylvia Räsenhöft hinzu: „Ich freue mich auch, dass die beiden Mitarbeiterinnen hier eine Zukunft haben.“

Die Suche nach jemandem, der das Traditionsgeschäft übernimmt, war zunächst ohne Erfolg – bis sich Stefanie Messal meldete. Heute erläutert sie: „Aufgrund des Artikels. Sonst wäre hier keine Buchhandlung mehr.“ Nun ist Stefanie Messal Inhaberin des Ladens. Sie erklärt: „Es ist rechtlich gesehen keine Übernahme, sondern ein Neustart.“ Warum macht sie’s? „Es ist wichtig, eine Buchhandlung mit ihrem ganzen Service vor Ort zu haben.“ Die Buchhandlung sei auch ein Kulturgut und ein Treffpunkt. Nun könne jeder dazu beitragen, dass sie erhalten bleibt. Die derzeitigen Öffnungszeiten: montags bis freitags 10 bis 17 Uhr. Die Inhaberin erklärt: „Sonnabends ist vorerst zu. Es ist aber nicht endgültig.“

Eine Ansichtskarte aus dem Verlag zeigt Emil Hempel und die Buchhandlung an der Ecke Markt/Marienstraße im Jahr 1912. Quelle: Jürgen Lenz

Was bietet der Laden nun an? „Das bisherige Sortiment“, antwortet Stefanie Messal. Neben Büchern, Schreibwaren, Büroartikeln, Zeitschriften und Zeitungen gibt es wieder die Möglichkeit, zu kopieren, zu faxen, eine Zeitungsannonce aufzugeben und Eintrittskarten für Veranstaltungen im Vorverkauf zu erwerben. Schulen und Bibliotheken sollen weiter beliefert werden. „Sie können sich gerne an uns wenden“, sagt die neue Inhaberin. Aber das ist nicht alles. Stefanie Messal erweitert das bisherige Sortiment des Ladens mit Kunstgewerblichem aus der Region. Sylvia Räsenhöft erläutert: „Ganz früher gab es das hier schon mal.“ Etwas völlig Neues für die Buchhandlung kündigt Stefanie Messal an: „Nordbrief kommt rein.“ Für den Postdienstleister werden auch Briefmarken im Laden zu haben sein. Draußen wird bald einer der blauen Postkästen installiert, die für Nordbrief typisch sind.

Verbindungen zu Ernst Barlach

Daniel Hempelunterrichtete in Schönberg den jungen Ernst Barlach, der später als Künstler und Schriftsteller berühmt wurde. Der Lehrer war der Vater des Buchhandlungsgründers Emil Hempel. In Schönberg erfuhr Barlach, dass ein weiteres Mitglied der Familie, Johannes Hempel, die Kunstgewerbeschule in Hamburg absolviert hat. Zeichenlehrer Scher riet dem Abiturienten Barlach, einen ähnlichen Weg zu gehen. Damit einverstanden erklärten sich Barlachs Mutter Luise und drei Männer, die nach dem Tod des Vaters die Vormundschaft übernommen hatten. Unter den Vormündern: ein weiterer Hempel, Vorname Paul. An der Hamburger Gewerbeschule meinte ein Pädagoge, Barlach solle das Zeichnen sein lassen, denn er bringe nichts Gutes zustande. Doch Zeichenlehrer Johannes Hempel entdeckte das große Talent.

Das Kulturelle und Kreative liegt Stefanie Messal nicht nur beim Erhalt der Buchhandlung Emil Hempel am Herzen. Freiberuflich leitet sie an der Kreisvolkshochschule Nordwestmecklenburg Kurse für Gartenkeramik, Häkeln und Stricken, Kränzebinden und „biblische Erzählfiguren.“ Bereits 1996 lud sie Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu einem Töpferkurs ein. Schauplatz war das damalige Kulturhaus in Dassow. Im Ortsteil Tankenhagen wohnt Stefanie Messal seit 1994. Sie hat auch als pädagogische Fachkraft an Schulen gearbeitet.

Von Jürgen Lenz

Nordwestmecklenburg Klützer Winkel: Neuer Amtsvorsteher - Jan van Leeuwen ohne Gegenstimme gewählt

Nach der Wahl des neuen Amtsvorstehers Jan van Leeuwen für das Amt Klützer Winkel, diskutierte der Amtsausschuss über den Umbau und die Sanierung der Verwaltung in Klütz. Die Zeit drängt, um zugesagte Fördermittel zu nutzen.

06.08.2019

Die Aufwandsentschädigung für Kommunalpolitiker in Grevesmühlen (Nordwestmecklenburg) könnte steigen. Grundlage ist die neue Entschädigungsverordnung des Landes.

06.08.2019

Mut-Tour 2019 machte Station in Schönberg und Grevesmühlen. Anliegen: Aufklären und Mut machen. Tour ist Aktionsprogramm des Bremer Fotografen Sebastian Burger.

05.08.2019