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Nordwestmecklenburg Schüler fangen eingewanderte Tiere in Groß Schwansee
Lokales Nordwestmecklenburg Schüler fangen eingewanderte Tiere in Groß Schwansee
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17:03 25.09.2019
Diese Chinesische Wollhandkrabbe fanden die Schüler der Klasse 8 b des Schönberger Ernst-Barlach-Gymnasiums. Quelle: Elke Hohls
Groß Schwansee

Die Saison der Naturstation am Strand in Groß Schwansee neigt sich langsam dem Ende zu, noch bis Oktober gibt es Veranstaltungen, um den Lebensraum Ostseeküste zu erforschen und besser zu verstehen. Gerade erst hat wieder eine Klasse des Ernst-Barlach-Gymnasiums aus Schönberg einen Ausflug zur Naturstation gemacht und dabei besondere Bewohner der Ostsee kennengelernt – die Wollhandkrabben.

Eingewanderte Tierarten

Dabei handelt es sich um neu eingewanderte Arten, sogenannte Neobiota, mit denen sich die Schüler auch im Biologieunterricht beschäftigen. Die Schüler der Klasse 8 b vom Ernst-Barlach-Gymnasium Schönberg tauften ihre große gekescherte Chinesische Wollhandkrabbe auf den Namen Reinhold. „Die Krabbe hatte sicher schon eine längere Reise aus einem Süßwasserfluss hinter sich, um pünktlich zur Paarungszeit in der Ostsee zu sein“, sagte Elke Hohls vom Verein Naturraum Klützer Winkel den Schülern. „Chinesische Wollhandkrabben sind schon 1912 in Deutschland entdeckt worden. Wahrscheinlich wurden sie im Ballastwasser von Frachtschiffen eingeschleppt“, erklärte sie.

Umweltbildung an der Ostsee

Die Naturstation für Umweltbildung gibt es seit 2016 in Groß Schwansee. Sie wurde vom Kreisverband des Nabu eröffnet.

2017 hat sie dann der Verein Naturraum Klützer Winkel übernommen. Seitdem haben Elke Hohls und andere Vereinsmitglieder Schulklassen, Kitagruppen, Urlauber und Einheimische empfangen und ihnen die Tier- und Pflanzenwelt erklärt.

Von April bis Oktober finden Ostsee-Entdeckungstouren am ehemaligen Grenzküstenstreifen statt. Jahrzehntelang durfte der Küstenbereich zwischen Pötenitz und Steinbeck nicht betreten werden. Nur Grenzsoldaten kontrollierten dieses Sperrgebiet. Die Natur konnte sich hier ohne große Störungen entwickeln.

Infos zum Verein und Veranstaltungen: www.naturstation.com

Ebenfalls relativ neu in der Ostsee und der Lübecker Bucht sind die Rippenquallen, die hier erst 2006 entdeckt wurden. Es wird vermutet, dass sie aufgrund von Erwärmung verstärkt in der Nord- und inzwischen auch in der Ostsee vorkommen.

Fünftklässler der Regionalen Schule Dassow hatten bei ihrem Besuch in groß Schwansee mit Keschern eine große Zahl von Rippenquallen eingefangen. „Es dürfte es sich um die sogenannte Meerwalnuss handeln, die 2006 in der Ostsee entdeckt wurde“, berichtet Elke Hohls. Die Zahl der Tiere, die von den Schülern gefangen wurden, lässt darauf schließen, dass sich diese Rippenquallen zahlreich in der Lübecker Bucht ausgebreitet haben.

Spannender Lebensraum vor der Haustür

„Zusammen mit den Schülern und Lehrern entdecken wir diesen spannenden Lebensraum unserer Ostsee vor der Haustür“, schwärmt Elke Hohls von den Exkursionen mit ihren Besuchern. Sie freut sich über entstandene Kooperationen mit Schulen der Region, die inzwischen regelmäßig Klassen an die Naturstation schicken. Sie dankt ausdrücklich der Stiftung der Sparkasse Mecklenburg-Nordwest, die wie im letzten Jahr acht kostenlose Schülertransporte zur Naturstation ermöglichte, um die Bildung für nachhaltige Entwicklung im Landkreis zu unterstützen.

Fischerkaten für die Naturstation

Im nächsten Jahr soll eine feste Unterkunft den bisher genutzten Bauwagen der Naturstation ersetzen. In den nächsten Tagen soll der Bau eines Fischerkatens beginnen. „Er soll in diesem Jahr noch fertig werden“, sagt Kalkhorsts Bürgermeister Dietrich Neick.

Vorgesehen ist ein Holzhaus, das mit einer großen überdachten Terrasse etwa 16 Meter lang wird. Es bekommt einen 25 Quadratmeter großen Schulungsraum, einen Abstell- und einen Trockenraum für Wathosen und andere Kleidung sowie eine Komposttoilette. Mit Solarpanels wird Strom erzeugt.

Im April wurden 90 000 Euro Fördermittel für den Bau eines kleinen Fischerkaten für die Naturstation an die Gemeinde Kalkhorst übergeben. Inzwischen haben sich bei Ausschreibungen die geschätzten Baukosten von ursprünglich 99 540 Euro auf etwa 196 600 Euro erhöht. Die Gemeinde hat auch schon beschlossen, dass sie die Mehrkosten tragen wird, weil sich die Fördermittel nicht erhöhen.

Von Malte Behnk

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