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Nordwestmecklenburg Rettungsschwimmer werden zur Mangelware
Lokales Nordwestmecklenburg Rettungsschwimmer werden zur Mangelware
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08:01 27.06.2019
Die Mädchen und Jungen der Förderschule Grevesmühlen absolvieren bei Reinhard Galda im Freibad den Schwimmunterricht. Quelle: MICHAEL PROCHNOW
Grevesmühlen

Der Aufschrei insbesondere der Politiker nach dem tragischen Unglück im Tessiner Freibad war groß. Ein zehnjähriges Mädchen war dort Anfang Juni ertrunken. Presseerklärungen mit Forderungen machten die Runde: Jedes Kind muss nach Ende der vierten Klasse schwimmen können, hieß es unter anderem. Fakt scheint aber zu sein, dass es 59 Prozent der Kinder im Alter von zehn Jahren nicht sicher können. Das hat eine von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Auftrag gegebene Forsa-Studie ergeben.

Woran liegt es? Grevesmühlen zum Beispiel hat mit dem Freibad und einem dahinterstehenden gut funktionierenden Verein gute Karten. Schulen aus der Stadt selbst, aus Boltenhagen, Klütz und Roggendorf bauen das Schwimmen als festen Bestandteil in den Sportunterricht ein und nutzen den Ploggensee als Lernort für das Seepferdchen und das Schwimmabzeichen in Bronze – im besten Fall sogar für Silber und Gold. Doch auf lange Sicht gesehen, scheint das in Gefahr zu sein.

Grundschulen noch gut ausgestattet

„Es gibt nicht mehr genügend Sportlehrer, die als Rettungsschwimmer ausgebildet werden“, erklärt Reinhard Galda, Abteilungsleiter Schulschwimmen. Ein Rettungsschwimmer darf diesen Unterricht nicht allein geben. Eins zu 16 laute das Verhältnis, maximal 16 Schüler auf einen Rettungsschwimmer. „Können alle noch nicht schwimmen, sind es sogar weniger“, weiß Reinhard Galda. Kurzum: Hat eine Schule nicht genügend Schwimmpädagogen, kann der Unterricht nicht gewährleistet werden.

Die beiden Grundschulen in Grevesmühlen – Grundschule „Fritz Reuter“ und Grundschule „Am Ploggensee“ – sind mit vier beziehungsweise zwei Rettungsschwimmern gut ausgestattet. Zwei Schulen, die den Ploggensee für den Schwimmunterricht nutzen, haben keinen. Die Arbeit übernimmt dann Reinhard Galda.

Auch Ausbilder werden rar

Um es salopp zu sagen: Nicht nur die Rettungsschwimmer im Landkreis werden gemeinsam alt, auch die Ausbilder. Der Altersdurchschnitt bei ihnen liege bei 50 Jahren. Engagierter Nachwuchs fehlt.

Mit drei Lehrkräften ist die Ausbildung von Rettungsschwimmern 1991 in Grevesmühlen nach der Wende neu gestartet. Heute zählt Reinhard Galda sechs in seinem Team: Ralf und Frank Bendiks, Torsten Meier, Ralph Hoffmann, Jan Warncke und Frank Schuster. Zwei- bis dreimal im Jahr führen sie mit der Unterstützung der Unfallkasse Mecklenburg Nordwest Weiterbildungen und Prüfungen für Rettungsschwimmer aus Nordwestmecklenburg durch.

„Knapp 50 Kollegen bilden wir regelmäßig in Güstrow und Rostock-Laage aus“, schildert Reinhard Galda. Es sind neben Lehrkräften aus Grevesmühlen, Klütz, Boltenhagen, Roggendorf auch Pädagogen aus Dassow, Schönberg, Gadebusch, Mühlen Eichsen, Brüsewitz, Bobitz und Neukloster. Sogar Gasthörer zum Beispiel aus Stralsund sind dabei. Ausgenommen sind Rettungsschwimmer aus Wismar Stadt, die durch die DLRG ausgebildet werden.

Studium anders gestalten

Auf die Schulen im Landkreis gesehen, ist das nicht viel. Nicht alle können Schwimmunterricht gewährleisten. Dabei ist Schwimmen in Mecklenburg-Vorpommern Bestandteil des Rahmenplans für die Grundschule. Meist wird es in die Sportstunden der dritten Klasse integriert.

„Jeder Sportlehrer muss auch Rettungsschwimmer sein“, fordert Ralf Bendiks von der Grundschule „Fritz Reuter“. Im Studium würden angehende Pädagogen mit praxisferner Theorie zugeworfen, kritisiert er. Ziel müsse sein, dass jeder Grundschüler am Ende der vierten Klasse zumindest das Schwimmabzeichen Bronze habe. Doch das könne nicht gewährleistet werden, wenn Rettungsschwimmer und Ausbilder fehlen. „Auf lange Sicht muss sich das ändern.“

Jana Franke

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