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Nordwestmecklenburg „Lassen Sie mich in Ruhe!“ – Wie Kinder mit Gefahren umgehen sollen
Lokales Nordwestmecklenburg „Lassen Sie mich in Ruhe!“ – Wie Kinder mit Gefahren umgehen sollen
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15:52 20.11.2019
Mindestens ein Meter Abstand zu einem fremden Auto wird Kindern empfohlen – das zeigt die von Torsten Mehner und Momo dargestellte Situation. Quelle: Jana Franke
Grevesmühlen

Wie stellen sich Kinder böse Menschen vor? Schwarz gekleidet. Mütze tief ins Gesicht gezogen. Mit dabei haben sie ein Seil, mit dem sie Kinder fesseln und mitnehmen. So wird es ja oft in Filmen dargestellt. Aber es entspricht längst nicht der Realität. Umso wichtiger sind Sicherheitstrainings, die in Kindergärten und Schulen angeboten werden. Nun haben die Mädchen und Jungen der Klasse 3a der Grundschule „Am Ploggensee“ eines hinter sich – und gehen gestärkt in den Alltag.

Schwarzmalerei und Angstmacherei sind es keinesfalls, was Doreen Struß und Torsten Mehner vom Kinder- und Jugendsicherheits-Team Mecklenburg-Vorpommern (KiJu) bezwecken wollen. Sie wollen aufklären. „Zu Hause heißt es immer von den Eltern ‚Geh mit keinem Fremden mit!‘ Aber was ist ein Fremder?“, stellt Doreen Struß in den Raum. Der vermeintlich Fremde muss das Kind nur ein paar Tage hintereinander im Bus angesprochen haben – und schon ist es kein Unbekannter mehr. „Es gibt keinen Grund, mit jemandem mitzugehen, von dem die Eltern nichts wissen“, verdeutlicht sie.

„Hey, ich habe Süßigkeiten. Möchtest du auch?“ Oder: „Ich habe eine süße Katze im Auto. Möchtest du mal sehen?“ Oder: „Dein Schulbus hat eine Panne. Komm, steig ein. Ich fahre dich schnell zur Schule.“ Das sind nur einige Beispiele, mit denen Kinder angelockt werden können. Und nein: Der Fremde ist weder schwarz gekleidet noch hat er die Kapuze ins Gesicht gezogen – er möchte ja nicht auffallen und sieht wie jeder andere normal aus. „Vergesst alles, was ihr aus dem Fernsehen kennt“, mahnt Torsten Mehner die Kinder.

Wie sollen die Kinder reagieren? Die Drittklässler rufen es umgehend ganz laut heraus: „Lassen Sie mich in Ruhe!“ Weglaufen und Hilfe holen – im Geschäft, im Wohnhaus, von Orten, an denen sich Menschen aufhalten. Wenn sie festgehalten werden, ins Schienbein des Täters treten. Alles leichter gesagt als getan? Die Mädchen und Jungen sind sicher, dass sie das im Ernstfall hinkriegen, sagen sie.

20 Euro kostet das Sicherheitstraining. Der Elternrat der Klasse setzte sich dafür ein, dass die Hälfte aus der Klassenkasse bezahlt wird, die andere Hälfte tragen die Eltern. Gut angelegtes Geld, meint Klassenlehrer Thomas Effenberger.

Die Mädchen und Jungen der Klasse 3a der Grundschule „Am Ploggensee“ in Grevesmühlen (Nordwestmecklenburg) erlebten ein Sicherheitstraining, das in den Unterricht eingebunden war.

Von Jana Franke

Ob Sie sich auf den Advent einstimmen, feiern oder Musik hören wollen – an diesem Wochenende gibt es in Grevesmühlen (Nordwestmecklenburg) viele Veranstaltungen, auf denen für jeden etwas dabei ist.

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