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Nordwestmecklenburg So denken Boltenhagener und Urlauber über die Dünenpromenade
Lokales Nordwestmecklenburg So denken Boltenhagener und Urlauber über die Dünenpromenade
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14:06 21.02.2020
Meike Lederer aus Welzin: Ich bin dagegen, denn die Düne ist ein Schutzgebiet. Quelle: Kilian Huschke
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Boltenhagen

Die Arbeiten an der Dünenpromenade in Boltenhagen (Landkreis Nordwestmecklenburg) beginnen kommende Woche. Endlich, sagen die einen. Ein Frevel an der Natur und der Landschaft sagen die Kritiker. Rotraut Schröder aus Boltenhagen spricht sich deutlich gegen das Bauvorhaben aus. Sie findet, dass die Baumaßnahmen den Strand verunstalten.

Laut Planung sollen außerdem die Radfahrer die untere, alte Promenade nutzen, während Fußgänger das alleinige Nutzrecht für die neue Strandpromenade erhalten sollen. So sollen die Verkehrsprobleme zwischen beiden behoben werden, die jede Saison auf der alten Promenade auftreten. Aber die Trennung zwischen Radfahrern und Fußgängern hält sie für Unsinn. „Die Leute werden sich sowieso nicht daran halten. Und dann gibt es nur noch mehr Chaos als so schon, weil man auf der neuen Promenade nicht ausweichen kann.“

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Barrierefreiheit ist gut

Ihr Ehemann Dietrich Schröder, der ebenfalls aus Boltenhagen kommt, ist da anderer Meinung. Gerade die versprochene Barrierefreiheit findet der Rentner gut. „Es ist doch schön, wenn auch Rollstuhlfahrer bis an den Strand können. Das Projekt ist eine gute Idee.“

Bildergalerie: Das sagen die Einheimischen

Meinungen zur neuen Dünenpromenade in Boltenhagen

Heiko Biller aus Ihlo befürwortet die Idee auch. „So wie es jetzt ist, sieht man ja nicht wirklich was vom Meer. Wenn man oben auf den Dünen langgehen kann, hat man eine tolle Aussicht und kommt keinem Radfahrer in die Quere.“ Der gebürtige Ostfriese betrachtet die Idee vor allem aus Sicht der Urlauber als eine lohnende Investition.

Vergleich mit Timmendorf

Meike Lederer aus Welzin verbringt fast jeden Sommer in Boltenhagen am Strand. Die 20-jährige Auszubildende macht sich vor allem Sorgen um das Ökosystem der Dünenlandschaft. „Das ist ja immerhin auch ein Vogelschutzgebiet. Und dass das einfach so überbaut wird, finde ich sehr schlecht. Und außerdem kann man sich ja kaum noch am Strand entspannen, wenn oben die ganzen Leute langspazieren.“ Gerade Letzteres empfindet sie als nervenraubend für die einheimischen Strandbesucher.

Das Ehepaar Allette und Jürgen Martius ist ein großer Befürworter des Projekts. Sie vergleichen die neue Promenade mit der in Timmendorf, die sie oft und gerne besuchen. „Da kann man ja auch direkt auf den Strand schauen und es gibt sogar Imbisse auf der Promenade. Und die Barrierefreiheit finden wir auch sehr gut.“

Geld an anderer Stelle besser verwendet

Nena-Susann Buchert aus Tramm empfindet das ganze Projekt als sehr unnötig. Sie meint, dass das Geld für eine neue Promenade an anderer Stelle besser verwendet worden wäre, zum Beispiel für Schulen oder Kindergärten. „Ich finde, es gibt schon genug Attraktionen für Touristen in Boltenhagen. Und die Promenade funktioniert doch gut. Außerdem bedeuten mehr Touristen nur mehr Stress für die Einheimischen.“

Man sieht also, das Bauvorhaben hat sowohl Freunde als auch Feinde. Doch ob man es nun gut findet oder nicht, am Montag werden die ersten Schritte eingeleitet und im Sommer 2021 wird sich zeigen, ob die Idee gut oder schlecht war.

Wenn auch Sie sich dazu äußern wollen, schreiben Sie uns an grevesmuehlen@ostsee-zeitung.de

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Von Kilian Huschke

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