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Nordwestmecklenburg Das Runde muss ins Eckige – aber fair
Lokales Nordwestmecklenburg Das Runde muss ins Eckige – aber fair
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19:35 10.04.2019
Freuen sich auf das Event in Grevesmühlen: (v. l.) Hanno Kremer und Doris Neitzel von der Sparkasse, der ehemalige Fußballprofi René Tretschok und Thomas Meyer vom Kreissportbund. Quelle: JANA FRANKE
Grevesmühlen

„Fußball ist einfach: Rein das Ding und ab nach Hause“, sagte der ehemalige Nationalspieler Lukas Podolski einmal in einem Interview. Na dann, liebe Fußball-Fans in Nordwestmecklenburg: Nichts wie hin zum Soccer-Turnier, das am 20. Juni in der Ploggenseehalle in Grevesmühlen stattfindet. Rein das Ding und ab nach Prora zum Bundesfinale.

Nach 2013 findet das Straßenfußball-Turnier erstmals wieder in Grevesmühlen statt. Fünf Jahre ist es konstant in Wismar ausgetragen worden. Mit der Regionalen Schule „Am Wasserturm“ als Partnerschule wird die Veranstaltung nun endlich wieder in die ehemalige Kreisstadt geholt.

„Wir wollen den Fußball nutzen, um die Themen Fairplay und Integration zu verankern“, wirbt der ehemalige Borussia Dortmund-Spieler und Champions League-Sieger René Tretschok als Botschafter des Turniers. Es gilt als eines der größten Jugendsozialprojekte deutschlandweit, das von Politikern wie Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, dem ehemaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck und dem ehemaligen Bundesinnenminister Thomas Maizière unterstützt wird.

Die Regionale Schule selbst, die Grundschulen „Fritz Reuter“ und „Am Ploggensee“ und das Gymnasium „Am Tannenberg“ in Grevesmühlen haben bereits mehrere Teams angemeldet. Angesprochen sind aber alle Schulen und auch Vereine im Landkreis.

Mit dabei sein wollen auch Max Mario Wittern (11) vom Mallentiner SV und Ben-Luca Klein (13) vom Grevesmühlener FC. Beide erleben nicht immer Fairplay im Fußball, worum es hauptsächlich beim Straßenfußball-Turnier geht. „Klar verliert niemand gern, aber Fairness ist wichtig“, glaubt Max Mario. Ben-Luca überlegt bereits, wen er sich ins Team holt. Als alter Fußballhase – er spielt bereits mehrere Jahre – rechnet sich der Siebtklässler gute Chancen aus.

Die Konkurrenz aber könnte groß werden. Denn mit den Jahren – das Fairplay-Soccer-Turnier wird seit 2001 ausgetragen – steigen die Teilnehmerzahlen rasant. Ein kleiner Vergleich: Zählten die Veranstalter im Jahr 2010 noch 3000 Fußballbegeisterte deutschlandweit, waren es im vergangenen Jahr bereits 22000 in fast 50 Veranstaltungen.

In Grevesmühlen finden die letzten Vorrunden für das Landesfinale statt, das am 23. Juni in Rostock ausgetragen wird. Fünf Vorrunden werden bis zum 20. Juni bereits in Mecklenburg-Vorpommern ausgetragen sein. Vorrundenturniere gibt es insgesamt 42 – davon sieben in Berlin, sieben in Brandenburg, neun in Sachsen, sieben in Sachsen-Anhalt und sechs in Thüringen.

Ein hart gesottener Fußballer zu sein, das ist keine Voraussetzung für die Teilnahme in Grevesmühlen, die übrigens kostenfrei ist. „Wir wollen eben niemanden ausgrenzen“, begründet René Tretschok.

Drei bis vier Soccer-Anlagen werden in der Ploggenseehalle aufgebaut. Je nach Anzahl der teilnehmenden Teams – die Anmeldung ist erst am Spieltag selbst möglich – werden die einzelnen Spiele drei bis vier Minuten dauern. Mädchen- und Jungenmannschaften spielen getrennt. Aber auch gemischte Mannschaften sind möglich. Dann allerdings müssen sie sich unter den männlichen Teams behaupten. Empfohlen werden drei Kicker plus ein Einwechselspieler pro Team. Drei sind auf dem Feld. Eingewechselt werden kann beliebig oft.

Für jedes gewonnene Spiel gibt es drei Punkte, bei einem Unentschieden können die Teams einen Punkt retten. Zusätzlich gibt es eine Fairplay-Bewertung. Jedes Team startet mit sechs Punkten. Mit jedem Fehlverhalten – Treten, Rempeln, Anspringen, Stoßen, Schlagen, Beinstellen, Grätschen, absichtliches Handspiel, Begrüßung ohne Shakehands – wird ein Punkt abgezogen. Über Medaillen und Pokale können sich am Ende pro Altersklasse die ersten drei sportlichen Sieger und die ersten drei Fairplay-Sieger freuen. Die besten fahren nach Rostock zum Landesfinale und kämpfen dort um die Teilnahme beim Bundesfinale auf Rügen, das vom 24. bis 28. Juli stattfindet.

Gekämpft wird am 20. Juni in den Altersklassen sechs bis Ü18. Die Sechs- bis 13-Jährigen können sich ab 8 Uhr anmelden, Anpfiff ist kurz nach der offiziellen Eröffnung um 9 Uhr. Bis etwa 12 Uhr wird in K.O.-Runden gespielt. Ab 13 Uhr kicken die 14- bis über 18-Jährigen den Ball. Anmeldungen sind ab 12 Uhr möglich.

Brunhilde Hallmann, Leiterin der Regionalen Schule "Am Wasserturm" in Grevesmühlen Quelle: Jana Franke

Die Schulleiterin der Regionalen Schule „Am Wasserturm“, Brunhilde Hallmann, ist voller Vorfreude: „Der Fairplay-Gedanke ist wichtig, auch über den Fußball hinaus. Es ist ein wichtiger Inhalt unseres Schulkonzeptes.“ Mit dem Ball umgehen können jedenfalls einige Regionalschüler. In den vergangenen Jahren hatten sich einige für das Bundesfinale qualifiziert. Na dann: Rein das Ding und ab nach Prora!

Jana Franke

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