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Nordwestmecklenburg Soko-Wismar-Darstellerin Katharina Blaschke: „Ich bin ein technisches Rindvieh“
Lokales Nordwestmecklenburg Soko-Wismar-Darstellerin Katharina Blaschke: „Ich bin ein technisches Rindvieh“
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17:05 21.08.2019
Schauspielerin Katharina Blaschke und Dirk Schiewer, Inhaber des Restaurants Sommerlaune in Boltenhagen Quelle: Michael Prochnow
Boltenhagen/Wismar

Katharina Blaschke war zu Gast in der Sommerlaune in Boltenhagen. Inhaber Dirk Schwiewer lädt regelmäßig Prominente ein, die in dem gemütlichen Restaurant mit den Gästen ins Gespräch kommen. Die 62-Jährige, die seit 15 Jahren in der Serie Soko Wismar mitspielt, ist bereits die vierte Darstellerin der Serie, die im Ostseebad zum Talk in die Sommerlaune gekommen ist. „Eine wunderbare Frau“, schwärmt Dirk Schiewer. Im Interview berichtet Katharina Blaschke unter anderem davon, weshalb sie Drehbücher immer noch als Ausdruck auf Papier bekommt.

Sie sind im 15. Jahr als Darstellerin bei Soko Wismar dabei, das heißt, sie waren damals eine der ersten Schauspielerinnen, die engagiert wurden, ist das richtig?

Katharina Blaschke: Ja, ich bin diejenige, die nach Udo Kroschwald die längste Zeit in der Serie mitspielt. Es ist ein tolles Team, und ja, es macht immer noch Spaß.

Alles zur Serie Soko Wismar

Soko Wismar ist eine deutsche Kriminalserie. Sie wird seit dem 6. Oktober 2004 im ZDF ausgestrahlt und läuft mittwochs im Vorabendprogramm. Es handelt sich bei der Serie um den fünften Ableger der Serie Soko 5113. Mittlerweile wird die 16. Staffel ausgestrahlt. Soko Wismar wird von der Produktionsfirma Cinecentrum Berlin hergestellt, einer Tochterfirma von Studio Hamburg. Die Dreharbeiten finden je zur Hälfte in Wismar und Umgebung und in Berlin statt. Für Außenaufnahmen dienen häufig die zum Weltkulturerbe zählende Altstadt und die Hafenanlagen von Wismar als Kulisse. Als Zugang zum Polizeirevier wird die Hofeinfahrt zum Heiligen-Geist-Hospital gezeigt. Das Reviergebäude selbst, in dem auch die Innenaufnahmen stattfinden, steht jedoch im Berliner Studio Adlershof.

Mit Verlaub, gibt es so etwas wie ein Limit, das man sich als Schauspielerin setzt für den Verbleib in einer Fernsehserie?

Also wenn ich über die 15 Jahre nachdenke, dann wird mir ganz anders. Ich hätte vorher nie gedacht, dass es so lange geht. Aber irgendwie geht’s.

Es bleibt aber immer noch Zeit für andere Projekte?

Ja, im vergangenen Jahre habe ich für Wilsberg gedreht, der Film wird in diesem Jahr ausgestrahlt. Es hat ein Höllenspaß gemacht.

Nach Wilsberg müsste ja eigentlich ein Engagement im Tatort folgen, oder?

Tatort hatte ich bereits, ich durfte im Kieler Tatort mit Axel Milberg vor einigen Jahren ein klumpfüßiges Zimmermädchen spielen. Das hat sehr viel Spaß gemacht.

Ich habe gelesen, Sie würden gern einmal eine Mörderin spielen. Aber bislang gab es noch keine Möglichkeit.

Ja, das stimmt. Obwohl unser Regisseur versprochen hat, dass er sich mal nach einer passenden Rolle umschaut.

Gibt es die Möglichkeit, dass die Schauspieler Einfluss auf das Drehbuch nehmen?

Man kann durchaus Wünsche äußern. Ich hatte mal eine Nachricht in der Ostsee-Zeitung entdeckt, dass Horste von Raubvögeln gern mal abgesägt würden, wenn sie Investoren beispielsweise von Windrädern im Wege stünden. Dieses Thema wurde dann auch in ein Drehbuch eingearbeitet, am Ende konnten beide Seiten, auch die Landwirte, ihre Beweggründe schildern.

Das heißt, Sie lesen regelmäßig Zeitung?

Ja, ich lese die Ostsee-Zeitung genau aus diesem Grund, um zu wissen, was in der Region passiert, in der ich arbeite.

Was lesen Sie in Hamburg und in Berlin?

In Hamburg, wo meine Mutter lebt, gibt es einen Handel mit der Nachbarin, dann werden der Spiegel und das Hamburger Abendblatt getauscht. In Berlin hüpfe ich zwischen der Berliner Zeitung und der Süddeutschen Zeitung hin und her. Ich habe kein Zeitungs-Abo, ich kaufe am Kiosk nach Überschriften meine Zeitungen.

Lesen Sie eigentlich online Nachrichten?

Nein, weil ich ein technisches Rindvieh bin. Ich bin nicht vernetzt, habe keine Apps und bin auch nicht bei Facebook.

Aber ein Smartphone haben Sie?

Ja, insofern bin ich nicht so ganz ein Fossil, aber den Sprung zum Tablet habe ich noch nicht geschafft. Obwohl mein Bruder mir so ein Ding vor Jahren geschenkt hat. Aber ich habe es noch nicht geschafft, es zu benutzen. Aber ich mache natürlich Fotos mit den Handy. Aber zum Frühstück müssen Zeitungen auf dem Tisch liegen.

Gibt es in Wismar einen Platz, an den Sie immer wieder kommen?

Ja, aber es ist leider nicht mehr regelmäßig geöffnet. Was ich immer geliebt habe, war das Café am Fürstenhof, weil die so einen hinreißenden Obstgarten haben. Da kann man wunderbar seinen Text lernen.

Apropos Text: Drehbücher lesen am Computer oder auf Papier?

Ich bekomme die Drehbücher immer noch als Ausdruck, ich kann das nicht am Computer lesen. Ich lerne meistens im Liegen und habe ein paar Bücher unter dem Kopf.

Wenn Sie sich einen Drehort wünschen könnten für die Soko Wismar, welcher wäre das?

Das Restaurant Sommerlaune wäre ein guter Ort, ich werde das vorschlagen.

Von Michael Prochnow

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