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Nordwestmecklenburg Spaß-WM in Gummistiefeln
Lokales Nordwestmecklenburg Spaß-WM in Gummistiefeln
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15:28 23.06.2014
Die Mannschaft „New Kids“ schützt bei der Gummistiefel-WM in Lockwisch ihre Männlichkeit. Quelle: Fotos: Steffen Oldörp
Lockwisch

In kurzen, bunten Hosen, lustigen T-Shirts und in Gummistiefeln — so traten gestern zehn Teams bei der Gummistiefel-Weltmeisterschaft in Lockwisch gegen den Ball. Einige trugen sogar Perücken und anderen Kopfschmuck. „Es soll einfach lustig aussehen“, erklärt Bürgermeister Reiner Behrens.

Alle vier Jahre und immer dann, wenn auch die Fifa-WM ausgetragen wird, ermitteln Männer und Frauen in dem kleinen Ort bei Schönberg ihren Champion. Die Teams heißen aber nicht Brasilien, Italien oder Deutschland, sondern Lüdersdorfer Blutgrätscher, Petersberger Bullen oder Rudi Volk‘s Sturm. Und während es bei der WM in Brasilien im Moment um die wichtigste Fußballtrophäe geht, steht in Lockwisch „nur der Spaß im Vordergrund“, sagt Reiner Behrens.

Fußball spielen mit Stollenschuhen und auf grünem Rasen — für viele kein Problem. Mit Gummistiefeln und auf unebenem Sand dagegen schon. Diese Erfahrung mussten selbst routinierte Fußballer wie Ingo Schuhmacher und Mathias Blomberg machen — einst in Diensten des FC Schönberg 95. Nicht nur das Laufen fiel ihnen und den anderen Spielern deutlich schwerer, auch die Ballannahme war alles andere als ein Kinderspiel. Vom Schießen mit dem Ball mal ganz zu schweigen. Mit das wichtigste bei der Gummistiefel-WM — neben Bier natürlich: Socken, damit die Füße nicht so scheuern. Matthias Blomberg hatte gleich drei Paar dabei. „Auch, um ein besseres Gefühl für den Ball zu bekommen“, erklärt er. Dann sitzen die Stiefel nämlich enger.

Zu beschreiben, wie toll der gestrige Nachmittag war, das viel Harald Knauer von den „Petersberger Bullen“ auch Minuten nach einem Abpfiff noch schwer. Er war völlig außer Atem. „Es strengt unwahrscheinlich an, mit Gummistiefeln zu spielen“, sagte er, um dann noch zu erwähnen: „Es ist einfach super hier. Die ganze Woche bin ich unterwegs. Um abzuschalten und um auf andere Gedanken zu kommen, ist so ein Turnier wunderbar.“

Auch Moderator Rudi Volk aus Schönberg kommt immer wieder gerne zur Gummistiefel-WM nach Lockwisch. Er sagt: „Das ist das beste Volksfest, das ich je gesehen habe. Die Idee ist super, alle haben Spaß, alle freuen sich, es ist einfach traumhaft hier.“

Rudi Volk, Chef eines Pflegedienstes in Schönberg, hatte sogar sein eigenes Team dabei — eine Frauenmannschaft. Immer wenn er „seine Mädels“ gegen den Ball treten sah, war die Neutralität des Moderators mit einem Mal verflogen. Der Teamchef feuerte seine Mädels an, versuchte sie zu Höchstleistungen anzuspornen, indem er ihnen versprach, einen Tag frei zu bekommen — für jede Mitarbeiterin, die ein Tor schießt. Melina Ollmann nahm sich dieses Versprechen zu Herzen. Sie erzielte im Spiel gegen das Team Voßberg, ebenfalls eine Frauenmannschaft, das 1:0.

Den angekündigten freien Tag ihres Chefs wird sie auf jeden Fall einfordern, sagte die Torschützin freudestrahlend. „Nur was ich dann mache, das weiß ich noch nicht. Das hängt sicher auch vom Wetter ab.“

Lockwischs Bürgermeister Reiner Behrens zeigte sich sehr zufrieden mit dem Turnier. Die besondere WM in Gummistiefeln in dem kleinen Dorf bei Schönberg hat als Gaudiveranstaltung offenbar großes Potenzial. Mehr als 1000 Besucher kamen — trotz zwischenzeitlichen Regens — zur WM, die Feuerwehr und Gemeinde organisiert hatten. „Das ist großartig. Besser geht es wohl nicht“, so ein glücklicher und zufriedener Lockwischer Bürgermeister.

Um abzuschalten und um auf andere Gedanken zu kommen, ist so ein Turnier wunderbar.“Harald Knauer

Steffen Oldörp