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Nordwestmecklenburg Mehr als 8000 Euro für Familie Plath in Warnow
Lokales Nordwestmecklenburg Mehr als 8000 Euro für Familie Plath in Warnow
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16:30 26.09.2019
Ekkehard Giewald (l.) vom Deutschen Roten Kreuz übergibt Norbert Plath den symbolischen Scheck. Die Spendenaktion hatte Thomas Lange initiiert. Quelle: Michael Prochnow
Warnow/Grevesmühlen

Inzwischen kann Norbert Plath wieder lächeln. „65 Leute haben für uns gespendet. Meine Güte, das ist eine ganze Menge“, sagt der Warnower, der jetzt die Spenden aus den Händen von DRK-Vorstandschef Ekkehard Giewald entgegennahm. 6805 Euro sind zusammengekommen, nachdem die Dorfgemeinschaft im Juni einen Spendenaufruf gestartet hatte.

Zuvor hatte das schwere Unwetter am 15. Juni die Wohnung der Familie in Warnow verwüstet. Teilweise kamen mehr als 100 Liter Regen pro Quadratmeter innerhalb weniger Stunden vom Himmel. Das Wasser lief von den Äckern hinter dem Haus in Richtung Straße und staute sich, weil es nicht schnell genug ablaufen konnte, an den Türen und Fenstern der Wohnung, die sich im Erdgeschoss befindet. „Das Wasser hat einfach die Innentüren aufgedrückt, so groß war die Kraft. Wir hatten keine Chance“, erinnert sich Norbert Plath.

Thomas Lange, selbstständiger Dachdecker aus Warnow, zögerte nicht lange, als er von dem Unglück erfuhr. Er trommelte die Dorfgemeinschaft zusammen und startete einen Spendenaufruf. Das DRK Nordwestmecklenburg stellte dafür ein Konto zur Verfügung. Über die Resonanz staunte am Ende auch Vorstandsvorsitzender Ekkehard Giewald. „Wirklich beachtlich, wie viele Leute sich daran beteiligt haben und wie viel Geld am Ende zusammengekommen ist.“

Spendengelder auch von anderer Stelle

Doch diese 6805 Euro sind nicht alles: Zeitgleich engagierte sich Anika Reisch vom Versicherungskontor Reisch & Reisch in Grevesmühlen für die Familie in Warnow. Auf das Ehepaar aufmerksam geworden ist die Versicherungsexpertin aufgrund einer Nachfrage der OZ. Denn die Versicherung der Familie zahlt nicht einen Cent, da das Haus nicht gegen sogenannte Elementarschäden versichert ist. Wie viele Familien haben auch die Plaths die Versicherungen im Laufe der Jahre angepasst. „Und dabei ist irgendwann der Absatz mit den Elementarschäden rausgefallen“, sagt Norbert Plath. „Ärgerlich, aber leider nicht zu ändern.“

Sammelten Geld für Sibylle und Norbert Plath (Mitte): Anika Reisch (l.) und Azubi Katharina Salesow vom Versicherungskontor Reisch&Reisch in Grevesmühlen. Knapp 188 Euro kamen zusammen. Quelle: JANA FRANKE

Seinerzeit zu Recherchezwecken auf den fachlichen Unterschied zwischen Elementarversicherung und Wohngebäudeversicherung angesprochen, erkannte Anika Reisch: Der Familie muss irgendwie geholfen werden, ein wenig über den Gesamtschaden von 70 000 Euro hinwegzutrösten. „Auf fünf Messen und in unserem Versicherungsbüro haben wir eine Spendenbox aufgestellt“, erläutert sie. Knapp 188 Euro sind von Kunden reingesteckt worden. „Wir hoffen, dass das der Familie ein wenig weiterhilft“, sagt Anika Reisch.

Nicht untätig bleiben wollten auch der Bürgermeister der Gemeinde Warnow, Lothar Kacprzyk, und die Organisatoren des Dorffestes, das am 7. September in Warnow stattfand. Am Ende des Tages zählten die Veranstalter mehr als 800 Besucher. Die Einnahmen aus Tombola, Kuchen- und Wurstverkauf kommen nicht nur der Gemeinde zugute, auch Familie Plath wird bedacht. 1000 Euro übergab der Bürgermeister nun an das Ehepaar. „Ich bin überwältigt“, sagt Sibylle Plath.

Ihr Mann hätte diese Summe zu gern der freiwilligen Feuerwehr im Ort für ihre Jugendarbeit gespendet. „Wären die Kameraden nicht gewesen, wäre der Schaden viel höher. Sie haben das Wasser im Haus sofort abgepumpt und somit verhindert, dass die Feuchtigkeit ins Mauerwerk geht“, schildert er. Trotz der netten Geste, die Feuerwehr zu beschenken, bestand Lothar Kacprzyk darauf, dass die Familie das Geld behält.

Lothar Kacprzyk, Bürgermeister der Gemeinde Warnow. Quelle: MICHAEL PROCHNOW

Zu den stolzen Summen kommen noch einmal mehr als 300 Euro dazu. Denn auch die Mitarbeiter und Kunden der Eiben- und der Efeu-Apotheke in Schönberg zeigten Herz. Eine Verwandte von Sibylle Plath arbeitet dort und startete ohne ihr Wissen die Hilfsaktion. „Wir bedanken uns bei allen, die uns unterstützten“, betont sie.

Inzwischen hat Norbert Plath die meisten Schäden behoben. Es ist gemalert, die Fußböden sind renoviert und die meisten Möbel – von der Anbauwand im Wohnzimmer bis zu Kleiderschränken und Betten im Schlafzimmer sowie Küchenmöbel – sind ersetzt. Die Spenden sind eine wichtige Unterstützung, denn mehr als 30 000 Euro investierte die Familie in die Sanierung der Wohnung, die nur wenige Tage vor dem Unwetter frisch renoviert worden war.

Von Jana Franke und Michael Prochnow

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