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Nordwestmecklenburg Stadt verliert Steuereinnahmen
Lokales Nordwestmecklenburg Stadt verliert Steuereinnahmen
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16:09 14.01.2019
Der Markt in Klütz mit Kirche und alten sowie neuen Gebäuden Quelle: MALTE BEHNK
Klütz

Die Änderung der Bäderregelung als Kompromiss des Landes mit der Gewerkschaft Verdi ärgert den Klützer Bürgermeister Guntram Jung (CDU). Die Stadt ist eine der Kommunen, die künftig von der Bäderregelung ausgenommen sein soll. Geschäfte dürfen dann nicht mehr sonntags während der Badesaison öffnen.

Stadt will Widerspruch einlegen

„Wir werden als Gemeinde Widerspruch gegen die veränderte Verordnung einlegen“, sagt Jung, der sich noch in dieser Woche darum kümmern will. „Klütz wird in Schwerin offenbar falsch wahrgenommen“, sagt er. Das Grundzentrum des Klützer Winkels, der als attraktive Tourismusregion gilt, werde offenbar nicht wichtig genug genommen.

Guntram Jung (CDU), Bürgermeister der Stadt Klütz. Quelle: Anne Kubik

„Laut Statistischem Landesamt haben wir 50 000 Übernachtungen pro Jahr“, sagt Jung, dazu kämen etwa weitere 15 000 Übernachtungen in Betrieben die aufgrund ihrer Größe vom Landesamt nicht erfasst werden. „Zu diesen 65 000 Übernachtungen kommt in der Saison eine große Zahl an Tagestouristen“, fügt Jung hinzu. Mindestens 50 000 Gäste würden im Museum von Schloss Bothmer pro Jahr gezählt, weitere besuchen lediglich den Park auf der Schlossinsel. „Seit der Eröffnung 2015 wurden etwa eine Million Besucher auf dem Schlossgelände gezählt“, so Jung. Ebenso sei der Klützer Kaffeebrenner mit etwa 27 000 Fahrgästen ebenso wie Literaturhaus „Uwe Johnson“ oder Schmetterlingspark ein Besuchermagnet. „Das alles zeigt, dass wir sehr viele Gäste in der Stadt haben“, sagt Jung. Diese Gäste würden eine Infrastruktur erwarten, zu der auch während der Saison der Sonntagsverkauf gehört.

Klütz gehen Steuergelder verloren

Die kleinen Geschäfte im Ort seien sehr wichtig für die Stadt. „Genauso aber die großen wie Lidl, Penny oder Kaufhaus Stolz am Rand der Stadt“, sagt der Bürgermeister mit Blick auf die Gewerbesteuerzahlungen der Unternehmen. „Uns gehen durch die Änderung der Bäderregelung jetzt unmittelbar Steuergelder verloren.“ Bei der aktuellen Haushaltslage sei das ein großer Einschnitt für Klütz.

Schlechtere Bedingungen als in Schleswig-Holstein

Guntram Jung habe auch mit Unternehmer Martin Stolz über die veränderte Bäderregelung gesprochen, der sehr verärgert sein soll. „Er hat den direkten Vergleich zu Schleswig-Holstein, wo die Verordnung nicht so streng gefasst ist“, sagt Jung, der die Gewerkschaft Verdi kritisiert. Man könne vermuten, dass die Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern schlechter gestellt werden soll, als im benachbarten Bundesland. „Im Westen Mecklenburgs waren Klütz und Boltenhagen die einzigen Orte, in denen die Bäderregelung galt“, sagt Jung. Gerade die Urlaubsorte im Westen Mecklenburgs stünden in direkter Konkurrenz zu den Orten in Schleswig-Holstein.

Kritik an Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU)

„Ich bin auch wenig begeistert vom Wirtschaftsminister“, sagt Guntram Jung über Harry Glawe, obwohl der wie der Klützer Bürgermeister in der CDU ist. „Er hatte den Vorgang ,zur Chefsache’ gemacht und sagt ,jetzt ist alles gut geworden’, als der Kompromiss veröffentlicht wurde“, ärgert sich Jung.

Die Stadt sei sowohl auf kleines Gewerbe und Dienstleister als auch auf die größeren Händler angewiesen. „Wir haben nicht die großen Betriebe wie Wahrsow oder Dassow“, sagt Guntram Jung. „Aber wir versuchen über die Gewerbesteuer auch einen Teil vom Kuchen des Tourismus abzubekommen. Das sind kleine Schritte, um unsere Einnahmen zu erhöhen. Die nimmt uns das Land jetzt“, sagt Jung. „Das ist mehr als schade.“

Malte Behnk

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