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Nordwestmecklenburg Städte im Sammel-Fieber
Lokales Nordwestmecklenburg Städte im Sammel-Fieber
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18:40 24.03.2018
Daumen runter für so viel angesammelten, illegal entsorgten Müll: Ole (4), Theo (6) und Felix (6 / von links) fanden im Garagenkomplex am Wohngebiet „An der Kastanienallee“ unter anderem einen Sessel, Autoreifen, Lampen und eine Herdplatte. FOTOS (2): JANA FRANKE
Grevesmühlen/Dassow/Schönberg

„Das liegt wohl schon länger hier“, meint Felix Ohland und hält eine Verpackung von Feuerwerksraketen in die Höhe. Kopfschüttelnd wirft der Sechsjährige den Müll in den blauen Sack. „Ich finde es ganz und gar nicht gut, wenn Leute das einfach so auf den Weg werfen“, sagt er und versichert, dass er Bonbon-Papier in die Jackentasche steckt, wenn kein Mülleimer in der Nähe ist. „Oder in Mamas Handtasche“, ergänzt er.

Zum Tag der Sauberkeit starteten Grevesmühlen, Dassow und Schönberg Aktionen.

Felix ist einer von etwa 40 Teilnehmern, die am Sonnabend zum Tag der Sauberkeit in Grevesmühlen das Aufräum-Fieber packt. Mit der Beteiligung ist Ordnungsamts-Chefin Manuela Harder zufrieden. Klar könnten es mehr sein, aber es hatten sich in den vergangenen Jahren auch schon mal deutlich weniger an der Aktion beteiligt. Gesammelt wird unter anderem am Ploggensee und am Vielbecker See, in den Wohngebieten „An der Kastanienallee“ und „Ploggenseering“, die B105 entlang, im Börzower Weg und an der Schweriner Landstraße.

Den größten Fund machen Felix sowie Ole (4) und Theo (6) mit Papa Stefan Baetke, die der Erstklässler der Grundschule „Am Ploggensee“ begleitet: ein blauer Sessel, Lampen, zwei Autoreifen und unter Laub ist noch eine Herdplatte versteckt. Die Jungs sind völlig aus dem Häuschen, was sich zwischen zwei Garagenkomplexen nahe dem Wohngebiet „An der Kastanienallee“ findet. „Wieso werfen die Leute das denn hier hin“, fragt Theo immer wieder.

Eine ähnliche Frage stellt sich Fionn Krätsch. Der 15-jährige Grevesmühlener ist mit Peter Neumann von Neu Degtow nach Degtow unterwegs. Auf der knapp einen Kilometer langen Strecke finden sie fast 300 leere Flaschen, zu 90 Prozent sind es Flachmänner.

Auch in Dassow sind Menschen fleißig dabei, Hecken und Wege von Unrat zu befreien. „So eine Aktion ist superwichtig. Denn die Stadt ist nicht besonders sauber“, meint Monika Böbler. Sie gehört zu den knapp 50 Frauen und Männern, die sich auf Initiative der Stadt vor dem Haus der Freiwilligen Feuerwehr zur großen Müllsammelaktion getroffen haben. Lange suchen müssen sie nicht, um Unrat zu finden, der in den Müllsäcken landet.

Zwei volle blaue Säcke bringt in diesem Moment Manuela Klotz mit. Mit ihren Kindern Lukas (5), Bennet (8) und Jonas (10) hat sie sich schon vor dem offiziellen Start auf den Weg begeben. Von der Bahnhofstraße am Schwimmbad bis hin zum Jens-Voigt-Ring ist das Quartett gegangen, hat Kochtöpfe, Plasteflaschen, Einweg-Kaffeebecher und unzählige Hundekot-Tüten gefunden. Nun wollen sie ein weiteres Mal auf Müll-Suche gehen.

„Es ist schön, dass wieder so viele Menschen gekommen sind“, freut sich Annett Pahl. Die amtierende Bürgermeisterin der Stepenitzstadt hat sich ebenfalls Handschuhe angezogen und einen Müllsack geschnappt. Denn den vielen fleißigen Sammlern will sie in nichts nachstehen. Dabei schaut sie auch auf die fleißigen Helfer der freiwilligen Feuerwehr und des Fördervereins. Sie haben an diesem Morgen ebenfalls alle Hände voll zu tun. Bei der vom Förderverein initiierten Metall- und Eisenschrottsammelaktion sind sie ununterbrochen dabei, um Fahrräder, Stangen und andere Dinge von den Fahrzeugen abzuladen und zu sortieren. „Es funktioniert sehr gut. Wir verbinden die Aktion gerne mit dem Frühjahrsputz der Stadt“, sagt der Fördervereinsvorsitzende Sascha Kuhfuß (45). Der Erlös kommt der Jugendfeuerwehr Dassow zugute.

Ortswechsel. Schönberg. Felix Gäde macht sich mit blauen Handschuhen und einer blauen Mülltüte in der Hand auf den Weg vom Schönberger Naturbad in Richtung Fritz-Reuter-Straße. Schon nach wenigen Metern geht der 13-Jährige der Jugendwehr in die Knie, hebt ein Stück Papier auf. „Ich finde die Aktion gut, weil wir die Stadt so sauber halten“, sagt er.

Neben ihm steht Jugendwart Maik Warobiow und nickt. „Wir machen als Jugendwehr mit, weil die Kinder dabei etwas lernen sollen. Nämlich, dass sie nicht einfach ohne nachzudenken Müll wegschmeißen.“

Für die zehn Kinder, betont Warobiow mit gehobenem Zeigefinger, ist das Mitmachen beim Frühjahrsputz auch ein Zeichen des Danks an die Stadt. „Denn wir bekommen ja jedes Jahr finanzielle Hilfe.“

Die Stadtvertreter Michael Heinze und Fred Hauser wirbeln auf dem Russenfriedhof, entsorgen alte Kränze und sammeln Papier. Auch Bürgermeister Lutz Götze packt mit an, geht mit fünf anderen Einwohnern die Lindenstraße ab.

Nach zweieinhalb Stunden sitzt Felix Gäde von der Jugendwehr leicht verschwitzt auf einer Bank auf dem Gelände der Feuerwehr. Vor ihm auf dem Tisch stehen ein Becher mit heißem Tee und ein Teller mit Kartoffelsuppe. Die vielen freiwilligen Helfer sind hungrig nach der Aktion. Auch Mitglieder des Badeteichvereins, des Sportfischervereins, der Wasserwacht, der Kirchgemeinde, des Vereins für Kommunikation Umwelt und Kultur (KUK), des Schönberger Carnevalclubs, der TSG Schönberg und anderer Vereine haben sich eine Stärkung verdient. Sie haben im Park aufgeräumt, am Kino und entlang des Oberteiches. Auch in der Feldstraße, der Dassower Straße, auf dem Markt und rund um den Bahnhof sieht es seit Sonnabend wieder sauberer aus. Bürgermeister Lutz Götze (SPD-Fraktion) schätzt die Zahl der Teilnehmer auf 120. Im Müll landeten am Ende auch ein Verkehrsschild, ein alter Gartenstuhl, jede Menge Papier und Flaschen.

Jana Franke, Dirk Hoffmann und Steffen Oldörp

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