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Nordwestmecklenburg Strandgemeinden suchen Landwirte als Partner
Lokales Nordwestmecklenburg Strandgemeinden suchen Landwirte als Partner
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16:03 08.10.2019
Das Seegras wird an der Wohlenberger Wiek aufgesammelt. Quelle: Michael Prochnow
Klütz

Die Gemeinden im Klützer Winkel mit Stränden können vermutlich aufatmen, was die Entsorgung des regelmäßig angeschwemmten Seegrases angeht. Wie Amtsvorsteher Jan van Leeuwen (CDU) kürzlich im Amtsausschuss mitteilte, gibt es jetzt die Möglichkeit, das Seegras an Landwirte abzugeben, die es in ihre Ackerböden einarbeiten. Die Vorgabe: Nur alle drei Jahre darf Seegras auf ein und dieselbe Fläche aufgebracht werden.

Austausch beim Küstenforum

Vertreter des Amtes Klützer Winkel werden sich am 21. Oktober bei einem Küstenforum in Travemünde über den Umgang mit angeschwemmtem Seegras austauschen. Genau geht es bei dem Treffen darum, welche Bedeutung das Seegrastreibsel im Zusammenhang mit dem Klimaschutz haben kann. Dabei wird auch über seine Verwendung in der Landwirtschaft gesprochen.

Zwischenlager ertüchtigen

„Wir müssten lediglich eine Zwischenlagerstätte ertüchtigen, die kein Sickerwasser durchlässt“, sagte van Leeuwen den Mitgliedern des Amtsausschusses. Diese Lagerstätte könnte dann von den Gemeinden Klütz, Hohenkirchen und Zierow genutzt werden. Sie haben Strände, an denen regelmäßig Seegras angeschwemmt wird. Boltenhagen, mit einem der längsten Strandabschnitte in der Region, hat bereits eine Lagerstätte für Seegras bauen lassen. Die Kommunen können jetzt einen Flächenpool mit Feldern beim zuständigen Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) melden, in die das Seegras eingearbeitet werden kann.

Weitere Landwirte animieren

Die Gemeinde Hohenkirchen hat bereits einen Vertrag mit dem Erdbeerhof Glantz geschlossen, der das Seegras abnimmt, die Stadt Klütz hat einen ähnlichen Vertrag mit dem Landwirtschaftsbetrieb Klützer Winkel. „In Hohenkirchen wurden für das Ausbringen von Seegras etwa 70 Hektar in diesem Jahr genutzt“, sagte Jan van Leeuwen, der selber Betriebsleiter des Erdbeerhofes ist. „Wie sich das auf die Pflanzen auswirkt, werden wir die nächsten Jahre beobachten“, sagte er. Über den Winter sollen nun weitere Landwirte gefunden werden, die das Seegras des Klützer Winkels für ihre Böden verwenden möchten.

Einsparung wird berechnet

Inwiefern sich die Abgabe des Seegrases an Landwirte finanziell für die Kommunen auszahlt, soll nach etwa einem Jahr jetzt im Winter ausgewertet werden. Für die Kommunen, deren Seegras vor 2018 erst gesiebt und dann von einem Entsorgungsbetrieb abgeholt wurde, könnte es sich durchaus rechnen.

2018 hat die Stadt Klütz für die Strandbewirtschaftung etwa 73 500 Euro ausgegeben. Der größte Teil der Kosten entfällt dabei auf die Beräumung des Seegrases am Strand. Etwa 32 000 Euro hat Klütz 2018 dafür ausgegeben, etwa 63 000 Euro waren es 2017, als besonders viel Seegras angespült wurde.

„Durch die Bildung eines Flächenpools müssten die Gemeinden nicht jedes Jahr für neue Flächen einen neuen Antrag stellen“, nannte Jan van Leeuwen einen weiteren Vorteil für Kommunen und Verwaltung. Jährliche Anträge wären notwendig, wenn es nicht möglich wäre, einen Verbund von landwirtschaftlichen Flächen für die Gemeinden zu bilden. Bis zum Frühjahr 2020 sollen genügend Landwirte gefunden sein, um einen Flächenpool zu bilden.

Fast fünf Kilometer Strand

Besonders lohnen könnte sich die Vorgehensweise nicht nur für Klütz, Hohenkirchen und Zierow, die gemeinsam etwa zwei Kilometer bewirtschafteten Strand haben, sondern auch für das Ostseebad Boltenhagen mit seinen fast drei bewirtschafteten Strandkilometern. Im Ostseebad werden im Durchschnitt pro Jahr mindestens 3000 Tonnen Seegras-Treibsel vom Strand entfernt, zwischengelagert und ausgesiebt. Der so gewonnene Sand kann wieder an den Strand gebracht werden. Eine Abgabe an einen Landwirt in der direkten Umgebung würde weitaus weniger Transportaufwand benötigen als die bisherige Entsorgung beziehungsweise Weitergabe an ein Unternehmen zur Weiterverarbeitung.

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