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Nordwestmecklenburg Streit in Boltenhagen: Breite Unterstützung für den Seniorenbeirat
Lokales Nordwestmecklenburg Streit in Boltenhagen: Breite Unterstützung für den Seniorenbeirat
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13:37 27.11.2019
Aushangkasten der Gemeinde am Springbrunnen neben dem Kurhaus (leider innen beschlagen) Quelle: Malte Behnk
Boltenhagen

Der Stein des Anstoßes in Boltenhagen ist ein neuer Schaukasten der Gemeinde. Dessen Inhalt hat unter anderem örtliche CDU-Politiker auf die Palme gebracht, die den Kasten dem Seniorenbeirat zugeordnet hatten. Die Senioren, so lautet ein Vorwurf, würden Propaganda für den neuen Bürgermeister betreiben. Der Grünen-Poltiker Wardecki hatte überraschend im Frühjahr die Bürgermeisterwahl gegen Christian Schmiedeberg (CDU) gewonnen. Nach der offenen Kritik des Seniorenbeirates zu den Vorwürfen gibt es nun eine breite Unterstützung von Vereinen, Verbänden und auch der Kirche für die Senioren und ihre Mitstreiter:

Karin Lechner ist Vorsitzende des Kreisseniorenbeirates. Quelle: privat

Karin Lechner vom Kreisseniorenbeirat schreibt: Der demographische Wandel ist schon überall angekommen und nicht zu übersehen. Dabei nimmt das Ehrenamt einen hohen Stellenwert ein. Sehr viel Kleinarbeit war nötig, um den heutigen Stand zu erreichen. Wir lassen uns durch solche Spielchen nicht wieder alles kaputt machen. Mit Hilfe vieler Mitstreiter wurde 2016 in Boltenhagen ein neuer ehrenamtlicher Seniorenbeirat aufgebaut; den Vorsitz übernahm Frau Hilscher. In der Gemeindevertretung der letzten Woche legte Frau Hilscher Rechenschaft über die erfolgreiche Arbeit mit den Bürgern ihrer Gemeinde dar. Hier kam der Vorwurf über einen Alleingang mit dem Bürgermeister Raphael Wardecki.

Dem Seniorenbeirat wird das politische Agieren beziehungsweise Personenkult vorgeworfen? Man fragt sich warum? Weil man sich um die Sorgen und Nöte älterer Bürger kümmert? Es sind Menschen, in den Kommunen und Städten, die diesem Land ein Gesicht gegeben haben! Wenn gute Ideen zerredet werden, fördert dieses nicht gerade das Ehrenamt. Es ist etwas gewachsen, unsere ältere Bevölkerung fühlt sich wahrgenommen. Ein verständnisloser Umgang mit den jungen Politikern in der Gemeindevertretung, die sich in der Kommune engagieren wollen, schädigt das Ehrenamt.

Nur durch eine Zusammenarbeit mit der Jugend kann aus den Erfahrungen der Senioren das Ehrenamt weiterhin auf den richtigen Weg gebracht werden. Ältere Menschen haben die Erfahrungen und möchten es mit den Jugendlichen teilen,um so die richtigen Entscheidungen und Beschlüsse unter Berücksichtigung der Bedürfnisse älterer Bürgern zu treffen. Je älter die Menschen werden, umso kleiner wird ihr Aktionsradius und darauf müssen wir gemeinsam reagieren.

Klützer Pastorin Pirina Kittel Quelle: Cornelia Roxin

Pastorin Pirina Kittel meldet sich ebenfalls zu Wort: Politiker kriegen böse Rückmeldungen auf unpopuläre Diskussionen. Auch Journalisten werden angemacht, weil sie unbequeme Fragen stellen oder querlaufende Dinge beim Namen nennen. Kirchenleute kennen das auch: Sie sollen sich gefälligst heraushalten aus gesellschaftlichen Diskussionen und sich um die religiösen Bedürfnisse der Menschen kümmern. Das machen wir, selbstverständlich! Und lassen uns trotzdem keinen Maulkorb verpassen, weil wir ethische oder umweltpolitische Fragen öffentlich diskutieren und nachfragen, wenn Menschen diskreditiert oder an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden. Die meisten Christen erwarten genau das von ihrer Kirche. Mir ist es wertvoll und ich erwarte es, dass Journalisten ihre Beobachtungen öffentlich ins Gespräch bringen, ob in der Welt und hier vor Ort. Niemand soll sich bei fragwürdigen – des Fragens würdigen – Handlungsweisen vor der öffentlichen Nachfrage wegducken können. Also gerne und immer wieder: klare Worte! Vielen Dank dafür.

Von Michael Prochnow

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