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Nordwestmecklenburg Teschower „Mahnmal gegen das Vergessen“
Lokales Nordwestmecklenburg Teschower „Mahnmal gegen das Vergessen“
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17:59 21.08.2019
An der innerdeutschen Grenze stand bis 1990 die Mauer, die heute hinter Büschen und Bäumen in Teschow zu sehen ist. Quelle: JÜRGEN LENZ
Teschow

Die Teilung Deutschlands hat in Teschow viele Spuren hinterlassen. Unweit des Dorfes ist ein Beobachtungsturm der DDR-Grenztruppen erhalten. Von dort aus nahmen Soldaten am 19. Juni 1963 den 21-jährigen Rainer Schulz unter Beschuss. Er hatte die Sperranlagen überwunden und schwamm zur unbewohnten Insel Buchhorst, die zur BRD gehörte. Dort entdeckten die Soldaten ihn am Morgen. Die Lübecker Fischermeister Johann Karl Willwater und Hans Arps sahen ihn ebenfalls. Arps nahm Schulz an Bord seines Kutters.

Die Flucht gelang, obwohl die Halbinsel Teschow ein Sperrgebiet im Sperrgebiet war. Sie wurde durch einen separaten Zaun und einen bewachten Schlagbaum gesichert. Vier Bauern in Teschow gaben unter politischem und wirtschaftlichem Druck auf. Sie flüchteten. Zwei Hofstellen brannten ab, Katen fielen zusammen, Scheunen und Ställe verrotteten, Dorfbewohner zogen weg.

Seit dem Ende der deutschen Teilung ziehen Menschen nach Teschow. Neben einem Haus steht ein Teil der Mauer, die bis 1989 unweit von Wolfsburg das Doppeldorf Böckwitz-Zicherie in zwei Hälften trennte. Klaus Buchin stellte die Betonelemente in Teschow als „ein Mahnmal gegen das Vergessen“ auf.

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Von Jürgen Lenz

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