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Nordwestmecklenburg Theater und Ausstellung in Selmsdorfer Kirche
Lokales Nordwestmecklenburg Theater und Ausstellung in Selmsdorfer Kirche
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14:32 04.06.2019
Gertraud Häfner spielt ihre Stücke gerne mit einfachem Material – so wie beim Lichterlauffest in Schönberg.
Gertraud Häfner spielt ihre Stücke gerne mit einfachem Material – so wie beim Lichterlauffest in Schönberg. Quelle: Steffen Oldörp
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Selmsdorf

Gertraud Häfner vom Selmsdorfer Theater Zaunkönig öffnet gemeinsam mit Eva Nöltner aus Lübeck und Mareile Velke aus Selmsdorf am Pfingstmontag, den 10. Juni, von 11 bis 16 Uhr die Kirche in Selmsdorf für die Aktion „Kunst offen“. Der Eintritt ist frei.

Das Selmsdorfer Figurentheater spielt das Stück „Schönheit“. Gertraud Häfner verrät ein wenig vom Inhalt: „Veronika ist unglücklich über ihr Aussehen. Deshalb wird ihr die Geschichte von den sieben Hexen erzählt, denen es ebenso ging. Die Hexen versuchten mit einem Schönheitstrank aus dem Hexenbuch schöner zu werden.“

Gertraud Häfner gründete vor zwölf Jahren in Selmsdorf das Theater Zaunkönig. Vorher arbeitete sie 19 Jahre am Lübecker Marionettentheater Fritz Fey. Als das Theater 2007 zu einem Gastspielhaus ohne fest angestelltes Ensemble wurde, gründete Gertraud Häfner ihr eigenes Ein-Frau-Mobiltheater. Die 62-Jährige sagt, ihr großes Anliegen sei, die Fantasie der Menschen zu pflegen oder wachzuküssen. Deshalb spiele sie bewusst mit einfachen Mitteln. Gertraud Häfner arbeitet häufig mit Alltagsgegenständen wie Blumentöpfen, Kartons und Schirmen. Sie erklärt warum: „Im Grunde lade ich die Kinder durch mein Spiel zur Nachahmung ein, denn wenn sie zunächst in die Nachahmung gehen, entwickeln sie daraus meist eine eigene Sache, ihre eigene Kreativität.“ Die Selmsdorferin tritt vor allem in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein auf. Sie gastierte mit ihrem Theater Zaunkönig aber auch schon in Niedersachsen, Hamburg, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Geboren wurde sie 1957 in Stuttgart. Als die 18 Jahre alt war, baute sie ihre erste Marionette. Dann erlernte sie den Beruf der Heilpädagogin. Doch 1986 wurde sie schließlich das, was sie wollte und konnte: Puppenspielerin. Sie absolvierte das Figurentheaterkolleg in Bochum. Am 24. Februar 2007, ihrem 50. Geburtstag, machte sie sich in Selmsdorf mit dem Theater Zaunkönig selbstständig.

Ein Werk von Mareile Velke aus Selmsdorf: „Das lichte Labyrinth“. Quelle: privat

Eva Nöltner lädt am Pfingstmontag in der Selmsdorfer Kirche zur Ausstellung „Textile Kunst“ ein. Die Lübeckerin ist als Galeristin bekannt. Die Kunstinteressierte betrieb bis 2015 die „Samstagsgalerie“ in der Lübecker Hüxstraße. Sie sagt: „Ich liebe Kunst an weißen, leeren Wänden und genieße die Begegnung zwischen interessanten und unterschiedlichsten Menschen.“

Mareile Velke gestaltet für die Aktion „Kunst offen“ auf dem Selmsdorfer Kirchplatz ein besonderes Labyrinth. Alle Besucher dürften durch das „lichte Labyrinth“ gehen.

Mareile Velke arbeitet als Kunsttherapeutin. 2012 lud sie alle Selmsdorferinnen dazu ein, Frauenbildnisse zu malen.

Jürgen Lenz