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Nordwestmecklenburg Schick oder praktisch – wie soll die Innenstadt sein?
Lokales Nordwestmecklenburg Schick oder praktisch – wie soll die Innenstadt sein?
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22:21 11.11.2018
Die Wismarsche Straße in Grevesmühlen (Mitte) aus der Vogelperspektive. Quelle: RONALD GROSS
Grevesmühlen

„Soll die Wismarsche Straße ausgehend von der Kreuzung zur Santower Straße bis zur Einmündung der August-Bebel-Straße am Marktplatz auf der in Fahrtrichtung rechten Seite für rund 490000 Euro so umgebaut werden, dass anstelle der dort befindlichen Reihe von Parkplätzen ein breiterer Gehweg entsteht?“ Mehr als 40 Wörter hat diese Fragestellung, enthält aber alle wichtigen Fakten, über die die Bürger Grevesmühlens im Mai kommenden Jahres mitentscheiden könnten. Formuliert werden musste sie so umständlich, damit sie eben mit „Ja“ oder „Nein“ beantwortet werden kann – wie es ein Bürgerentscheid so an sich hat.

Mit einem solchen betritt Grevesmühlen Neuland; eine Beteiligung der Einwohner hat es so noch nicht gegeben. Der Bauausschuss stimmte dem Vorschlag des Bürgermeisters Lars Prahler (ptl.) mehrheitlich zu, die Bevölkerung mitreden zu lassen. „Ich finde eine Bürgerbeteiligung wichtig“, argumentiert Ausschussmitglied und SPD-Fraktionsvorsitzender Stefan Baetke. Volkmar Schulz (Die Linke) dagegen sehe darin mehr Aufwand als Nutzen. Schließlich muss die Kommunalaufsicht der Frage stattgeben und bei ihr ein Antrag auf das Prozedere gestellt werden. Lars Prahler erklärt, dass es sinnvoll sei, sich ein Bild machen zu können, wie die Bevölkerung über die mögliche Investitionsmaßnahme denkt. Ob nun die Mehrheit der Einwohner für oder gegen eine Umgestaltung der Wismarschen Straße ist, entscheidet längst nicht über die Realisierung des Projekts. Denn am Ende müssen die Stadtvertreter dafür grünes Licht geben.

Eine Arbeitsgruppe aus Kommunalpolitikern, Gewerbetreibenden, Einzelhändlern, Bürgern und Verwaltungsmitarbeitern bündelten Vorstellungen in einem Planungsentwurf, der in der Hauptgeschäftsstraße mehr Platz für Fußgänger und dennoch genügend Raum für den rollenden Verkehr vorsieht. Die OSTSEE-ZEITUNG hat sich einmal vorab auf die Straße begeben, um einige wenige Stimmen einzufangen. Durchweg alle befürworteten die Idee eines Bürgerentscheids. Repräsentativ ist das Ergebnis natürlich nicht, aber die Mehrheit sprach sich gegen einen halben Boulevard, wenn man ihn denn so nennen kann, aus. Nur zwei von zehn Befragten finden die Idee gut, den Gehweg zu verbreitern. Und die beiden wohnen entweder am Stadtrand oder sind hier nicht mehr beheimatet.

Alle anderen fürchten in erster Linie um fehlende Parkmöglichkeiten. „Ich werde die Chance des Bürgerentscheids nutzen und für Nein stimmen. Parkplätze in der Innenstadt sind wichtiger“, meint Claudia Maaßen (31). Von einem Parkplatzmangel spricht auch Sandra Szameitat (40). „Ich suche jeden Abend“, sagt sie. Die 490000 Euro sieht sie vor allem auch deshalb falsch investiert, weil viele Geschäfte in der Wismarschen Straße leer stehen. Dann brauche man auch keinen Boulevard. Ähnlich denkt Nicole Arndt (35). „Das Geld könnte für andere Dinge genutzt werden, die den Bürgern eher zugutekommen“, argumentiert sie. Ursula Szameitat (62) schlägt eine Umnutzung von Freiflächen vor. „Es gibt genügend Bereiche, die nicht genutzt werden und als Parkplatz dienen könnten“, sagt sie. Dann entspanne man die Parksituation in der Wismarschen Straße und könne über eine Verbreiterung des Gehwegs nachdenken.

Am kommenden Montag entscheidet der Finanzausschuss über einen möglichen Bürgerentscheid. Sitzung: 18.30 Uhr im Beratungsraum des Rathauses.

Jana Franke

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