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Nordwestmecklenburg Unternehmer wollen Mitarbeiterunterkünfte bauen
Lokales Nordwestmecklenburg Unternehmer wollen Mitarbeiterunterkünfte bauen
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17:37 06.03.2019
Das Ostseebad Boltenhagen ist beliebt bei Urlaubern. Es gibt aber wenig bezahlbaren Wohnraum.
Das Ostseebad Boltenhagen ist beliebt bei Urlaubern. Es gibt aber wenig bezahlbaren Wohnraum. Quelle: ANNETT MEINKE
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Boltenhagen

Eine Überraschung gab es in der Sitzung des Bauausschusses der Gemeinde Boltenhagen, als zum wiederholten Male über eine Fläche auf dem Gelände des ehemaligen Sportplatzes an der Ostseeallee gesprochen werden sollte. Offenbar wollen Unternehmer aus Boltenhagen auf dem Gelände bauen und dort Wohnraum schaffen, der unter anderem von Mitarbeitern der Unternehmen genutzt werden soll.

„Die Gemeinde will dringend bezahlbaren Wohnraum schaffen, auch für Mitarbeiter der örtlichen Unternehmen“, hatte der Bauausschussvorsitzende Michael Steigmann zu Beginn der Diskussion erklärt. Dass sich jetzt eine Gruppe zusammengeschlossen hat, um genau dieses Ziel zu verfolgen, sei glücklich für die Gemeinde. Die Investoren hätten jetzt um konkrete Daten zur möglichen Bebauung gebeten, um im nächsten Bauausschuss ein Konzept vorzustellen.

In der folgenden Diskussion ging es den Bauausschussmitgliedern darum, dass an der Stelle nur eine kleinteilige Bebauung passen würde, da mit dem geplanten Pflegeheim, das an der Straße gebaut wird und einem benachbarten Hotelneubau schon zwei große Gebäude entstehen würden. In den vergangenen Monaten hatte es mehrfach Bauanfragen für das Gelände gegeben. Es wurde mit der Erstellung des Bebauungsplans für ein Pflegeheim überplant. Bisherige Anfragen wurden aber immer abgelehnt, weil sie direkt mit Änderungswünschen bestimmter Vorgaben verbunden waren. Die jetzigen Interessenten wollen zunächst die genauen Vorgaben kennen, haben aber noch keine Änderungswünsche geäußert.

Dennoch gab es im Bauausschuss auch Kritik an dieser Anfrage. Christiane Meier erklärte: „Ich finde es überraschend, dass jetzt solche Vorschläge für das Gebiet kommen. Wohnhäuser sollten meiner Meinung nach im B-Plan 38 gegenüber der Schule geplant werden.“ Aus ihrer Sicht sollten sich die Unternehmer für Mitarbeiterwohnungen mit der LGE in Verbindung setzen, die das Gebiet mit insgesamt etwa 200 Wohneinheiten in Mehrfamilien- und Einzelhäusern entwickeln will. Inzwischen hat die LGE Verhandlungen mit Grundstückseigentümern abgeschlossen, denn außer Flächen der Gemeinde liegen auch Grundstücke des Landes und von Privatbesitzern im Plangebiet. Voraussichtlich könnte die Planung des Baugebiets im Herbst abgeschlossen werden.

Welche Unternehmer aus Boltenhagen sich jetzt zusammengeschlossen haben, um Wohnraum zu bauen, ist bisher nicht bekannt. Fakt ist aber, dass nicht nur ein Pflegeheim an der Ostseeallee auf dem alten Sportplatz gebaut wird, sondern auch ein Hotel der A-ja-Gruppe dort entstehen soll. Ebenso wird vermutlich in diesem Jahr mit dem Bau des Strandhotels begonnen und es gibt immer noch Pläne für den Bau eines Vier-Sterne-Hotels auf dem Tarres-Gelände in Tarnewitz. Diese vier Häuser werden Personal benötigen, das bestenfalls im Ort wohnt.

Wohnungsbau der LGE

Im Klützer Winkel bietet die LGE Mecklenburg-Vorpommern GmbH in verschiedenen Kommunen Wohnbaugrundstücke an oder plant sie wie in Boltenhagen.

In Kalkhorst stehen 19 Baugrundstücke für einen Quadratmeterpreis von 99 Euro direkt im Ortszentrum neben dem entstehenden Freizeitpark Minimare und der Kirche zum Verkauf.

In Klütz werden im Gebiet Am Lindenring 36 Grundstücke ebenfalls für knapp 100 Euro pro Quadratmeter angeboten.

Die Planung in Boltenhagen sieht eine Wohnsiedlung mit etwa 200 Wohneinheiten vor. Sie sollen zum Teil in Einfamilienhäusern als Eigenheim, aber auch in Mehrfamilienhäusern als Mietwohnungen entstehen.

Nadine Miller, Direktorin im Hotel „John Brinckman“ findet die Idee gut, dass Unternehmer Eigeninitiative zeigen, wenn es um Mitarbeiterunterkünfte geht. „Ich würde mich da sofort anschließen“, sagt sie. Denn sie stellt immer häufiger Mitarbeiter aus dem Ausland ein, für die sie dann Hände ringend eine bezahlbare Wohnung in der Nähe sucht. Da in Boltenhagen bezahlbarer Wohnraum aber bislang knapp ist, werden die Mitarbeiter in der Umgebung bis nach Klütz verteilt.

Malte Behnk