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Nordwestmecklenburg Vierjähriger misshandelt: Angeklagte weiter auf freiem Fuß
Lokales Nordwestmecklenburg Vierjähriger misshandelt: Angeklagte weiter auf freiem Fuß
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18:27 19.12.2018
Die Angeklagten Ronny und Nicole B. im Landgericht Schwerin. Quelle: Michael Prochnow
Grevesmühlen

Ein Jahr, nachdem das Urteil in dem Prozess um den misshandelten vierjährigen Jungen aus Grevesmühlen verkündet wurde, ist es immer noch nicht rechtskräftig. Im Dezember 2017 waren der Vater und die Stiefmutter des Kindes vom Landgericht Schwerin zu jeweils vier Jahren Haft verurteilt worden. Die Verteidigung von Ronny B., dem leiblichen Vater des misshandelten Kindes, hatte Revision gegen das Urteil eingelegt. Das bedeutet, dass der Bundesgerichtshof (BGH) das Urteil überprüft. Wie eine Anfrage der Redaktion beim BGH ergab, sei noch keine Entscheidung über die Rechtskraft des Urteils ergangen. Und solange das Urteil nicht rechtskräftig ist, sind die Angeklagten weiter auf freiem Fuß.

Diese hatten in dem Prozess eingeräumt, den Jungen bestraft zu haben. Im Rahmen der Ermittlungen stellte sich heraus, dass das Opfer über Monate hinweg regelrecht gefoltert worden war, wie das Gericht in seiner Urteilsbegründung sagte. Unter anderem hatte Nicole B. das Kind stundenlang in einer Badewanne sitzen lassen und den Jungen immer wieder mit kaltem Wasser übergossen, sie soll zudem den Kopf des Kindes in die Toilette gedrückt haben.

Der Junge war im Mai 2016 durch das beherzte Handeln einer Jugendamtsmitarbeiterin gerettet worden, die eine Einlieferung des zu diesem Zeitpunkt stark unterernährten und dehydrierten Kindes ins Krankenhaus anordnete. Den Stein ins Rollen brachte allerdings kurz darauf ein anonymer Brief, der die Zustände im zuständigen Fachdienst in der Kreisverwaltung anprangerte. Dadurch seien die Misshandlungen durch die Eltern erst möglich und viele zu spät entdeckt worden. Der Fall sorgte anschließend bundesweit für Aufsehen.

Michael Prochnow

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