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Nordwestmecklenburg Verein für die Städtepartnerschaften von Grevesmühlen
Lokales Nordwestmecklenburg Verein für die Städtepartnerschaften von Grevesmühlen
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19:57 06.05.2019
2014: Nagymaros' Bürgermeister Laszlo Petrovic (links) und Grevesmühlens damaliges Stadtoberhaupt Jürgen Ditz Quelle: Michael Prochnow
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Grevesmühlen

Wie schwierig es bisweilen werden kann, eine Partnerschaft zwischen zwei Kommunen am Leben zu erhalten, wird deutlich, wenn man in Grevesmühlen am Amtsgericht in Richtung Bürgerwiese geht. Der Elefantenbrunnen ist bei Kindern vor allem im Sommer beliebt, doch hinter dem Kunstwerk aus Stahl und Blech steckt eine Geschichte, die das Scheitern einer möglichen Partnerschaft nur allzu deutlich aufzeigt. Denn der Elefant ist das Wappentier der polnischen Stadt Trzebiatow. Die Kommune im Norden von Polen gehörte zu einem europaweiten Netzwerk, das die Stadt Grevesmühlen angeschoben hatte. Damals ging es um den Austausch von Erfahrungen, Inklusion in Europa und den ersten Schritt, um Städtepartner zu gewinnen. Der Elefant als Kunstobjekt sollte so etwas wie der Auftakt zur Freundschaft zwischen Trzebiatow und Grevesmühlen sein. Doch bis auf einige wenige Treffen ist daraus nichts geworden. Geblieben ist der Brunnen. Nun soll ein Verein gegründet werden, der sich ausschließlich mit der Pflege der Partnerschaften beschäftigt.

Ahrensbök war die erste Partnerschaft 1990

Mit Leben erfüllt hingegen sind nach wie vor die Beziehungen nach Ahrensbök, die kleine Gemeinde aus Ostholstein hatte nach dem Mauerfall der Stadt Grevesmühlen in vielen Bereichen unter die Arme gegriffen, bis heute haben sich daraus Beziehungen entwickelt. Am 9. November 1990 wurde die Städtepartnerschaft in und mit Ahrensbök besiegelt.

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Beziehungen nach Ungarn

Deutlich weiter zurück reichen die Beziehungen an die ungarische Donau, genauer gesagt nach Nagymaros. 1967 reiste der Lehrerchor, der heutige Liederkreis, aus Grevesmühlen das erste Mal nach Nagymaros. 2014 wurde die Partnerschaft dort vertraglich besiegelt zwischen den beiden Bürgermeistern, als eine große Delegation aus Grevesmühlen mit dem Bus zum Schwabenfest anreiste. Denn die Kommune an der Donau hat auch deutsche Wurzeln. Auf dem Treffen schoben die Grevesmühlener eine Aktion an, die der örtlichen Schule einen neuen Bodenbelag für die Sporthalle einbrachte. Über mehrere Monate hinweg wurde dafür in Nordwestmecklenburg Geld gesammelt, der Nachfolger von Jürgen Ditz, Lars Prahler, weihte später die sanierte Sporthalle ein. Musikalisch dauern die Beziehungen bis heute an, erst im vergangenen Jahr waren Schüler aus Ungarn in Grevesmühlen zu Gast, die einige Konzerte gaben.

Mit dem Fahrrad 750 Kilometer nach Laxå

Apropos Musik: Die kommt auch aus Schweden nach Grevesmühlen. Auf dem Stadtfest 2017 sorgte die Showband „Janssons Frestelser“ für mächtig Stimmung. Zustande gekommen war der Kontakt nach Schweden durch Benny Andersson, Unternehmer und Freibad-Vorsitzender aus Grevesmühlen mit schwedischen Wurzeln. Der hatte sogar das Kunststück fertiggebracht, mit dem Fahrrad von Grevesmühlen nach Laxå zu radeln, immerhin 750 Kilometer. Inzwischen gibt es zudem Beziehungen zwischen den Kommunen, die sich mit dem Thema Energie befassen. Workshops und gegenseitige Besuche gehören zum festen Programm seit Jahren.

Ein Verein für die Partner

Zum Leitbild der Stadt Grevesmühlen gehört seit vielen Jahren die Pflege der Partnerschaften zu den Gemeinden Ahrensbök (Schleswig-Holstein), Laxå (Schweden)und Nagymaros (Ungarn). Die Begegnungen sind fester Bestandteil des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens. Die Stadt Grevesmühlen begleitet und finanziert diese Projekte aus Ihrem Haushalt und wirbt Gelder aus den verschiedenen Fördertöpfen ein. Engagierte Bürger hatten die Idee, dieses Engagement auf eine breitere Basis zu stellen und interessierte Privatpersonen, Vereine oder Interessengruppen mit einzubinden. Der Rahmen hierfür soll der zu gründende Partnerschaftsverein sein. Die Stadt Grevesmühlen soll diese Aktivitäten auch weiterhin finanziell über den zu entrichtenden Mitgliedsbeitrag und Projektförderungen unterstützen.

Michael Prochnow

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