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Nordwestmecklenburg Den Klimawandel in Bronze gegossen
Lokales Nordwestmecklenburg Den Klimawandel in Bronze gegossen
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12:13 06.02.2019
Präsentieren den von einer Studentin entworfenen Pokal: (v.l.) Christoph Macher, Professor an der Wismarer Hochschule, sowie Werner Küsel und Jürgen Ditz vom Verein "Stadt ohne Watt" in Grevesmühlen. Quelle: JANA FRANKE
Grevesmühlen

Tage, die sich mit dem Thema Umwelt beschäftigen, gibt es viele im Jahreskalender 2019: Da ist zum Beispiel der Pflanz-eine-Blume-Tag am 12. März, der Ehrentag der Pflanze am 13. April, der Tag der Erde (22. April), des Baumes (25. April), der Sonne (3. Mai) oder der Gieß-eine-Blume-Tag am 30. Mai – um nur einige zu nennen. Möge man den einen oder anderen Tag kurios und vielleicht auch schwachsinnig finden, ist es der Tag der erneuerbaren Energien bestimmt nicht – nur ist dieser trotz seiner Bedeutung in einem solchen Kalender nicht zu finden. Dennoch hat ihn Deutschland seit 1996 auf dem Schirm. Hintergrund ist die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl. Grevesmühlen beteiligt sich in diesem Jahr zum neunten Mal daran. Erneut erleben Schulklassen eine Windkraftanlage, das Klärwerk, den Wasserlehrpfad und die Fotovoltaikanlage in der Stadt hautnah – und trotzdem ist der Tag in diesem Jahr ein ganz besonderer.

Der Verein „Stadt ohne Watt“ lobt nämlich einen Preis aus, mit dem er Projekte und Akteure anerkennen möchte, die Visionen gegen den Klimawandel und für den Einsatz von regenerativen Energien entwickeln. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Es können technische Innovationen sein oder Projekte der Umweltbildung. Bewerben können sich Privatpersonen, Unternehmen, Vereine, Ingenieurbüros, öffentliche Körperschaften, Schulen und Kindertageseinrichtungen über Nordwestmecklenburgs Grenzen hinaus. Die Bewerber müssen ihren Sitz und ihr Projekt zum Klimawandel in Mecklenburg-Vorpommern haben. Bis zum 15. März können sie ihre Projektideen einreichen. Die Bewerbungsunterlagen sind im Internet unter www.stadtohnewatt.de zu finden.

„Mit dem Preis wollen wir animieren, sich Gedanken zum Klimaschutz, Klimawandel und zum Thema Nachhaltigkeit zu machen“, erklärt Werner Küsel, Geschäftsführer des 25 Mitglieder zählenden Vereins „Stadt ohne Watt“, der sich 2003 gründete. Zu jenen gehören neben dem Zweckverband, der Stadt Grevesmühlen, den Stadtwerken, der Wobag, der GER und der Ihlenberger Abfallentsorgungsgesellschaft mbH in Selmsdorf auch Einzelpersonen wie Planer und Architekten, die sich engagieren. Nun will sich der Verein in ganz Mecklenburg-Vorpommern bekannt machen. Unterstützen wird dabei sicherlich auch der glückliche Umstand, dass der Vorsitzende Jürgen Ditz und Werner Küsel Mecklenburg-Vorpommerns Energieminister Christian Pegel überzeugen konnten, die Schirmherrschaft für die Aktion zu übernehmen. Er wird auch die Preisverleihung am 26. April in Grevesmühlen am Vorabend des bundesweiten Tages der erneuerbaren Energien vornehmen. „Der Klimawandel ist das kollektive Risiko unserer Zeit, insbesondere für unsere Kinder und Enkel. Wir kennen bisher aber nur einen Bruchteil der Möglichkeiten, unsere Lebenswelt zu schützen“, verdeutlicht Pegel und gibt damit zum Ausdruck, dass er den Stadt ohne Watt-Preis begrüßt, „der neue Vorstöße und visionäre Ideen gegen den Klimawandel und für den verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien auszeichnet.“ Neben Christian Pegel wird zudem Dr. Jörg Hacker, Präsident der deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina und Ehrenbürger der Stadt Grevesmühlen, erwartet, der einen Gastvortrag halten wird.

Mehrere Varianten entwarfen die Studenten, die von Rebecka Jochem gefiel dem Verein am besten. Quelle: JANA FRANKE

Der Preisträger darf sich am Ende über 500 Euro und eine Skulptur freuen, die an der Fakultät Gestaltung an der Hochschule in Wismar entstanden ist. Zehn Studenten recherchierten zum Thema und entwarfen Objekte. Eines stach besonders hervor: die naturalistische Skulptur von Rebecka Jochem, die in Bronze gegossen ein kleines Kind zeigt, das vor einer Pflanze im kargen Umfeld hockt. „Der Sockel ist aus einem Deckenbalken aus einer Kirche in Wismar entstanden“, erläutert Professor Christoph Macher, dass selbst hier Nachhaltigkeit eine Rolle spielte.

„Der Wettbewerb ist erstmalig und soll eine kontinuierliche Reihe werden“, erläutert Grevesmühlens Bürgermeister Lars Prahler (ptl.). Den Traum dahinter verschweigt er nicht: Irgendwann spielt der Stadt ohne Watt-Preis vielleicht in der Liga des Grimme-Preises.

Der Verein

Der Verein „Stadt ohne Watt“ versteht sich über die Grenzen von Grevesmühlen hinaus als „Motor für die Gestaltung und Umsetzung einer nachhaltigen Entwicklung.“

Ein wichtiges Thema ist für ihn der Einsatz erneuerbarer Energien in der Region und deren Weiterentwicklung. Ziel ist ein sparsamer Umgang mit Ressourcen und eine nachhaltige Stadt- und Regionalentwicklung voranzutreiben.

Die Idee hinter dem Wirken ist schon nach Schweden getragen worden. Laxå als Partnerstadt ist Ehrenmitglied im Verein.

Jana Franke

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