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Nordwestmecklenburg Bürgermeister steht Einwohnern Rede und Antwort
Lokales Nordwestmecklenburg Bürgermeister steht Einwohnern Rede und Antwort
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13:14 21.03.2019
Etwa 20 Einwohner aus Boltenhagens Ortsteil Redewisch waren zur Einwohnerversammlung in den Dorfclub Redewisch gekommen. Bürgermeister Christian Schmiedeberg informierte über laufende Projekte in der Gemeinde. Quelle: Malte Behnk
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Redewisch

Die Entwicklung der Weißen Wiek, geplante und laufende Hotelneubauten, die geplante Dünenpromenade und nicht zuletzt die Straßen im eigenen Ortsteil waren Themen der Einwohnerversammlung, die Boltenhagens Bürgermeister Christian Schmiedeberg in Redewisch veranstaltet hat.

Etwa eine Stunde zählte der Bürgermeister die unterschiedlichen Projekte auf und berichtete kurz über deren Stand, bevor die Einwohner Fragen stellten. Dabei war ihm klar, dass der geplante Bau der Dünenpromenade im Ort „wohl am meisten“ polarisiert, selbst in der eigenen Familie. „Dafür habe ich auch Verständnis. Nachdem ich mir Bespiele angesehen habe, glaube ich inzwischen, es ist ein Zugewinn. Meine Tochter ist aber eher dagegen“, hatte Schmiedeberg geäußert. Jörg Gniwotta, selber Gemeindevertreter, wollte aber wissen, was mit den 4,7 Millionen Euro Fördermitteln ist, sollten sich die Baukosten im vergleich zur Planung erhöhen. „Muss die Gemeinde dann einen höheren Eigenanteil zahlen?“, fragte Gniwotta. Bislang beläuft sich der Eigenanteil, den die Kurverwaltung aufbringt, auf 500 000 Euro. Christian Schmiedeberg erklärte, dass es sich bei den 4,7 Millionen Euro um eine 90 prozentige Förderung der Investition handelt. „Sollten die Baukosten deutlich steigen, ist es durchaus üblich, an den Fördermittelgeber heranzutreten, um die Förderbetrag zu erhöhen“, sagte der Bürgermeister.

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Auch auf die Frage nach den Hütten der Strandkorbvermieter, deren Standort in der neuen Dünenpromenade immer wieder kritisiert wurde, ging Schmiedeberg ein. „Wir haben mit allen verantwortlichen und Minister Till Backhaus darüber diskutiert und es war aus natur- und küstenschutzrechtlichen Gründen nicht möglich, sie anders zu positionieren.“

Ruinen von landwirtschaftlichen Gebäuden in Boltenhagens Ortsteil Redewisch. Quelle: Malte Behnk

Den Anwesenden im Redewischer Dorfclub ging es aber vor allem um Themen ihres Ortsteils. So stören sie sich schon seit langem an den Ruinen auf dem Gelände, das zum Landwirtschaftsbetrieb Klützer Winkel gehört. „Das sieht schlimm aus“, sagte auch Christian Schmiedeberg, der nach eigener Auskunft auch in Kontakt mit Arne Nölck, dem Geschäftsführer des Landwirtschaftsbetriebs Klützer Winkel, steht. „Der sagt: Ich mach was, gib mir Baurecht“, so Schmiedeberg. Ansonsten wolle auf dem Areal niemand etwas bauen, wenn er die Kosten für den Abriss der Ruinen tragen muss. „Außer Ferienwohnungen“, so Schmiedeberg. Aber die habe man in Boltenhagen eigentlich schon genug. „Wenn sich aber jemand finden würde, der etwas hochwertiges, wie Ferienhäuser mit Reetdach macht, würde ich auch zustimmen.“ Die Wunschvorstellung im Ostseebad wäre, wenn auf dem Ruinengelände ein Indoorspielplatz oder eine ähnliche Einrichtung entstehen würde.

Bis an den Straßen im Ortsteil Redewisch etwas gemacht wird, soll es aber nicht so lange dauern. „Wir werden sobald die Fördermittel bewilligt sind, die Straßenlaternen auf LED-Technik umrüsten“, sagte Schmiedeberg. „Hier ist es anders als bei anderen Projekten. Hier sinken die Baukosten mit den Jahren.“ Auch der Straßenausbau sei in einigen Bereichen dringend notwendig, es müssten aber Absprachen mit dem Zweckverband erfolgen. „2020 wird der nächste Doppelhaushalt beschlossen. Da soll das dann aufgenommen werden“, erklärte der Bürgermeister.

Er sprach auch ein relativ altes, aber noch nicht abgeschlossenes Projekt an: die Weiße Wiek. Die zwei Hotels und der Hafen seien vor zehn Jahren eröffnet worden und etwa 100 Millionen Euro seien damals gut investiert worden. „Aber ein zweimaliger Eigentümerwechsel hat jetzt für etwas Unruhe gesorgt“, so Christian Schmiedeberg. Erst über nahm die Firma 12.18 das komplette Areal. „Das ist, wie ich meine, ein solides Unternehmen“, so der Bürgermeister. Inzwischen hat das Unternehmen die Weiße Wiek aber an einen Fonds der Hamburger Magna Real Estate verkauft. „Der ist uns nicht bekannt“, sagte Schmiedeberg. „Wir wissen nicht, wie jetzt städtebauliche Verträge, die mit 12.18 geplant waren, unterschrieben werden und wie die Entwicklung weitergeht.“ Juristen würden die Situation für die Gemeinde prüfen. „Ich glaube, dass eine weitere Entwicklung in der Weißen Wiek uns gut tut, aber man muss nicht alles mitmachen“, erklärte Schmiedeberg.

Malte Behnk

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