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Nordwestmecklenburg Wanderungen an früherer Grenze
Lokales Nordwestmecklenburg Wanderungen an früherer Grenze
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11:22 02.04.2019
Wanderer besichtigen einen ehemaligen Grenzerturm unweit von Pötenitz. Quelle: Jürgen Lenz
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Dassow

Der Heimat- und Tourismusverein Dassow „Tor zur Ostsee“ führt seine Veranstaltungsreihe „Küste grenzenlos erleben“ fort. „Die erste Tour für dieses Jahr findet am 27. April statt“, kündigt der Vorsitzende Hans Espenschied an. Treff- und Startpunkt: am Gedenkstein an der Grenze zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig Holstein in der Mecklenburger Landstraße auf dem Priwall. Die Wanderer starten dort um 9 Uhr und sind am frühen Nachmittag in Dassow, wo sie in der Altenteilerkate bei Kaffee und Kuchen zu einem Klönschnack eingeladen sind. Für die Wanderung sind von 20 Euro zu zahlen. Im Unkostenbeitrag enthalten sind neben der sachkundigen Führung Kaffee und Kuchen zum Abschluss und der Rücktransport zum Startpunkt. Anmeldungen sind ab 11. April möglich unter Telefon 038826/974012, mobil unter 0176 50015584 oder ab sofort per E-Mail unter info@dassow-tourismus.de.

Der Heimat- und Tourismusverein Dassow und der Landschaftspflegeverien Dummersdorfer Ufer wollen die einmalige Landschaft in der länder- und städteübergreifenden Region Einheimischen, Zugezogenen, Schülern und Besuchern näherbringen. Zertifizierte Wanderführer begleiten die Gruppen auf den etwa 13 Kilometer langen Wandertouren vom Priwall nach Dassow entlang des Dassower Sees. Unter dem Motto „Küste grenzenlos erleben“ gibt es Natur und Geschichte zum Anfassen.

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Der Hintergrund: Die Halbinsel Priwall wird im Norden von der Ostsee, im Westen von der Trave und im Süden von der Pötenitzer Wiek, einer haffartigen Erweiterung in der Trave, begrenzt. Das östliche Ende der Halbinsel bildet die Landesgrenze Schleswig-Holsteins zu Mecklenburg-Vorpommern. Die Demarkationslinie geht auf den Lübecker Reichsfreiheitsbrief aus dem Jahr 1226 zurück. Bis 1990 verlief dort die innerdeutsche Grenze, sodass der Priwall viele Jahre nicht auf dem Landweg von Dassow entlang des Dassower See erreicht werden konnte. In der NS-Zeit Reich war der Priwall Standort der „Lufterprobungsstelle See“ der Reichsluftwaffe. Reste der ehemaligen Kasernenanlage und der technischen Anlagen sind noch zu sehen. Zu DDR-Zeiten zog sich die innerdeutsche Grenze vom Priwall aus am Dassower See entlang. Auch dort sind noch Reste der ehemaligen Grenzanlage erkennbar. Als Heimat von etwa 30 Entenarten ist der See eines der größten Vogelschutzgebiete Deutschlands. Mit zwei Inseln und seinen Röhrichtbeständen ist er auch ein wichtiges Rast- und Überwinterungsgebiet für nordische Wasservögel. Der Dassower See und seine Uferbereiche stehen seit 1983 unter Naturschutz. Auf mecklenburgischer Seite sind die angrenzenden Uferbereiche durch Ausweisung des Naturschutzgebiets „Uferzone Dassower See“ 1990 unter Schutz gestellt worden. Am Nordufer schließt sich das Naturschutzgebiet „Küstenlandschaft zwischen Priwall und Barendorf mit Harkenbäkniederung“ an.

Jürgen Lenz