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Nordwestmecklenburg Wobag zieht ins ehemalige Jobcenter um
Lokales Nordwestmecklenburg Wobag zieht ins ehemalige Jobcenter um
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07:03 13.03.2019
Callies-Villa in der August-Bebel-Straße in Grevesmühlen Quelle: Michael Prochnow
Grevesmühlen

Kaufmanns-Villa, Rat des Kreises, Kreisverwaltung, Bank-Gebäude und Jobcenter – das Traditionshaus in der August-Bebel-Straße hat seit seinem Bau um 1882 schon viele Eigentümer und Besitzer erlebt. Nun wird ein neues Kapital aufgeschlagen, die Wobag Grevesmühlen hat die einstige Callies-Villa samt der Nebengebäude gekauft und will den Hauptsitz des kommunalen Unternehmens dorthin verlegen. Wie Geschäftsführerin Uta Woge bekannt gab, habe die Wobag die Häuser Nummer 3 und Nummer 5 gekauft. „Insgesamt sind das 1700 Quadratmeter Grundstück mit drei Gebäuden. Bereits vor einem Jahr war uns die Immobilie angeboten worden. Es hat einige Monate gedauert, bis wir uns einig waren.“

Verkauft hat die alte Villa Manfred Vogler, der in Grevesmühlen bereits die alte Malzfabrik nach der Wende erworben und später an den Kreis verkauft hatte. Auch das Hotel in der Lübecker Straße gehörte dem Unternehmen des Immobilienhändlers, es ist ebenfalls vor einigen Jahren verkauft worden.

Uta Woge Quelle: Michael Prochnow

Nun also hat die Wobag die alte Villa im Stadtzentrum gekauft, um sich für die Zukunft aufzustellen. „Der Plan ist, dass wir in das große Gebäude mit der Verwaltung einziehen, ob wir alle Etagen nutzen werden, das muss eine genaue Untersuchung zeigen“, betont Uta Woge, die bereits klare Vorstellungen hat. „Es gibt einen Fahrstuhl und die Möglichkeit eines barrierefreien Zugangs, das sind ideale Bedingungen für uns.“ Und vor allem gibt es reichlich Platz. Denn im bisherigen Sitz des kommunalen Unternehmens, die Wobag ist ein Tochterunternehmen der Stadt Grevesmühlen, in der Hinterstraße platzen nicht nur die Büros aus allen Nähten. „Auch für die Kunden ist es nicht ideal dort“, sagt die Geschäftsführerin, die derzeit über 22 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen verfügt. „Wir übernehmen immer mehr Aufgaben, und dazu kommt, dass wir in den nächsten Jahren neue Mitarbeiter einarbeiten müssen, da einige Kollegen in Rente gehen. Aber wir haben hier kaum Platz dafür.“ Das bisherige Verwaltungsgebäude soll nach dem Umzug verkauft werden.

Das Platzproblem soll sich nach dem Umzug an den neuen Standort erledigen, Herbst 2020 peilt Uta Woge als möglichen Termin für den Standortwechsel an. „Aber das hängt alles damit zusammen, wie die Planungen und die Untersuchungen der Bauten laufen.“ Während das denkmalgeschützte Villengebäude für die Wobag-Verwaltung und möglicherweise für die Vermietung genutzt werden soll, wird der Anbau, die Nummer 5, abgerissen. Dort soll ein Wohn- und Geschäftshaus entstehen. Die alte Scheune auf der Rückseite des Grundstücks, das an die Hinterstraße grenzt, soll ebenfalls einem Neubau weichen. Laut der Geschäftsführerin seien die einzelnen Projekte allerdings in verschiedene Abschnitte unterteilt. „Eins nach dem anderen, denn wir haben ja noch einige andere Projekte.“ So sollen ab April in das Eckhaus Bebel-Straße/Schulstraße nicht nur die Bäckerei Freytag sondern auch die ersten Mieter einziehen. Die Erschließung von Bauland im Bereich der Grevesmühlener Mühle geht ebenfalls weiter.

Callies-Villa in der August-Bebel-Straße in Grevesmühlen, die Ansicht von der Hofseite Quelle: Michael Prochnow

Es ist nicht das erste Gebäude in Grevesmühlens Stadtzentrum, dass die Wobag kauft und saniert. Nach jahrelangen Verhandlungen hatte das Unternehmen die ehemalige Sparkasse im unteren Teil der August-Bebel-Straße erworben und dort ein Wohnhaus errichtet. In nicht einmal einem Monat wird das Wohn- und Geschäftshaus an der Ecke Bebel-Straße/Schulstraße übergeben, nachdem sich die Wobag dort über etliche Monate hinweg mit der Denkmalbehörde auf einen Kompromiss geeinigt hatte.

Die einstige Callies-Villa war zu DDR-Zeiten Sitz des Rat des Kreises, nach der Wende zog die Kreisverwaltung in die Räume. 1995 wurde mehrere Wochen renoviert, danach übernahm die Deutsche Bank als Mieter das Gebäude. 2005 zog schließlich das Jobcenter dort ein – und 2015 wieder aus. Seitdem steht das Haus leer. Zwischenzeitlich machte ein Gerücht in Grevesmühlen die Runde, dass der Eigentümer das Haus als Flüchtlingsunterkunft vermieten wollte. Die Pläne wurden nie umgesetzt.

Die Gebäude auf der Rückseite grenzt an die Hinterstraße, es soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Quelle: Michael Prochnow

Michael Prochnow

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