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Nordwestmecklenburg Zehn Windräder bei Dassow geplant: So sollen Anwohner geschützt werden
Lokales Nordwestmecklenburg

Zehn neue Windräder bei Dassow sollen 2023 gebaut werden

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09:57 25.11.2021
Die Visualisierung zeigt, wie der Windpark Groß Voigtshagen im Hintergrund der Stadt Dassow aussehen würde.
Die Visualisierung zeigt, wie der Windpark Groß Voigtshagen im Hintergrund der Stadt Dassow aussehen würde. Quelle: alterric
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Dassow

Voraussichtlich im Jahr 2023 sollen bei Dassow zehn Windkraftanlagen zwischen Holm, Groß Voigtshagen und Roggenstorf gebaut werden. So ist der Plan des Unternehmens Alterric, eines Joint Venture des Energieversorgers EWE und der Stiftung des Enercon-Gründers Aloys Wobben, den Projektentwicklerin Birgit Bork in der Stadtvertretung in Dassow vorstellte. Seit 2016 laufen die vorbereitenden Planungen für das Projekt.

Antrag für Windpark ist gestellt

Von ursprünglich mal zwölf vorgesehenen Windkraftanlagen werden inzwischen noch zehn geplant. Das liegt an leichten Veränderungen des Windeignungsgebiets in der regionalen Raumentwicklungsplanung. Für die zehn Windräder hat Alterric im Februar einen Antrag an das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt gestellt. „Dort werden unsere Unterlagen geprüft, bevor sie an die untere Naturschutzbehörde weitergegeben werden“, sagte Birgit Bork zum Stand der Planungen.

Technik gegen störenden Schall und Schatten

Außerdem würden sich Gutachter mit den zu erwartenden Belastungen durch Schall und Schattenwurf der Windräder befassen. Dabei werde in Bezug auf den Schall der jeweilige Schutzanspruch der Wohnbebauung geprüft. „Der Hersteller der Anlagen bietet Geräte mit unterschiedlichen Schallmodi an“, sagte Birgit Bork. „Die Anlagen können zum Beispiel nachts gedrosselt werden, so dass weniger Geräusche entstehen.“ Das sei für einige der zehn geplanten Windräder vorgesehen. Auch den Schattenwurf der Windkraftanlagen haben die Projektentwickler im Blick. Es werde ermittelt, wie weit die Schatten der Windräder reichen können. „Wir werden Technik einbauen müssen, die die Anlagen abschaltet, sofern der Schatten die Wohnbebauung erreicht“, sagte Birgit Bork. Sie sprach dabei aber vom durch den Sonneneinfall möglichen Schatten. Der zeige sich aber aufgrund des Wetters nicht immer. „Es dürfen 30 Minuten Schattenwurf pro Tag oder 30 Stunden im Jahr nicht überschritten werden, sonst schalten sich die Anlagen ab“, so Bork. Auch die Nachtbeleuchtung soll nur eingeschaltet sein, wenn sich in der Dunkelheit ein Flugzeug nähert.

Kontakt zu Windparkplanern

Die Internetseite https://windpark-gross-voigtshagen.alterric.com ist neu eingerichtet und bietet Informationen rund um das geplante Projekt.

Unter der Adresse windpark-gross-voigtshagen@alterric.com können Mails an die Projektentwickler geschickt werden.

Jeden zweiten und vierten Dienstag im Monat bietet Projektentwicklerin Birgit Bork von 15 bis 16 Uhr telefonische Sprechstunden unter der Rufnummer 0381/44033252 an.

Informationsveranstaltungen und Sprechstunden

Solche Informationen möchte Birgit Bork gerne bei einer größeren Veranstaltung mit den Bürgern weitergeben. „Wir haben aber auch ganz neu eine Internetseite geschaltet, auf der wir unsere Pläne genau beschreiben“, sagt sie. Über die Seite kann die Projektentwicklerin direkt per E-Mail kontaktiert werden. Außerdem bietet sie jeden zweiten und vierten Dienstag im Monat eine telefonische Sprechstunde an, in der Fragen zum geplanten Windpark gestellt werden können.

Ökostrom für 42 600 Haushalte

Entstehen sollen in dem Windpark Windkraftanlagen mit einer Nabenhöhe von 155 Metern, wie Birgit Bork erklärte. Das entspricht etwa der Höhe des Kölner Doms, der 157 Meter hoch ist. „Es werden Anlagen des Typs E 147 EP5. Sie haben einen Rotordurchmesser von 147 Metern“, schilderte sie. Damit werden die Anlagen insgesamt 228,5 Meter hoch. Die Anlagen könnten 42 600 Haushalte mit Strom versorgen und haben eine Lebensdauer von zwanzig Jahren, wobei auch bis zu dreißig Jahre möglich sein können. Die längere Lebensdauer würde dann auch mehr Gewerbesteuern für Dassow bringen.

Einnahmen durch Gewerbesteuer

„Geschätzt würde die Stadt Dassow nach heutigem Stand nach 21 Jahren 1,88 Millionen Euro Gewerbesteuer von uns bekommen, nach 26 Jahren wären es 4,81 Millionen Euro“, erklärte Birgit Bork. Zusätzlich müsse Alterric nach einer Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes Zuwendungen an die Kommunen in einem Radius von 2,5 Kilometern machen. Die Stadt Dassow könnte pro Jahr 149 402 Euro erhalten, zusätzlich zu den Gewerbesteuern. Außerdem muss Alterric eine Beteiligung der Kommune und der Bürger am Windpark möglich machen. Geplant wird auch der Anschluss des Windparks an das Stromnetz. Es soll eine Trasse nach Roxin gelegt werden, die südlich der B 105 durch den Holmer Wald führen soll. Bei Roxin wird dann ein neues Einspeisungsspannwerk gebaut.

Von Malte Behnk