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Nordwestmecklenburg Passanten helfen bestohlener Seniorin in Grevesmühlen
Lokales Nordwestmecklenburg Passanten helfen bestohlener Seniorin in Grevesmühlen
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13:19 15.05.2019
Symbolbild eines Handtaschenraubs. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Grevesmühlen

Ein gemeiner Diebstahl in Grevesmühlens Innenstadt ist dank der Zivilcourage einiger Männer doch noch glücklich für eine ältere Dame ausgegangen. Am Freitagabend wurde ihr die Handtasche gestohlen, die sie dank der Helfer zurückbekam.

Dieb griff Tasche aus dem Rollator

Es war gegen 18 Uhr, als die Frau mit ihrem Rollator den Marktplatz in der Innenstadt überquerte, um zum Supermarkt zu gehen. Mitten auf dem Markt rannte ein Mann an ihr vorbei und griff sich die Handtasche, die die Dame im Korb ihres Rollators transportierte. „Sie hat dann gerufen: ‚Haltet den Dieb im roten Pullover!‘“, berichtet die Tochter der Bestohlenen. „Wir sind alle dankbar, dass meine Mutter bei dem Diebstahl nicht umgestoßen wurde und ihr nichts weiter passiert ist, außer einem Schock“, sagt die Tochter.

Verfolger geben Papiere zurück

Einer der Passanten am Markt hatte den Diebstahl bemerkt und verfolgte den Täter in die Hinterstraße. Dort hat er in einem Hinterhof die Handtasche abgelegt, nachdem er einen 20-Euro-Schein herausgenommen hatte. Das hat der Verfolger bemerkt und die Tasche an sich genommen, während der Dieb flüchtete.

„Meine Mutter ist sehr dankbar, dass ihr die Tasche mit ihren Papieren gleich wiedergegeben wurde“, sagt die Tochter der Bestohlenen. Die Dame hatte direkt an der Hinterstraße den Inhalt ihrer Tasche kontrolliert und es fehlte nur das Bargeld. Papiere und Schlüssel hat der Mann nicht mitgenommen.

Junger Mann findet gestohlenes Geld

Der geflüchtete Dieb, der weiter durch die Straßen der Grevesmühlener Innenstadt lief, war einem anderen Mann aufgefallen, der ihn bis in den Park an der Bürgerwiese verfolgte. Dort soll er den gestohlenen Geldschein einer Gruppe Jugendlicher zugesteckt haben. „Ich habe ihnen erklärt, dass das Geld gerade geklaut wurde und es herausgefordert“, sagte der junge Mann, der aus dem Park die Polizei alarmiert hatte. Er nannte den Beamten auch einen Namen des Verdächtigen.

Beratung der Polizei

Seit 2014 gibt es bei der Polizei spezielle Seniorensicherheitsberater. Die Ehrenamtler sind ausnahmslos ehemalige Polizeimitarbeiter. Sie sensibilisieren für Gefahrensituationen und stärken das Sicherheitsgefühl der älteren Generation. 

Insbesondere bieten sie Informationen und Beratungen zu den Themen Verhalten an der Haustür, fremde Personen, Haustürgeschäfte, Betrug, Gewinnbenachrichtigungen, falsche Polizisten, Anwälte und Enkel.

Sie bieten auch Informationsveranstaltungen zu Diebstahl, Taschen- und Trickdiebstahl sowie zum Einbruchschutz an.

Das Dezernat für Prävention beim Landeskriminalamt in Rampe ist erreichbar unter der Telefonnummer 03866/64-6100 und der E-Mail-Adresse praevention@lka-mv.de.

Der Präventionsrat des Landkreises Nordwestmecklenburg ist erreichbar unter der Telefonnummer 03841/3040-5192 oder per E-Mail an M.Freese@nordwestmecklenburg.de.

Noch am Abend erhielt die bestohlene Dame auch ihr Bargeld wieder zurück. Bis dahin war sie von ihrem ersten Helfer und auch vom Team des Supermarktes betreut worden. „Meine Mutter war ganz begeistert von dieser Unterstützung. Dafür sind wir sehr dankbar“, sagt die Tochter der Bestohlenen. „Es ist toll, dass es doch Leute gibt, die helfen und besonnen reagieren, wenn so etwas passiert“, sagt sie und meint, dass es zu keinen Handgreiflichkeiten gekommen ist, als der Dieb verfolgt wurde.

Wichtige Beratungsangebote

Ihre Mutter mache sich aber auch selbst ein wenig den Vorwurf, dass sie an diesem Tag ihre Tasche im Korb des Rollators transportiert hatte. „Das macht sie sonst nicht“, sagt die Tochter. Schulungen für Senioren, die von Vereinen angeboten werden, seien im Bezug auf Diebstähle eine wichtige Sache. „Es ist auch wichtig, dass die Polizei diese Präventionsveranstaltungen immer wieder macht“, sagt die Tochter.

Inzwischen ermittelt die Kriminalpolizei wegen des Diebstahls am Freitagabend. Laut der Kriminalstatistik der Polizei gab es in Nordwestmecklenburg sowohl 2018 als auch im Jahr davor jeweils zwei Fälle von Handtaschenraub, die alle aufgeklärt wurden. Allerdings setzt ein Raub auch eine gewisse Gewaltanwendung voraus. Taschendiebstähle gab es 35 im vergangenen Jahr und 38 im Jahr 2017. Hier liegt die Aufklärungsquote zwischen null und acht Prozent.

Dennoch gelten Wismar und der Landkreis als relativ sichere Region. Mit 9395 Straftaten, von denen 5566 im Landkreis verübt wurden, ist die Statistik weiter rückläufig.

Malte Behnk

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