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Nordwestmecklenburg Kalb Pauli: Zu mickrig für den Schlachter
Lokales Nordwestmecklenburg Kalb Pauli: Zu mickrig für den Schlachter
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14:34 04.10.2018
Das zehn Wochen alte Bullenkälbchen Pauli lebt seit Kurzem auf dem Tiergnadenhof Lottihof in Seefeld. Er war zu klein, um als Zuchtbulle in Frage zu kommen – und nicht einmal der Schlachter wollte ihn. Glück für den Kleinen – nun lebt er auf dem Lottihof. Dreimal täglich erhält er zurzeit Spezialmilch für Kälbchen. Pauli lebt gemeinsam mit den Eseln im neuen Eselgehege. Quelle: Annett Meinke
Seefeld

 Manchmal macht es Sinn, kleiner und mickriger als alle anderen zu sein – wie im Fall des schwarzen Bullenkalbes, das vor Kurzem auf den Lottihof in Seefeld gezogen ist. „Niemand wollte ihn haben, weil er so klein war“, berichtet Hof-Chefin Christine Geburtig. „Nicht mal der Schlachter wollte ihn.“ Als Zuchtbulle kam er aufgrund seiner zierlichen Gestalt schon gar nicht in Frage. Das, was Züchtern und Schlachter als enorm mangelhaft galt, war für den Kleinen, der inzwischen den Namen Pauli trägt, das große Glück. Eine Tierärztin gab dem Aktion Tier-Hof einen Tipp – und nun lebt der zehn Wochen alte Pauli mit den Eseln gemeinsam im gerade neu gestalteten Esel-Gehege in Seefeld.

Dreimal am Tag bekommt Pauli eine Spezial-Milch, die er aus einem Eimer an der Stallwand mithilfe einer Plastik-Zitze saugt. An die Menschen auf dem Lottihof, wie an Hannelore Joswig (66) zum Beispiel, – die Mutter von Hof-Chefin Geburtig, die den Tiergnadenhof gemeinsam mit ihrer Tochter und anderen mitbegründet hat –, hat sich Pauli bereits gewöhnt. „Er ist schon richtig wild auf Kuscheln“, sagt Joswig. Das ist gut, denn Pauli wird viel mit Menschen zu tun haben, auch viel mit Kindern, die oft auf dem Lottihof sind. Gerade zur Zeit sind wieder einige Schulklassen dort unterwegs, helfen mit in den Gehegen und lernen etwas über die Tiere, die auf dem Lottihof leben.

Eine bittere Pille muss der kleine Bulle allerdings schlucken – er wird kastriert werden, weil er sonst, wenn er geschlechtsreif wird, zu wild wird. Doch könnte man ihn fragen, würde er sicherlich sagen – besser so, als gar nicht leben. Und eines ist klar, Pauli wird auf dem Lottihof ein schönes Leben haben.

Die Lottihof-Esel sind ziemlich entspannt – sie haben kein Problem mit dem kleinen Kalb, generell akzeptieren sie Artfremde. Das war schon so, als das alte Pferd Kirmit noch lebte, das sich in einen der Esel verliebt hatte und immer nur bei den Eseln sein wollte, anstatt bei den anderen Pferden. Worüber sich die Lottihof-Leute besonders freuen, ist, dass sich bereits zwei Paten für Kalb Pauli gefunden haben, die monatlich Geld für seine Aufzucht spenden.

Das Elend der Hühner aus Legebatterien

Noch einen weiteren Neuzugang gibt es auf dem Lottihof – oder besser gesagt, zehn Neuzugänge: 10 Hühner, die vom Veterinär-Amt aufgrund ihres desaströsen Zustands aus einer Legebatterie entfernt wurden. Das bedauernswerte Federvieh sieht erbärmlich aus. Hinten rum sind die Hühner alle kahl, haben auch teilweise keine Schwanzfedern mehr. „Die brauchen mindestens ein Jahr bis es ihnen wieder gut geht“, weiß Hof-Mutter Joswig, die sich mittlerweile mehr um das Organisatorische und das Bekochen der auf dem Hof weilenden Kinder kümmert als um die Tierpflege selbst. „Solange werden wir auch ihre Eier nicht verwenden“, sagt sie, „diese Hühner sind mit Antibiotika vollgestopft worden.“

Dass die meisten Menschen die Eier solcher Hühner täglich kaufen und essen, sagt sie nicht. Doch daran denkt man unwillkürlich mit ein wenig Grauen, wenn man die bedauernswerten Kreaturen sieht.

Noch fünf Katzen zu vermitteln

Gar nicht bedauernswert sind hingegen die Katzen, die auf dem Lottihof leben. Von den insgesamt 19 Katzenbabys von zwei wild lebenden Katzenmamas, die im Sommer eingefangen worden waren und kastriert worden sind – sind nur noch fünf ihrer Nachfahren auf dem Lottihof. Alle Übrigen wurden bereits vermittelt. Nun gilt es noch für die restlichen Kätzchen, einige mittlerweile schon Jungkatzen, ein neues Zuhause zu finden. Mit Freigang natürlich. Auch die Katzenmamas können in Familien gehen, eine ist ein wenig scheu – aber das wird schon, meint Hannelore Joswig. „Mit viel Ruhe und Geduld und jeder Menge Liebe.“

Pate werden

Der Lottihof in Seefeld freut sich über Jeden, der eine Spende oder eine dauerhafte Patenschaft für ein Tier übernimmt.

Adresse: „Aktion Tier-Seefeld“ - Lottihof für Kinder und Tiere e. V. –, Waldweg 2a, 23936 Seefeld (OT Testorf-Steinfort)

Telefon: 0173/6002852, E-Mail: lottihof@aktiontier.org

Annett Meinke

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